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Spar Österreich

Coverstory 1/19: Spar - 65 Jahre Verantwortung für Österreich

Dem Vernehmen nach hat die Spar laut Umsatzbarometer das Jahr 2018 wieder einmal bravourös gemeistert.

Galerie: Coverstory Jänner 2019: Spar - 65 Jahre Verantwortung für Österreich

Am meisten bei den Marktanteilen zugelegt, ein sattes Umsatzwachstum erzielt – beides lag bei Redaktionsschluss noch nicht im Detail vor –, startet der seit Anfang der 2000er-Jahre zum mitteleuropäischen Konzern ausgebaute Familienbetrieb also in ein ausgezeichnetes Jubiläumsjahr. 2017 erzielte die Spar-Organisation in Österreich exklusive Hervis, inklusive Endumsätzen der Kaufleute einen Bruttoverkaufsumsatz von 6,7 Milliarden Euro – ein Plus von 4,6 Prozent. Und weil sowohl die Teams und Mitarbeiter im Filialsystem sowie natürlich auch die Kaufleute mit ihren Teams Vollgas geben, wird das Jubiläumsjahr 2019 erneut ein voller Erfolg werden. Davon völlig überzeugt sind Brancheninsider, und damit dürfte im Grunde auch die Vorstandsriege der Spar rechnen.

Ein Eckpfeiler des jahrelangen Erfolgs des zweitgrößten LEH-Players in Österreich ist sicherlich das sogenannte und von Vorstandsvorsitzenden Dr. Gerhard Drexel so gern zitierte „magische Dreieck“.  Auch wenn er diesen Begriff noch gar nicht so lange dafür einsetzt, um das Zusammenspiel von Sortiment, Marketing und Vertrieb als Wurzel des Erfolgs zu beschreiben, ist gerade dieses Zusammenspiel offenbar seit jeher die Stärke der Spar. Wie meistens gibt es aber viele unterschiedliche Faktoren, die zukunftsfit machen.

Eines der größten Assets der Spar dürfte die Eigentümerstruktur des Unternehmens sein sowie die Vorstandsriege per se. Für einen 14,64 Milliarden Euro Gesamtumsatz schweren Konzern ist es nämlich gar nicht so selbstverständlich, dass es an der Spitze seit Jahren dieselben Gesichter gibt.

Mag. Rudolf Staudinger, Mag. Fritz Poppmeier, Dr. Gerhard Drexel und Hans K. Reisch bilden eine Kons­tante, die sich so manch anderer Betrieb wünschen würde. Eine völlig andere, aber gleich wichtige Konstante ist die sogenannte „Eigenmarkenpyramide“.

Ohne Eigenmarke keine Spar
Seit vielen Jahren macht die Spar mit ihren Eigenmarken Druck im Regal. Eine der imposantesten ist zweifellos „S-Budget“, die im Vorjahr das 10-Jahre-Jubiläum feierte und die sich Gerhard Drexel gar nicht mehr wegdenken kann. Auf den Aufbau der Eigenmarkenpyramide, den inzwischen wahrscheinlich jeder professionelle Key Accounter auswendig kennt, ist man stolz, weil sämtliche Preislagen und Spezifikationen bis hin zu Premium abgedeckt sind.

Besonders stolz ist man jetzt auch auf das noch sehr junge Konzept Young & Urban by Spar. Innovative Produktideen, auch aus der Start-up-Szene, sind der Kern. Unter diesem Dach sucht man nach Trends, die dem Young & Urban-Claim entsprechen.

Unter einem Dach, das dürfte übrigens ein weiterer Erfolgsbaustein von Spar Österreich für die Vertriebslinien Spar, Eurospar und Interspar sein: Die Dachmarkenstrategie sorgt u. a. dafür, dass die Kraft der Marke Spar aus allen Werbekanälen auf den gesamten Konzern abstrahlt – und auf die Kaufleute: Auch ohne diese ist eine Spar undenkbar.

Kaufleute mit Herz und Hirn
Hundert selbstständige Kaufleute in Tirol und dem Pinzgau schlossen sich 1954 dem Gründer der ersten Spar-Organisation an, dem Kufsteiner Großhändler Hans F. Reisch. Seit Beginn haben sie die Spar beherzt mit aufgebaut, haben clever agiert und waren trotzdem mit ihrer Kritik nicht zimperlich, wenn man nicht einer Meinung war. Heute sind sie laut Spar die besten Kaufleute am österreichischen Markt und haben übrigens inzwischen auch große Flächen in ihrem Portfolio: 26 Eurospar werden von Kaufleuten geführt (Stand Ende 2017), da dürften sicherlich noch einige dazukommen. Präsident der Spar-Kaufleute ist Vorstandsvorsitzender Gerhard Drexel. Vizepräsident ist Christian Prauchner, der in dieser Funktion mit viel Idealismus für seine Spar-Kollegen in der Organisation mitgestalten, mitwirken und etwas bewegen will. Dabei stets im Fokus ist das Thema Nachhaltigkeit. Man bemüht sich, es in allen konzernalen Geschäftsfeldern noch weiter auszubauen und leistet so einen wichtigen Beitrag in den Bereichen Sortiment, Mitarbeiter, Umwelt und Gesellschaft.

Wichtige Stationen
1954 gründete Großhändler Hans F. Reisch die erste Spar-Organisation in Kufstein, der sich 100 Kaufleute aus Tirol und dem Pinzgau anschlossen. In den 1960er-Jahren gab es die ersten „Selbstwählläden“, es wurde in die Logistik investiert. 1970 fusionierten die Spar-Großhändler zur Spar Österreichische Warenhandels AG. Interspar kam auf den Markt und man entschied sich für die Dachmarkenstrategie. In den 1980ern legte man mit dem Umbau von Interspar zu kleinen Einkaufszentren den Grundstein für Spar Shoppingcenter. 1990 expandierte man über die ASPIAG ins Ausland und im Inland durch die Übernahme von Huma, Prima sowie Filialen von Renner, Konsum, Top-Discount, Familie und Pampam. Ab 2000 stärkte man die Positionen im Ausland, kaufte Meinl-Filialen und Maximarkt in Österreich, gründete 2007 die SES Spar European Shopping Centers GmbH und begann so richtig mit dem Ausbau von Eigenmarken. 2016 expandierte man mit dem Kauf von Zielpunkt-Filialen. Besonders stolz ist die Spar darauf, dass man von 2010 bis 2018 neunmal in Folge Wachstumsführer unter den Super- und Hypermärkten in Österreich ist.

Marktposition 2017 (2016)
- Marktanteil wertmäßig: 31,2 % (31,1 %)
- Marktanteil Anzahl Läden: 27,7 % (27,6 %)
- Spar ist im Vollsortimentsbereich 2017 Wachstums­sieger.
- Dem Vernehmen nach hat Spar laut Nielsen-Umsatz­barometer 2018 den höchsten Marktanteilszuwachs.

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