Coronavirus: Österreicher fürchten um ihren J...
 
Coronavirus

Österreicher fürchten um ihren Job

xusenru - Pixabay
Bei der Befragung gaben 30 Prozent an, Angst vor Jobverlust zu haben.
Bei der Befragung gaben 30 Prozent an, Angst vor Jobverlust zu haben.

Eine Umfrage von StepSone zeigt große Probleme für den Arbeitsmarkt. Die Krise birgt aber auch Chancen.

Laut einer Studie von StepStone wurde bereits jeder zehnte der rund 3.500 Befragten aufgrund des Coronavirus gekündigt. 30 Prozent haben Angst, demnächst den Job zu verlieren. 

Arbeitspsychologin Veronika Jakl kann die Sorge der Beschäftigten nachvollziehen: "Diese Krise ist ein großer Einschnitt in unser Wirtschaftssystem und betrifft alle Branchen. Es kommt jetzt zu anderen psychischen Belastungen als im Alltag vor der Corona-Krise."

Einzelhandel besonders betroffen

Im Einzelhandel berichtet ein Viertel (35 Prozent) aller Mitarbeiter, dass ihr Betrieb (zeitweise) zugesperrt hat. Zudem berichten 22 Prozent aller Mitarbeiter im Einzelhandel und 18 Prozent der Vertriebsangestellten, dass Mitarbeiter gekündigt oder zur Kündigung angemeldet wurden.

Laut Arbeiterkammer sinkt die Zahl der Beschäftigten in Österreich um 40.000 und jene der Arbeitslosen steigt um 42.000. Laut AK Chefökonom Markus Marterbauer, müsse Ziel sein, nach Ende der unmittelbaren Krise die Zahlen der Arbeitslosen zumindest auf das Niveau von 2019 (301.000 registrierte Arbeitslose) zu senken.

Arbeitgeber setzen auf Zeitausgleich

Die Umfrage von StepStone zeigt: Neben Kündigungen und Kurzarbeit werden 22 Prozent aller Befragten dazu gedrängt, aufgesparte Urlaubstage oder Zeitausgleich zu nehmen. Das hat oft negative Konsequenzen. Stress und Frustration sind an der Tagesordnung.

Arbeitspsychologin Jakl sieht aber bestimmten Fällen in der Krise auch Handlungsmöglichkeiten: „Durch das ‚Herunterfahren‘ der Arbeitsgeschwindigkeit kann Zeit frei werden für Projekte, die man schon lange vor sich hergeschoben hat. Oder man wollte sich schon immer um die Digitalisierung des Unternehmens kümmern und wurde jetzt ins kalte Wasser gestoßen. Auch Arbeitnehmer in Kurzarbeit können sich auf das Positive fokussieren, die Zeit mit der Familie bewusst nutzen und sich auf die eigenen Bedürfnisse besinnen.“ 


Jakl rät Arbeitgebern zu erhöhter Transparenz und regelmäßiger, ehrlicher kommunikation. Um Arbeitnehmern in der schweren Zeit die Unsicherheit zu nehmen, könnten telefonisch oder per Videokonferenz auch psychologische Sprechstunden abgehalten werden: „Das zeigt, das Ihnen die Mitarbeiter als Menschen am Herzen liegen und sie wollen, dass diese auch psychisch gesund bleiben.“




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