Coronavirus: Maßnahmenupdate der Regierung
 
Coronavirus

Maßnahmenupdate der Regierung

BKA/Andy Wenzel
(v.l.n.r.) Innenminister Karl Nehammer, Vizekanzler Werner Kogler, Bundeskanzler Sebastian Kurz und Gesundheitsminister Rudolf Anschober (nicht am Bild) stellten bei der Pressekonferenz am 30.3. weitere Maßnahmen zur Corona-Krise vor.
(v.l.n.r.) Innenminister Karl Nehammer, Vizekanzler Werner Kogler, Bundeskanzler Sebastian Kurz und Gesundheitsminister Rudolf Anschober (nicht am Bild) stellten bei der Pressekonferenz am 30.3. weitere Maßnahmen zur Corona-Krise vor.

Die Bundesregierung gibt Verschärfung bestehender Maßnahmen bekannt und führt das Tragen von Masken ein.

9.125 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus gibt es bereits, ca. 700 Personen infizieren sich pro Tag neu, 108 sind daran gestorben. Die Zahlen rund um COVID-19 schrauben sich Tag für Tag weiter nach oben. Ein Ende ist noch nicht in Sicht, schon gar nicht bis Ostern. "Wir stehen am Beginn eines Marathons", verkündet Bundeskanzler Sebastian Kurz. "Es ist gut, dass wir die Maßnahmen gesetzt haben. Sie wirken auch." Dennoch müsse man diese nun verstärken. Zusammen mit Vizekanzler Werner Kogler, Gesundheitsminister Rudolf Anschober und Innenminister Karl Nehammer gab er am 30. März gegen 11 Uhr die verschärften Maßnahmen bekannt. Diese drehen sich vor allem um drei konkrete Punkte:
  1. Schutz der Risikogruppe
  2. Sicherstellen der Maßnahmen
  3. Tragen von Masken (MNS - Mund-Nasen-Schutz)

Arbeitsfreistellungen zum Schutz

Gefährdete Zielgruppen wie ältere Menschen oder jene mit Vorerkrankungen gilt es weiterhin besonders zu schützen. Deshalb appellieren Kanzler und Gesundheitsminister, diese Personen, wenn möglich ins Homeoffice zu schicken, sollte dies nicht möglich sein, müssen sie verpflichtend vom Dienst freigestellt werden. Die Maßnahmen werden den Arbeitgebern abgegolten.

Verschärfte Kontrollen

Die Regierung forderte die Bevölkerung nochmal eindringlich auf, sich an die bestehenden Maßnahmen zu halten. "Das Virus rottet sich nicht von allein aus", so Kurz. "Wirkliche Normalität gibt es erst wieder, wenn wir das Virus besiegt haben." Und Nehammer betont, dass sich Szenen wie am Wochenende, wo es einen Ansturm auf Märkte gegeben habe, oder eine Garagenparty zum 40er gefeiert wurde, nicht wiederholen dürfen. Bilder wie diese seien "katastrophal gefährlich". Die Polizei werde hier verschäft im Einsatz sein und "wird weiter darauf achten, dass, durch noch schärfere Präsenz, die Anordnungen des Gesundheitsministerium eingehalten werden".

Schutzmasken für alle

Als neueste Maßnahme setzt die Regierung nun als erstes westeuropäisches Land, wie sie betont, auf das verpflichtende Tragen von Schutzmasken. In einem ersten Schritt sollen diese künftig in Supermärkten getragen werden, wo sie am Eingang verteilt werden. Mehr dazu inkl. Stimmen aus dem Handel lesen Sie in unserem CASH-Beitrag: Regierung führt Maskenpflicht im LEH ein. Mittelfristig sollen diese aber auch in der Öffentlichkeit getragen werden. "Ich bin mir vollkommen bewusst, dass Masken in unserer Kultur etwas Fremdes sind", so Kurz, "Aber es ist notwendig, dass wir diesen Schritt machen, um die Ausbreitung noch stärker zu reduzieren." Der Ausbau der Masken erfolgt Schrittweise. Die Regierung arbeite auch hier „mit aller Kraft daran“, die notwendigen Produkte auf dem „internationalen Markt“ zu beschaffen. Diese Maßnahme, wie aber auch alle anderen, haben vor allem damit zu tun, dass der Replikationsfaktor (RO) unter Null sinken muss, nur so könne das Gesundheitssystem diese Belastung stämmen. Der RO gibt darüber Auskunft, wie viele Personen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt. Ist der RO kleiner als eins, klingen die Neuerkrankungen rasch ab, ist er größer als eins, verbreitet sich das Virus weiter mit exponentieller Geschwindigkeit.

Gesundheitsminister Anschober gibt darüber hinaus bekannt, dass Hotelleriebetriebe schließen müssen. Aber es gibt Licht. "Wir sind schon bald am Ende der Fahnenstange, was unsere Maßnahmen betrifft", erklärt Kanzler Kurz. Allerdings soll es noch einen weiteren Faktor geben, der das Internet und das Handy noch stärker zur Bekämpfung der Maßnahmen miteinbezieht.
stats