Coronavirus: Schwankung bei den Insolvenzen
 
Coronavirus

Schwankung bei den Insolvenzen

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Aufgrund der Corona-Krise werden aktuell weniger Insolvenzanträge eingebracht - das könnte sich im Frühsommer jedoch ändern.

Der Kreditschutzverband 1870 hat in den vergangenen zwei Wochen um die Hälfte weniger Insolvenzanträge als im Vergleichszeitraum im Vorjahr verzeichnet. Mit ähnlichen Zahlen wird auch in den kommenden Wochen gerechnet. Hauptauslöser für diese gravierende Änderung ist unter anderem, dass die Österreichische Gesundheitskasse - gemeinsam mit dem Finanzamt der größte Antragssteller des Landes - aktuell keine Insolvenzen einreicht. Zudem befinden sich viele Unternehmen in einer abwartenden Haltung und hoffen auf den finanziellen Rettungsschirm der Regierung. Auch die der Verarbeitung der Anträge läuft aktuell langsamer ab, da die Gerichte nur im Notbetrieb laufen

"Aktuell sehen wir bei der Zahl der Insolvenzanträge eine Delle. Zwar ist es auch jetzt möglich, Insolvenzanträge einzubringen, doch die Unternehmen halten sich momentan zurück und evaluieren, welche Möglichkeiten der Rettungsschirm für sie parat hat", erklärt Mag. Ricardo-José Vybiral, MBA, CEO der KSV1870 Holding AG. "Zweifellos wird es aber ab dem Frühsommer zu einem deutlichen Zuwachs bei den Firmenpleiten kommen. Wie hoch dieser ausfallen wird, hängt auch stark davon ab, wann und wie rasch der heimische Wirtschaftsstandort wieder auf Normalbetrieb umstellen kann."

Mit einer Steigerung der Insolvenzen von rund zehn Prozent - wie 2009 im Zuge der Finanzkrise - ist jedoch zu rechnen. Im Gegensatz zu damals mussten viele Unternehmen schlagartig schließen, wodurch Liquiditätsprobleme entstanden. Vybiral appelliert, dass die Unternehmer nun nicht in eine "Schockstarre" verfallen sollen: "Unternehmen müssen jetzt deutlich proaktiver agieren als noch vor wenigen Wochen. Dabei spielt die Transparenz gegenüber Kunden, Geschäftspartnern und den eigenen Mitarbeitern eine zentrale Rolle."

Normalerweise sind Unternehmen verpflichtet, innerhalb von 60 Tagen eine Insolvenz anzumelden. Diese Frist wurde nun auf 120 Tage verlängert.

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