dayli: dayli-Update: 355 Filialen sperren zu
 
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dayli-Update: 355 Filialen sperren zu

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Mit 355 von zuletzt noch 783 geöffneten Filialen sperrt dayli-Masseverwalter Dr. Rudolf Mitterlehner nun 45 % der Geschäfte zu. 1.261 der verbliebenen 3.345 Beschäftigten verlieren ihren Job.

Das mit Spannung erwartete Ergebnis der dayli-Prüfung durch Masseverwalter Rudolf Mitterlehner aus Linz hat drastische Konsequenzen für die Handelskette. Als Sofortmaßnahme werden 355 Filialen und das Lager in Gröbming in der Obersteiermark geschlossen. 1.261 dayli-Mitarbeiter verlieren ihren Job, wie die Gläubigerschützer der Linzer Niederlassung des KSV1870, die Creditreform und auch dayli-Neo-Eigentümer Dr. Martin Zieger in Aussendungen mitteilen. 522 Filialen, das Lager in Pöchlarn sowie die Zentrale mit 2.084 Mitarbeitern sollen fortgeführt werden. Dem entsprechenden Umlaufbeschluss habe die Mehrheit der Gläubiger schon zugestimmt.

Grund der Maßnahme sei, dass nur so weitere drohende Verluste verhindert werden können. In einem gerichtlichen Sanierungsverfahren lasee die Insolvenzordnung eine Betriebsfortführung nur zu, wenn sich dadurch der Ausfall für die Gläubiger nicht erhöhe, so KSV-Linz-Leiter Mag. Otto Zotter. Es würde nicht reichen, sich Hoffnungen auf finanzkräftige Partner zu machen. dayli-Neo-Eigentümer Zieger hatte sich noch gestern mehr Zeit gewünscht, um neue Investoren zu finden. Die hat er nun durch die massiven Filialkürzungen vorerst auch bekommen, denn die neue Situation ist noch nicht gleichbedeutend mit einem völligen Ende für dayli. Das eingebrachte Sanierungskonzept - es sah unter anderem die Schließung von Filialen vor, die nicht rentabel weitergeführt werden können - wurde damit vom Masseverwalter angenommen, sagt Zieger.


40 Millionen dringend gesucht



Jetzt gelte es laut KSV jedoch, für die Umsetzung rund 40 Millionen Euro aufzustellen. Unter anderem fehlt es den Geschäften auch mit der Reduktion um fast die Hälfte der noch offenen Standorte in allen Sortimentsbereichen an Ware. Zieger sieht die aktuelle Entwicklung dennoch positiv: "Die Entscheidung des Masseverwalters zeigt, dass das von uns vorgelegte Konzept eine Chance hat, potenzielle Investoren zu überzeugen sowie Arbeitsplätze und die Nahversorgung in Österreich zu sichern. Wir arbeiten intensiv daran das Unternehmen und die Arbeitsplätze zu erhalten. Sobald wir konkrete Ergebnisse haben, werden wir umgehend darüber informieren."


Dass es um bis zu 40 Millionen Euro Investorengeld geht oder gehen könnte, bestätigt auch das Gläubigerschutz-Unternehmen Creditreform. In der Creditreform-Aussendung liest sich das aber etwas anders. Hier heißt es, "ohne die Teilbereichsschließungen wäre ein Finanzaufwand von 25 Mio. bis 40 Mio. Euro bis Ende September nötig gewesen." Dies hätte zu einer Erhöhung des Ausfalls für die Gläubiger geführt. Durch die seit gestern laufende "-40 %"-Aktion seien die Umsätze enorm gestiegen und es hätten sich Investoren gemeldet. Seitens Creditreform hat man dem Sanierungsplan jedenfalls zugestimmt.

Zeitfenster bis Ende Juli



Das Warenlager habe noch einen Einkaufswert von 15,3 Mio. Euro, berichtet der KSV. Einiges davon sei aber nicht bezahlt und muss aufgrund von Eigentumsvorbehalten an die Lieferanten zurückgegeben werden. Diese Ware könne also nicht zum Auffüllen der Regale in den verbleibenden Filialen verwendet werden. Neue Belieferungen werden aber mutmasslich nur dann möglich sein, wenn ein Investor gefunden wird und die Bezahlung von Waren gegen Vorauskasse möglich wird. Damit steht und fällt die Sanierung von Dayli, ist auch der KSV überzeugt. Das Zeitfenster bleibt also extrem eng. "Länger als bis Ende Juli wird das nicht sein", glaubt Zotter in der KSV-Aussendung. Ohne Investor sei die heutige Maßnahme der Insolvenzverwaltung, die Schließung von 355 Filialen beim Landesgericht Linz zu beantragen, nur ein erster Schritt in Richtung einer geordneten Liquidation und müssten in den nächsten Wochen weitere Schließungen folgen. Aus dem Sanierungsverfahren würde dann ein Konkurs. Die Spannung um das Schicksal von noch gut 2.000 Arbeitsplätzen bleibe also vorerst aufrecht, so Zotter.
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