Obst & Gemüse am POS: Coverstory 3/19: LEH im...
 
Obst & Gemüse am POS

Coverstory 3/19: LEH im Plastikkampf

Hofer, Lidl Österreich, Helge Kirchberger Photograpy/Spar, Robert Harson/Rewe Group
© Hofer, Lidl Österreich, Helge Kirchberger Photograpy/Spar, Robert Harson/Rewe Group
© Hofer, Lidl Österreich, Helge Kirchberger Photograpy/Spar, Robert Harson/Rewe Group

Obst & Gemüse am POS: Ein Überblick über die Aktivitäten von Hofer, Lidl, Spar und Rewe International zur Vermeidung von Plastikverpackungen bei Obst und Gemüse.

Die Spar macht es, Rewe International tut es und Hofer und Lidl ebenso. Sie alle verzichten bereits seit vielen Monaten auf Einweg-Plastiksackerl im Kassabereich und unterstützen die vom Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT) ins Lebens gerufene Initiative „Pfiat di Sackerl“. Durch die Selbstverpflichtung wurden bisher rund 20 % weniger Plastiksackerln in Umlauf gebracht. In einem nächsten Schritt wollen die Händler Plastiksackerln im Frischebereich schrittweise durch nachhaltige Alternativen ersetzen. Neben umweltfreundlichen und biologisch abbaubaren Verpackungen kommen unter anderem Natural Branding und Mehrwegkisten zum Einsatz. Im Folgenden ein Auszug über die Maßnahmen von Hofer, Lidl, Spar und Rewe International zur Reduktion von Plastikverpackungen bei der überaus wichtigen Warengruppe Obst und Gemüse.

Frisch und Plastikfrei
Hofer startete vergangenen September seine „Verpackungsmission: Vermeiden. Verwerten. Wiederverwenden. Recyclen.“ Ein Fokus dieser Initiative liegt auf dem Frischebereich und der Erweiterung des Angebots an unverpacktem Obst und Gemüse. Dabei setzt der Händler neben Laser Branding bei beispielsweise Kiwis und Granatäpfeln und Mehrwegkisten vorwiegend auf alternative Verpackungen wie biogene Netze und will auf diese Weise jährlich über 100 Tonnen an konventionellem Kunststoff und knapp 4.800 Tonnen Karton einsparen. Obst und Gemüse der Bio-Eigenmarken „Zurück zum Ursprung“ und „Natur aktiv“ wird darüber hinaus, wo immer möglich, in kompostierbarer Folie abgepackt, die aus Holz hergestellt wird und weitgehend CO2-neutral ist. Und durch den Verzicht auf Verpackungsfolie können alleine bei Bio-Bananen bereits jährlich knapp 50 Tonnen davon eingespart werden.

Auch Lidl spart bei Bio-Bananen mittlerweile rund 87 Prozent an Verpackungsmaterial ein und packt außerdem seine Bio-Zwiebeln und Bio-Kartoffeln seit 2014 sowie seit 2016 unter anderem auch den Bio-Knoblauch, in umweltfreundliche Zellulosenetze. Mitte März 2019 folgte der nächste Schritt in Sachen Nachhaltigkeit: Lidl ersetzte die Knotenbeutel bei Obst und Gemüse österreichweit durch biologisch abbaubare Alternativen, die nicht nur besser für die Umwelt sind, sondern auch den Inhalt länger frisch halten sollen. All diese Aktivitäten tragen zur Erreichung der im Rahmen der „360 Grad Plastikstrategie“ festgesetzten Ziele bei.

Rewe International möchte im Zuge seiner Nachhaltigkeitsstrategie „Green Packaging“ bis Ende 2019 das gesamte Bio-Obst- und Gemüsesortiment der Bio-Eigenmarke Ja! Natürlich umweltfreundlich verpackt oder lose anbieten – bei zwei Drittel des Sortiments ist das bereits gelungen. Für lose Produkte sollen Konsumenten vorzugsweise zu den neuen Mehrweg-Frischenetzen aus Zellulose greifen, die nach einer kurzen Testphase bei Billa, Merkur und Adeg ins Roll-out gegangen sind. Seit Kurzem läuft ein Testlauf mit gelaserten Bio-Kiwis von Ja! Natürlich, bei denen das Logo mit einem gebündelten Lichtstrahl schadstofffrei aufgebracht wird. Und auch im konventionellen Bereich tut sich etwas. So wurden zum Beispiel kürzlich die Bananen von Clever von Plastikfolie auf Banderole umgestellt, wodurch das Unternehmen mit Plastik-Einsparungen von etwa 15 Tonnen im Jahr rechnet.

Spar bietet seinen Kunden für den Obst- und Gemüseeinkauf wiederverwendbare Sackerl sowie drei verschiedene Mehrweg-Tragetaschen an, darunter auch biobasierte und kompostierbare Mehrweg-Taschen. Bei vielen Obst- und Gemüsesorten werde laufend geprüft, ob die Verpackung weggelassen werden kann, ohne den Verderb zu erhöhen. Nach einem solchen Test kommt beispielsweise Fenchel ohne Folie aus. Bei Gurken und Melanzani verwendet Spar hingegen bewusst weiterhin eine schützende Plastikfolie, „da ohne Verpackung der Verderb um das Fünffache anstieg“, heißt es auf Nachfrage. Mit dem Weglassen der Folie auf den Bio-Bananen konnte Spar in den letzten zehn Jahren 400 Tonnen Plastik vermeiden. Die Handelsfirma verpackt darüber hinaus einige Bio-Eigenmarken von Spar Natur*pur in Zellulosefolie aus Holz oder in Zellulosenetze sowie Folie aus Stärke.
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