Coronavirus: Lockdown, die Dritte
 
Coronavirus

Lockdown, die Dritte

Tim Mossholder - unsplash.com

Nach Weihnachten wird es wieder Beschränkungen geben. Der Handel wird dadurch erneut hart getroffen.

Ab 26. Dezember gelten wieder strengere Regeln, auch für den Handel. Dieser wird bis 17. Jänner 2021 schleißen müssen - bis auf die Grundversorger. Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will befürchtet: "Trotz größter Bemühungen des Handels um Gesundheits- und Hygienekonzepte, die sich in der Praxis bewährt haben, würden mit einem erneuten Lockdown mehr als 60.000 Jobs im österreichischen Non-Food Handel akut gefährdet werden. Darüber hinaus könnte eine derart kurzfristige Lockdown-Ankündigung aus epidemiologischer Sicht zu erneuten Verwerfungen vor und insbesondere nach der Ankündigung führen." 
Das "Freitesten" - also die Verlängerung des Lockdowns für alle ohne einen negativen Corona-Test - nennt Will "das größte Amazon-Förderungsprogramm in der Geschichte Österreichs und würde dem stationären Handel Kunden und damit Existenzgrundlage entziehen. Das wäre eine volkswirtschaftliche Katastrophe."

Der vom Handelsverband erwartete Umsatz-Ausfall im Non-Food-Handel beläuft sich auf 900 Millionen Euro pro Woche im Lockdown - rund 3 Milliarden Euro insgesamt also. Das Institut für Handel, Absatz und Marketing kommt basierend auf den Geschäftszahlen der beiden bisherigen Lockdowns auf andere Zahlen: Hier sind im Dezember von täglichen Umsatzverlusten des Handels in der Höhe von 140 Millionen Euro die Rede. Im Jänner würde dies auf 100 Millionen Euro pro Tag sinken. Das Resultat: 1,9 Milliarden Euro Umsatzverluste für den Handel. In einer Aussendung des Instituts heißt es: "Vor allem der Entwöhnungseffekt der Kunden in Bezug auf den stationären Handel wird langfristig die gesunde und einzigartige österreichische Handelsstruktur verändern, und das zugunsten des internationalen Onlinehandels. Man darf gespannt sein, ob es bald einen Covid-19-Impfstoff für die stationären mittelständischen Handelsunternehmen geben wird, der alles gut und vergessen macht."

Über die von der Regierung angekündigten Unterstützungsmaßnahmen für betroffene Unternehmen freut sich Rainer Trefelik, Obmann der Bundessparte Handel der Wirtschaftskammer Österreich: "Handelsunternehmen bekommen jetzt auch die Ausfallstage bis Jahresende ersetzt. Als Vergleichszeitraum dient dabei der Umsatz vom Dezember 2019. Das ist ein großer Erfolg und wir haben uns in den letzten Tagen massiv für diesen Punkt eingesetzt. Um die wirtschaftliche Not der Unternehmen zu lindern, muss sich der Umsatzersatz für alle Lockdown-Tage im Dezember am Dezember-Umsatz des Vorjahres orientieren."

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