Coronavirus: Lockdown-Verlängerung kommt Non-...
 
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Lockdown-Verlängerung kommt Non-Food-Handel teuer zu stehen

Counselling - pixabay.com

Es wird kein Freitesten aus dem 3. und aktuellen Lockdown möglich sein, wie Gesundheitsminister Rudolf Anschober heute bekannt gab. Das heißt auch, dass der Lockdown für alle um eine Woche verlängert wird. Der Handelsverband schätzt die daraus resultierenden Umsatzverluste im Handel auf eine Milliarde Euro.

Nachdem die Oppositionsparteien die Novelle, die das Freitesten der Bevölkerung ab dem 18. Jänner möglich machen sollte, abgelehnt haben, verkündet Gesundheitsminister Rudolf Anschober heute, dass der Lockdown bis zum 24. Jänner 2021 für alle aufrechtbleibt. Das trifft neben der Gastronomie und Hotellerie vor allem den Handel mit Non-Food-Artikeln schwer, der voraussichtlich erst ab dem 25. Jänner öffnen darf.

Handelsverband befürchtet Umsatzverluste von bis zu einer Milliarde Euro

"Dem österreichischen Handel entgehen durch den dritten Lockdown Umsätze im Ausmaß von knapp vier Milliarden Euro. Allein die Lockdown-Verlängerung von 17. auf 24. Jänner schlägt sich mit einem Umsatzminus von bis zu einer Milliarde Euro zu Buche", warnt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will. "Der Jänner ist traditionell für den Handel ein wichtiger Verkaufsmonat, da die Bevölkerung nach Weihnachten Geld- und Gutscheingeschenke einlöst und Waren umtauscht. Somit verschärft sich die angespannte wirtschaftliche Lage in unserer Branche zusätzlich. 60.000 Arbeitsplätze im Handel wackeln, und die Volksgesundheit bemisst sich bekanntlich auch an der Arbeitsplatzsicherheit", so Will. Ihm zufolge sind demnach zumindest zwei Drittel der entgangenen Umsätze im Einzelhandel unwiederbringlich verloren, da der saisonale Warenbestand damit unverkäuflich ist.

Trefelik (WKO): "Parteipolitisches Ping-Pong auf dem Rücken der Betriebe"

In einer ersten Stellungnahme sagt Rainer Trefelik, Obmann der Bundessparte Handel in der WKO: "Sich nicht freitesten zu können und damit eine weitere Verlängerung des Lockdowns in Kauf nehmen zu müssen, bedeutet für den heimischen Handel einen weiteren schweren Schlag. Was wir uns nicht leisten können, ist ein politisches parteipolitisches Ping-Pong auf dem Rücken der Betriebe, denen langsam die Luft ausgeht. Denn die Betriebe wollen und müssen öffnen können. Alles andere führt zu einer weiteren Verschlechterung der ohnehin dramatischen wirtschaftlichen Lage." Trefelik zufolge brauchen die Handelsunternehmen eine klare Perspektive, die ihnen  zumindest kurz- und mittelfristige Planbarkeit möglich macht. Teil dessen sei auch die noch offene Ausgestaltung der Hilfen für mittelbar von der Coronakrise betroffene Zuliefer-Unternehmen. Gleichzeitig verwies Trefelik auch darauf, dass die im Jänner durch den Lockdown entstehenden wirtschaftlichen Einbußen angemessen abgefedert werden müssen. Das fordert auch der Handelsverband.

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