Coronavirus: Der goldene Sonntag soll Weihnac...
 
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Der goldene Sonntag soll Weihnachtsgeschäft retten

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Mit den kommenden Öffnungszeitenkürzungen im heimischen Handel ab dieser Woche Donnerstag – wie schon aus vorigen Lockdowns bekannt – ernten die Verantwortlichen viel Kritik. Heute, 30. November, erfolgte aber auch die Sozialpartnereinigung zur Non-Food-Handelsöffnung am letzten Sonntag vor Weihnachten.

Die Forderung der Gewerkschaft GPA nach eingeschränkten Öffnungszeiten des Handels, sorgte seit vergangener Woche bei Branchenvertretern für Verwunderung und für große Sorge um das Weihnachtsgeschäft. Dieses soll, dank der heutigen Einigung der Sozialpartner, der Bundessparte Handel der WKÖ und die Gewerkschaft GPA, durch den verkaufsoffenen vierten Adventsonntag nun angekurbelt werden. Konkret umfasst die Einigung die Öffnung jener Geschäfte am vierten Adventsonntag (19. Dezember) von 10 bis 18 Uhr, die im aktuellen Lockdown schließen mussten. Jedoch soll diese "Ausnahme" unter strengen Rahmenbedingungen erfolgen, wie die GPA in einer Aussendung mitteilt. Mit der Sparte Handel der WKÖ habe man in einem Sonderkollektivvertrag vereinbart, dass für die - auf freiwilliger Basis - Überstunden an diesem Sonntag ein Zuschlag von 100 Prozent zu zahlen und jedenfalls Ersatzruhe zu gewähren ist, die an die Arbeitszeit anzurechnen ist. Auch Lehrlinge dürfen an diesem besagten Sonntag nicht beschäftigt werden, und die Kosten für die Kinderbetreuung müssten übernommen werden, wie es in der Aussendung heißt.

Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck begrüßt jedenfalls die heutige Einigung der Sozialpartner zur Öffnung der Handelsgeschäfte am vierten Adventssonntag: "Angesichts der gegenwärtigen Situation ist die Möglichkeit zur Öffnung der Geschäfte am sogenannten Goldenen Sonntag eine gute Maßnahme, um einen Teil des umsatzstarken Weihnachtsgeschäfts nachzuholen. Gerade in der Vorweihnachtszeit besteht ein besonderes Einkaufbedürfnis der Bevölkerung. Ich bin froh, dass die Sozialpartner in dieser Frage eine Einigung erzielen konnten." Auch Margarete Gumprecht, Handelsobfrau der Wirtschaftskammer Wien zeigt sich über die Handelsöffnung am 4. Adventsonntag erfreut: "Ich freue mich, dass meine Forderung für eine Öffnung des Handels am 19. Dezember auf offene Ohren gestoßen ist und die Wiener Händlerinnen und Händler diesen wichtigen Tag nutzen und einen Teil ihrer Umsatzeinbußen abfedern können." So bekomme der stationäre Handel im Weihnachtsgeschäft eine bessere Chance, gegen internationale Online-Konzerne zu bestehen. Gumprecht hat sich als eine der ersten Handelsvertreterinnen für die Öffnung am 4. Advent-Sonntag eingesetzt.

Um wenigstens einen Teil des Umsatzausfalls aufzufangen, wurde konkret vereinbart, dass die Unternehmen in dieser Zeit öffnen können, aus dieser Möglichkeit aber keine Pflicht zur Öffnung resultiert. Rainer Trefelik, Obmann der Bundessparte Handel in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ): "Die Handelssozialpartner haben mit dieser Einigung die Möglichkeit geschaffen, dass die Handelsmitarbeiter am 19.12. beschäftigt werden können. Jetzt sind die Bundesländer am Zug, per Verordnung eine entsprechende rechtliche Grundlage zu schaffen."

Verkürzte Öffnungszeiten im LEH

Coronabedingte eingeschränkte Öffnungszeiten wird es ab Donnerstag für den LEH geben. Demnach müssen die Geschäfte, wie bereits aus vorigen Lockdowns bekannt, um 19 Uhr schließen. Während diese Regelung ganz im Sinne der Gewerkschaft ist, hat der Handelsverband, wie er bereits in der vergangenen Woche verkündete,
unter anderem Sicherheitsbedenken. Für Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbands, und den heimischen Lebensmittelhandel sei es "aber ein großes Anliegen, dass Konsumentinnen und Konsumenten im Lockdown möglichst stressfrei nach der Arbeit noch einkaufen können." In der Praxis sei es nämlich für einen "Gutteil der Bevölkerung nicht möglich, werktags vor 19 Uhr Lebensmittel einzukaufen." Überdies, argumentiert der Handelsverband, sei die Beibehaltung gewohnter Öffnungszeiten ein Mittel, um die "Entzerrung der Kundenströme" beizubehalten, damit sei diese Maßnahme aus "epidemiologischer Sicht sinnvoll". Daher könne man die Forderung der Gewerkschaft GPA "nicht nachvollziehen". Bei dieser Meinung bleibt der Handelsverband auch, so Gerald Kühberger, Pressesprecher, auf erneute Cash-Nachfrage.
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