Intersport: Der Sportreport 2019
 
Intersport

Der Sportreport 2019

Nadine Rupp
Mathias Boenke (Intersport Deutschland, li.) und Thorsten Schmitz (Intersport Österreich) präsentierten den Sportreport 2019 © Nadine Rupp
Mathias Boenke (Intersport Deutschland, li.) und Thorsten Schmitz (Intersport Österreich) präsentierten den Sportreport 2019 © Nadine Rupp

Dieser Report ist eine groß angelegte repräsentative Studie, die das Unternehmen im Fünf-Länder-Verbund mit Österreich, Deutschland, der Slowakei, Tschechien und Ungarn durchgeführt hat.

Die Fragen, die bei dieser von Intersport veranstalteten Studie gestellt wurden, betrafen die Themen „Sport und Beruf“, „Sport und Kinder“ sowie „Sport und Natur“. Das kurz gefasste Ergebnis vorweg: Sport und Beruf lassen sich bei den wenigsten gut vereinbaren, die Befragten sind sich der großen Bedeutung von Sport für die Kinder bewusst, und Natur wird als wesentlicher Motivator für sportliche Aktivitäten wahrgenommen. Man hat 1.003 Österreicher im Alter von 14 bis 69 Jahren befragt.

Sport und Beruf

Zu den Ergebnissen im Einzelnen: Die Frage nach Sport und Beruf ist im Grunde eine Frage, die sich auf die Work-Life-Balance bezieht. Drei Viertel der Befragten versuchen, Bewegung so gut wie möglich in ihren Berufsalltag zu integrieren. Die Bereich Beruf, Familie und Sport möglichst gut auszutarieren ist aber eine Disziplin, die in Österreich nur wenige beherrschen, denn rund 72 % kommen aufgrund des vollen Terminkalenders und den familiären Verpflichtungen nicht dazu, Sport auszuüben (vgl. dazu die Daten aus der Slowakei [50 %], Tschechien [53 %] und Ungarn [59 %]). 67 % der Berufstätigen werfen regelmäßig ihre Pläne für Sport am Abend mangels Kraft und Motivation über Bord (vgl. dazu Slowakei 57 %, Tschechien 55 %, Ungarn 60 %); man ist einfach zu müde dafür. Allerdings – so zeigt der Report auch – ist der Wunsch, sich im Arbeitsalltag mehr zu bewegen, weiterhin sehr groß. Jeder zweite Österreicher will das. Auch hier liegen die Vergleichsländer mit ihren Werten darüber: Slowakei 68 %, Tschechien 62 %, Ungarn 62 %.

Sport und Kinder

So gut wie jeder Österreicher wünscht sich sportlich aktive Kinder (93 %). Interessanterweise weiß zirka ein Drittel der Eltern nicht, ob und wieviel Zeit ihr Kind eigentlich mit Sport verbringt (vgl. dazu Deutschland 36 %, Slowakei 28 %, Tschechien 27 %, Ungarn 18 %). Die Motivation dafür, dass die Sprösslinge auch Sport betreiben, sieht man bei den Freunden der Kinder: 62 % der Eltern sind davon überzeugt, dass für ihre Kinder der größte Motivator zum Sport die Freunde sind, mit denen sie das tun; Sportvereine spielen dabei eine wichtige Rolle, auch wenn die Hälfte der Eltern das Vereinsangebot in ihrer Umgebung als nicht gut empfindet. In Deutschland hingegen beurteilen 70 % der Eltern das Vereinsangebot als gut, dort sind zumindest 60 % der Kinder in einem Sportverein.

