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dayli-Update: Es ist aus - die Streitigkeiten gehen weiter

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Da sowohl der freitägliche als auch der Mittagstermin vom 12. 8. ohne Investorenfindung verstrichen sind, müssen nun auch die bis dato noch offenen dayli-Filialen schließen. Gleichzeitig verschärfen sich die Streitigkeiten zwischen Rudolf Haberleitner und Martin Zieger.

Bis 12. August 2013 um 12 Uhr mittags hatte Masseverwalter Dr. Rudolf Mitterlehner dem neuen dayli-Eigentümer Dr. Martin Zieger Zeit geben, einen Financier zumindest für die kolportierte Bankgarantie in der Höhe von 1,15 Millionen Euro aufzutreiben. Die Hoffnung auf die für eine - vorübergehende - Sanierung notwendige Summe von 40 Millionen Euro habe man in Wahrheit ohnehin bereits vor Wochen aufgegeben. Denn jedem war klar, dass kein seriöser Investor dieser Welt in die marode Handelskette Geld stecken würde. "Bis zuletzt behaupteten die Investoren, die drohenden, laufenden Verluste abdecken zu wollen, das Geld kam aber nicht", kommentierte Mitterlehner das endgültige Aus für dayli in einer Stellungnahme.

Somit werden nicht nur die restlichen 522 dayli-Outlets geschlossen und weitere 2.200 Mitarbeiter in die Arbeitslosigkeit entlassen, sondern bereichert ein weiteres Kapitel die heimische Handelspleitenlandschaft: Nach Schlecker ist nun auch das mit vielen Ambitionen gestartete Nachfolgeunternehmen dayli Geschichte und geht als zweitgrößte Handelspleite nach dem Konsum-Zusammenbruch in die Annalen ein. Gläubigerausschuss und Gericht genehmigten die vom Insolvenzverwalter beantragte Schließung. Nach dem Insolvenzantrag am 4. Juli waren bereits 1.261 Beschäftigte abgebaut und 355 Filialen geschlossen worden. Was nun mit den jeweiligen Auslandstöchtern in Polen, Italien, Luxemburg und Belgien sowie den Handelsmanagern Hanno Rieger und Peter Krammer passiert, soll in den nächsten Tagen entschieden werden.


Streit zwischen Haberleitner und Zieger



Neo-dayli-Eigentümer Zieger gab am 12. August in Wien noch eine Pressekonferenz und kam auch in der ORF-Nachrichtensendung ZiB2 zu Wort. Zuvor ließ er in einer Aussendung durch die dayli-PR-Agentur mitteilen: "Das von uns vorgelegte Sanierungskonzept hatte eine Chance, potenzielle Investoren zu überzeugen sowie Arbeitsplätze und die Nahversorgung in Österreich zu sichern. Jedoch haben zahlreiche, nicht vorhersehbare Beeinträchtigungen bei der Investorensuche und die Kürze der Zeit dazu geführt, dass das Unternehmen leider nicht mehr gerettet werden konnte. Wir werden jedenfalls an der ordnungsgemäßen Abwicklung des Unternehmens mitwirken."

In der Pressekonferenz sparte Zieger nicht mit Kritik an dayli-Gründer und -Ex-Eigentümer Rudolf Haberleitner, was wenig später wütende Gegenangriffe Haberleitners auslöste. Er sprach gegenüber der APA von einem "Lügengebäude", das Zieger im ZiB2-Interview aufgebaut habe. Zieger „ist und war definitiv nie Eigentümer von dayli“, so Haberleitner. Auch zur dubiosen Eine-Million-Euro-Diebstahlsaffäre im italienischen Udine äußerte sich Haberleitner abermals und behauptet nun, das Geld sei nicht ihm, sondern Zieger gestohlen worden. Zieger dementierte das entschieden.
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