SES: Der Sillpark und die Fische
 
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Der Sillpark und die Fische

Was nur wenige wissen: Das EZ Sillpark in Innsbruck verfügt über ein eigenes Wasserkraftwerk; das ist in der Shopping-Center-Branche einzigartig. Seit 1990 versorgt es den Sillpark mit Ökostrom. Seit kurzem gibt es dort eine Fischrampe.

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Diese Umweltmaßnahme setzte der Sillpark gemeinsam mit der Brenner Basistunnelgesellschaft BBT SE: Es handelt sich dabei um eine neu errichtete fischpassierbare Rampe im Bereich der Tivoli-Wehr. Die Fische können somit das Kraftwerk ungehindert in beide Richtungen passieren, die Sill sozusagen und endlich auf und ab schwimmen. Die Fischrampe entspricht den modernsten Standards, ist praktisch wartungsfrei und wie gesagt einzigartig im Shopping-Center-Bereich. Investiert wurden ca. 1,5 Millionen Euro, inkl. Förderungen von Bund und Land.

„Für uns Marktführer bei Shopping-Centern in Österreich ist Nachhaltigkeit ein enorm wichtiges Thema. Das Kraftwerk im Sillpark ist einzigartig – soweit uns bekannt ist, ist der Sillpark europaweit das einzige Shopping-Center, das ein Wasserkraftwerk hat“, erklärt Christoph Andexlinger, Head of Center Management bei SES Spar European Shopping Centers. Das Kraftwerk erzeugt im Jahr ca. 4 Millionen Kilowattstunden Strom und beliefert außerhalb der Sillpark-Öffnungszeiten auch das öffentliche Stromnetz.

Die Kooperation zwischen dem Sillpark und der BBT SE ist deshalb zustande gekommen, weil auch seitens der BBT SE eine Fischtreppe vorgesehen war: Das Gelände des Sillparks im Bereich Tivoli-Wehr hat sich als optimaler Standort für die Investition in eine gemeinsame Fischtreppe ergeben. „Die Fischrampe bedeutet Leben für die Sill und Leben für das Land. Fluss und Tunnel haben gemeinsam, dass sie verbinden“, sagt Johannes Hager, Leiter der Rechtsabteilung der BBT SE. Von den möglichen Aufstiegshilfen sei die gewählte Ausführung der fischpassierbaren Rampe die hochwertigste und technologisch state of the art. „Im Sillpark ist der Ökostrom zu Hause“, bestätigt Gerhard Moser von der Wasser-, Forst- und Energierechtsabteilung des Landes Tirol.

Dass die Fischtreppe funktioniert und dem Tierwohl zu Gute kommt, zeigen erste Beobachtungen: Schon kurz nach Fertigstellung wurden in der Sill aus dem Unterwasser der Rampe stammende Äschen aufgefunden. Auch ein vermehrtes Vorkommen von Regenbogenforellen haben die Experten bereits beobachtet. „Nach rund 70 Jahren können die Fische wieder vom Inn kommend Sill aufwärts schwimmen“, freut sich Eduard Forstenlechner von Wasser & Umwelt, dem technischen Büro für Wasserwirtschaft.
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