dayli: dayli-Update: Countdown und Stellungna...
 
dayli

dayli-Update: Countdown und Stellungnahme von Haberleitner

-
Rudolf Haberleitner nimmt in einer Mail an Cash Stellung.
Rudolf Haberleitner nimmt in einer Mail an Cash Stellung.

Während darüber spekuliert wird, dass es auch nach dem 31. Juli noch ein winziges Zeitfenster für die Investorensuche bei dayli geben könnte, erreichte CASH per Mail am 29. 7. eine Stellungnahme von dayli-Gründer Rudolf Haberleitner.

Bis Ende Juli sollte feststehen, ob es eine Chance für den verbliebenen Teil der insolventen Handelskette dayli mit noch rund 2.200 Mitarbeitern gibt. Am 29. 7. deutete Masseverwalter Dr. Rudolf Mitterlehner gegenüber dem Ö1-Morgenjournal des ORF aber die kleine Chance an, dass es ein noch etwas längeres Zeitfenster für die Investorensuche durch Neo-Eigentümer Dr. Martin Zieger geben könnte. Der Abverkauf der Ware in den verbliebenen Filialen sei besser gelaufen als erwartet, so Mitterlehner zum ORF, die Einnahmen könnten noch ein paar Tage länger reichen. Wie lang genau, wollte er nicht sagen: "Ein, zwei Wochen, maximal." Es gäbe aber Gespräche mit Interessenten. Dass bereits alle verbliebenen Mitarbeiter beim AMS angemeldet wurden, sei kein Indiz für den bevorstehenden Konkurs, sondern lediglich eine Vorsichtsmaßnahme um die Interessen der Gläubiger zu wahren, so Mitterlehner in einer Ausendung am 30. Juli. Gleichzeitig wurde eine weitere Minus-40-Prozent-Aktion ab 1. August angekündigt

KSV mit großen Zweifeln



Laut dem KSV1870 müssten Investoren mindestens 65 Millionen Euro auf den Tisch legen - deutlich mehr als die bisher kolportierten 40 Mio. Euro. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Konkurs abgewendet werden kann, liegt nach KSV-Einschätzung bei unter 50 Prozent. Ohne Angebot würden die restlichen dayli-Filialen geschlossen und die Gläubiger müssten sich mit einer Quote von unter zehn Prozent begnügen, kommentieren die Gläubigerschützer die Situation. Zumindest einige Filialen könnten dann aber rasch neue Mieter finden. Der spanische Bankenriese Santander hat Interesse an einzelnen Standorten für seine laufende Österreich-Expansion bekundet.

Stellungnahme des dayli-Gründers



dayli-Gründer Rudolf Haberleitner hat auf die Berichterstattung von CASH und cash.at rund um die Handelskette amit einer persönlichen E-Mail an CASH-Chefredakteurin Silvia Meißl und ihren Stellvertreter Willy Zwerger reagiert, die wir auf Nachfrage bei Herrn Haberleitner auch auf cash.at veröffentlichen dürfen. Hier der originale Wortlaut:

Liebe Frau Meißl, lieber Herr Zwerger,

habe heute einen weiteren CASH Bericht gesehen, wo über meine „Schweizer Träume“ berichtet wird. Leider unrichtig, denn ich habe nicht vor einer Woche sondern vor genau 6 Wochen mit einem Schweizer Journalisten gesprochen – und auch nicht in Basel, wurde damals schon unrichtig in einigen Medien berichtet.

Durch das Sanierungsverfahren, welches ausschließlich aufgrund des Schadens, den uns allen voran die Gewerkschaft, Kirche und Politik zugefügt haben und durch Vorverurteilungen eines Kreditschützers und der Tagespresse, eingeleitet wurde, nicht aber aufgrund eines wirklichen Insolvenztatbestandes, denn wir hätten Juni incl. Urlaubsgeld plus Krankenkassen und Finanzamt sehr wohl zahlen können, wurde all das zerschlagen, was wir aufgebaut hatten und ist jetzt Stillstand eingetreten, sodass jetzt anscheinend Politik und Handel zufrieden sind – keinesfalls zufrieden aber sind die Konsumenten, die täglich Loyalitätskundgebungen übermitteln und die eingetretene Situation verurteilen und zu tiefst bedauern – viele von ihnen werden für all das büßen müssen, was durch Boykotte und Fremdeinwirkungen angerichtet wurde – hunderttausende werden schon sehr bald gar nicht mehr einkaufen  gehen können, da die Nahversorgung tot ist und viele Konsumenten nur mit zusätzlichem Aufwand überhaupt Waren in Zukunft beziehen werden können – und wird es vor allem für Pensionisten enorme Härtefälle geben – so sozial ist unsere Gesellschaft geworden!

Ich hoffe dennoch, dass mein Konzept, welches die Verbesserung der Lebensqualität der ÖsterreicherInnen zum Ziel hat, weiterleben – wenn auch in einer etwas anderen Form – wird und so eines Tages der lebende Beweis über die Richtigkeit erbracht wird. Da man im Ausland dafür die Türen bereits geöffnet hat, die man im Inland verriegelt, werden dann eben ausländische Konsumenten in den Genuss des „Einkaufens zu Hause kommen. Und deshalb geht es bei mir nicht um die „Träume des Herrn Haberleitner“, wie Sie leider jetzt ebenfalls polarisieren, sondern um mein Wirken und meinen Willen, etwas Positives für die Allgemeinheit zu tun.  

Ich danke Ihnen jedenfalls für Ihre ansonsten stets fairen Berichterstattungen und für Ihren Glauben an mein Konzept und hoffe, dass wir uns bald wieder sehen, um neue Erfahrungen austauschen zu können. Viele wichtige Entwicklungen kann ich jetzt nicht bekannt geben, dass aber Investoren, die ich gebracht habe – und nur ich habe welche gebracht - vor der Türe stehen gelassen werden, wird wohl auch niemand verstehen können.

Have a nice dayli

Dr. Rudolf Haberleitner
stats