Sonntagsöffnung: D: Der selbstbestimmte Sonnt...
 
Sonntagsöffnung

D: Der selbstbestimmte Sonntag

Die Lebensmittelzeitung (LZ) berichtet, dass gestern in Köln eine Pressekonferenz stattfand, zu der Karstadt, Kaufhof und die KaDeWe-Gruppe geladen hatten. Die Warenhausbetreiber stellten ihre Initiative „Selbstbestimmter Sonntag“ vor und wollen mit anderen Handelsunternehmen eine Debatte über verkaufsoffene Sonntage anstoßen.

Dieses Thema wird länderübergreifend immer wieder zur Diskussion stehen, nicht zuletzt wegen des florierenden Onlinehandels, der den stationären Handel ziemlich unter Druck bringt. Daher möchte man jede Chance wahren, die Läden offen zu halten, eben auch am Sonntag. In Deutschland hat die Gewerkschaft Verdi erfolgreich gegen bereits genehmigt gewesene Sonntagsöffnungen geklagt, was zur Folge gehabt hätte, dass Karstadt 20 Prozent der Sonntagsumsätze weggebrochen seien, so die LZ.

Hier Stephan Fanderl, CEO der Karstadt Warenhaus AG, im O-Ton: „Die zunehmenden Erschwernisse der Sonntagsöffnungen haben negative Konsequenzen für den Handel, aber auch für die Gesellschaft. Wir fordern daher, die Voraussetzungen für die Freigabe der Sonntagsöffnung zu schaffen.“ Freiheit und Selbstbestimmung aller Beteiligten – Händler, Kunden, Arbeitnehmer – sei hier das Hauptthema, fasst die LZ Fanderls Statement zusammen.

Kaufhof-Verkaufschef Armin Devender sprang Fanderl argumentativ bei und berichtete, dass durch am Sonntag geschlossene Kaufhof-Filialen der Jahresumsatz einer Großstadtfiliale verlorenginge. André Maeder, CEO der KaDeWe-Group, hob ein Argument hervor, das auch in der momentan eingeschlafenen österreichischen Diskussion zum Thema Sonntagsöffnung immer wieder vorgebracht wird: die Attraktivierung der Innenstädte, Sonntagsöffnung als Standortmarketing.

Die Initiative „Selbstbestimmter Sonntag“ wird in Deutschland jedenfalls wieder Aktionen setzen und Veranstaltungen durchführen, bundesweit und auch in einzelnen Bundesländern, auch mit weiteren Handels- und handelsnahen Unternehmen: „Wir wollen eine Debatte anstoßen, sind aber nicht gesellschaftspolitischer Verhandlungspartner. Wir vertreten nur die wirtschaftlichen Interessen unserer Unternehmen“, zitiert die LZ Fanderl.
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