Coronavirus: Italien wird zur Sperrzone
 
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Gestern Abend erklärte Premier Giuseppe Conte aufgrund des Coronavirus ganz Italien zur Sicherheitszone. Die Italiener stürmen die offenen Supermärkte.

Italiens Regierung hat nun zu drastischen Maßnahmen gegriffen, um das kursierende Coronavirus einzudämmen. Montagabend machte sie das ganze Land zur Sicherheitszone und verhängte Versammlungs- und Reiseverbote. Schulen und Universitäten bleiben bis 3. April geschlossen, Kinos und Kulturbetriebe sowieso und Lokale dürfen nur noch bis 18 Uhr geöffnet haben. Das österreichische Außenministerium hat nun eine volle Reisewarnung für Italien ausgesprochen und die Sicherheitsstufe auf die höchste Stufe 6 hinaufgesetzt. Reisenden wird dringend nahegelegt, nach Österreich zurückzukehren.

Italiener stürmen die Supermärkte

Die Italiener sind verunsichert. Kurz nach der Verkündung stürmten viele die wenigen offenen Supermärkte. In großen Städten wie Rom und Neapel konnte man nur in kleinen Gruppen die Supermärkte betreten, in Palermo kam es zu Handgreiflichkeiten zwischen verärgerten Kunden, wie italienische Medien berichteten. Die Regierung gibt aber Entwarnung und erklärt, dass es zu keinen Engpässen bei der Lieferung von Lebensmitteln und anderen Waren kommen werde. Denn Italienern sei es außerdem nicht verboten, das Haus zu verlassen, um einkaufen zu gehen, weshalb kein Grund für Hamsterkäufe bestünde.

Zusätzliche Defizitflexibilität

Conte hat sich mit der EU-Kommission erst vergangene Woche auf zusätzliche Defizitflexibilität in der Größenordnung von 7,5 Milliarden Euro zur Begrenzung der negativen Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie auf die italienische Wirtschaft geeinigt. Nun will er von Brüssel aber noch mehr Spielraum fordern. "Wir denken an die Möglichkeit, Brüssel eine höhere Forderung zu stellen", so Conte. Am Dienstagnachmittag wollen die EU-Staats- und Regierungschefs über die weitere Koordinierung zur Eindämmung der Corona-Krise beraten.
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