Coronavirus: Spar wehrt sich gegen Verkaufsei...
 
Coronavirus

Spar wehrt sich gegen Verkaufseinschränkungen

Martin Pröll
Die Spar sieht ihre Mitarbeiter an der Belastungsgrenze angekommen und will sie nun nicht durch selektive Verkaufsverbote weiter belasten.
Die Spar sieht ihre Mitarbeiter an der Belastungsgrenze angekommen und will sie nun nicht durch selektive Verkaufsverbote weiter belasten.

Mit einer Vielzahl an Argumenten wendet sich Spar an die Öffentlichkeit, um ein drohendes Verkaufsverbot von Nonfood-Produkten abzuwehren.

Seit Tagen schwelt in Österreich ein Konfllikt zwischen Händlern, die behördlich geschlossen haben müssen, und jenen, die aufsperren dürfen. Zu Letztgenannten zählt die Spar, die weiterhin ihr angestammtes Sortiment in voller Breite und Tiefe verkaufen will. Gegenüber Versuchen, dies zu untergraben, setzt man sich auf verschiedenen Ebenen entschieden zur Wehr. Nun wendet man sich am 3. April 2020 mit einer Presseaussendung an die Öffentlichkeit. Darin betont man, dass Spar die von Nonfood-Händlern angestoßene Diskussion rund um das Thema Verkauf von Nonfood-Produkten im Lebensmittelhandel für zu kurz gedacht hält, "ja sogar für gefährlich". Eines der Argumente lautet: "Dürfte der Lebensmittelhandel nun auch das bei ihm übliche Nonfood-Sortiment nicht mehr verkaufen, hätte das massive negative Folgen. So würden beispielsweise noch viele weitere heimische Arbeitsplätze verloren gehen, vor allem auch bei den österreichischen Vorlieferanten." Als konkretes Beispiel nennt man den Pflanzenbereich, wo zahlreiche Artikel aus heimischen Betrieben stammt.

Weiters führt man ins Treffen, dass Absperrungen in Geschäften eine erhebliche Mehrbelastung bedeuten würde. "Diese Diskussionen mit aufgebrachten Kunden würden die Mitarbeiter nun endgültig an den Rand der Kapazitäten bringen", wird Egon Karabacek, Zentralbetriebsratsobmann der Spar, zitiert.

Zu Wort kommt in der Presseaussendung auch Mag. Marcus Wild, Geschäftsführer von SES Spar European Shopping Centers: "Wenn wir keine Nonfood-Produkte mehr verkaufen dürfen, dann treiben wir die Konsumenten endgültig in die Arme der internationalen Online-Riesen, die bekanntlich in Österreich keine Steuern bezahlen."
Schlussendlich meint Spar-Vorstandsvorsitzender Dr. Gerhard Drexel: "Die Millionen von Masken, die wir auf eigene Kosten hektisch am Weltmarkt beschaffen, die Desinfektionsmittel, die Handschuhe, Schilder, Zusatzpersonal, das alles kostet Millionen Euro. Ich kann die Sorgen der anderen Händler verstehen, wir sind auch Händler und wissen, was diese Situation bedeutet. Aber ein Verkaufsverbot bei uns würde niemandem nützen, bei sachlicher Betrachtung auch nicht den anderen Händlern, es würde nur den wirtschaftsstandort Österreich weiter schwächen. So ein Verkaufsverbot für Nonfood-Produkte wäre vollkommen unverständlich und würde unsere Belastungsgrenze echt überschreiten."
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