bauMax-Gruppe: Der bauMax wankt
 
bauMax-Gruppe

Der bauMax wankt

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Nach 2011 schreibt das Klosterneuburger Familienunternehmen auch heuer wieder gewaltige Verluste. Nun warnen bereits die Kreditversicherer.

Es sind vor allem die Geschäfte in Kroatien und Ungarn, wo bauMax mit 22 Standorten tätig ist, die ganz besonders schlechte Bilanzen erzielen. Doch generell sei das anfänglich so erfolgreiche Engagement von bauMax in den so genannten Schwellenländern vor allem in den letzten beiden Jahren von herben Verlusten begleitet, ist das Geschäft massiv eingebrochen. Insgesamt betreibt die bauMax-Gruppe 159 Märkte in neun Ländern (inklusive Österreich) und erzielte 2011 einen Umsatz vin 1,246 Milliarden Euro.

Konnte man im Geschäftsjahr 2010 noch einen Gewinn von 1,5 Millionen Euro ausweisen, lagen die Verluste 2011 bereits jenseits der 50 Millionen-Grenze. Ein Betrag, der auch heuer wieder überschritten werden dürfte, wie Vorstandsvorsitzender Martin Essl bereits im September mitteilte. Und: Man werde frühestens in drei Jahren wieder in die Gewinnzone kommen.

Bis dahin wird die Familie Essl noch einiges an privaten Geldern zuschiessen müssen - immerhin wurden bereits zwei private Stiftungen in einer Gesamthöhe von 40 Millionen Euro angezapft, um das wankende Imperium halbwegs über die Runden zu retten. Wobei vielen Branchenkennern klar ist, dass Geld alleine nicht das Allheilmittel sein wird. Da wird von schweren Managementfehlern gesprochen und vor allem von massiven Generationskonflikten zwischen Firmengründer Karl-Heinz Essl und Sohn Martin.

Um den schlingernden Kahn nun halbwegs wieder auf Kurs zu bringen, holte man bereits im Sommer die Finanzexpertin und Vizedirektorin der WU Wien, DDr. Regina Prehofer in den Aufsichtsrat und auf Wunsch der Gläubigerbanken den renommiertenUnternehmensberater Roland Berger.

Apropos Banken. Diese haben laut Wirtschaftsblatt mit dem bauMax-Management eine Art Stillhalteabkommen vereinbart und werden - zumindest vorerst - ihre Kredite nicht fällig stellen. Alles andere als 'Entwarnung kommt jedoch vom KSV 1870, die bauMax mit einem "erhöhten Risiko" bewertet haben, und vom Kreditversicherer Creditreform, der die bauMax-Bonität von "gut" auf "schwach" herunterstufte.

Seitens bauMax war man gegenüber CASH zu keiner Stellungnahme bereit.

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