Sport und Natur

Fast 90 % der Österreicher wollen Sport im Freien betreiben. 86 % sehnen sich nach mehr Sport in der Natur (vgl. Deutschland 83 %, Slowakei 98 %, Tschechien 94 %, Ungarn 93 %). Insgesamt 59 % der sportlichen Aktivitäten machen die Österreicher dann auch im Freien (vgl. dazu Deutschland 50 %, Slowakei 57 %, Tschechien 59 %, Ungarn 51 %). Die wichtigsten Gründe für Sport im Freien sind: an der frischen Luft zu sein (78,9 %) und die Natur zu genießen (71,1 %). Im Vergleich zu den Männern übrigens sporteln Frauen vor allem im Freien, um Sonne zu tanken (70,5 %). Der Wald ist mit 62 % der beliebteste Ort für Freiluftsport, gefolgt von Wiesen/Parks und Gewässern.

Österreich wird sportlicher

Auch wenn die Österreicher in Teilbereichen schlechter abschneiden als die Vergleichsländer (siehe oben) kann man sagen: Wir treiben mehr Sport. Insgesamt 67 % der Österreicher sporteln wenigstens einmal pro Woche, jeder Dritte tut das sogar mehrmals pro Woche. Lediglich 5 % betreiben nie Sport. Warum die Österreicher Sport treiben: um die Gesundheit zu verbessern, aus Freude an der Bewegung, um in der Natur zu sein und um Stress abzubauen. Beliebte Sportarten sind Radfahren bzw. Mountainbiken (Männer), Schwimmen (Damen), Krafttraining und Yoga befinden sich im Aufwind. Sportzeit ist der Abend zwischen 18 und 21 Uhr.

Ein kritisches Wort zu den digitalen Medien

Aus dem Sportreport geht aber auch hervor, dass digitale Medien eine Ablenkung für Kinder darstellen und Handy, Internet und Social Media sportliche Aktivitäten bremsen. 72 % der Österreicher glauben, dass Kinder und Jugendliche, die häufig digitale Medien nutzen, weniger sportlich aktiv sind als andere Kinder und Jugendliche (vgl. dazu Slowakei 80 %, Tschechien 81 %, Ungarn 77 %). Allerdings ist das ein Glaube – inwieweit sich der auch aus der Realität ergibt, wäre eine eigene Untersuchung wert. Digitale Medien und soziale Netzwerke können aber auch Interesse an Sport wecken und Motivation dafür erzeugen – mehr als die Hälfte der österreichischen Bevölkerung denkt das (vgl. dazu Slowakei 62 %, Tschechien 52 %, Ungarn 49 %).

Studiendesign: Die Umfrage hat Marketagent.com durchgeführt (Online Access Panel, n = 1.003, Sample repräsentativ für die österreichische Bevölkerung zwischen 14 und 69 Jahren [Random Selection]. Dieselbe Umfrage wurde auch in Deutschland, Tschechien, der Slowakei und Ungarn durchgeführt).

„Die Ergebnisse des Intersport-Sportreports unterstreichen, wie sportlich unsere Kunden sind und dass ihnen ihre eigene Gesundheit wichtig ist. Das gilt für alle untersuchten Länder gleichermaßen. Besonders die Fitness der Kinder liegt den Befragten am Herzen. Nur wie motivieren wir unsere Kids zu mehr Bewegung? Auch wenn Sport den meisten wichtig ist, so ist es für viele immer schwieriger, Beruf, Familie und das eigene Sportprogramm zu vereinen. Als Sportartikelhändler wollen wir unsere sportbegeisterten Kunden darin unterstützen, wie sie ihre Lieblingsbetätigung am besten ausüben können“, resümiert Mathias Boenke, Vorstand von Intersport Deutschland. Thorsten Schmitz, Geschäftsführer von Intersport Austria, ergänzt: „Der Sportreport ist für uns jedes Jahr aufs Neue sehr spannend. Für Österreich kann man sagen, wir sind ein Land der Topsportler und die Natur hat eine sehr große Bedeutung für uns. Was mir aber Sorgen macht, ist, dass sich heutzutage sehr viele Menschen in der Work-Life-Balance gefangen fühlen und es auch für die Kinder immer schwieriger wird, ihnen ausreichend Sportmöglichkeiten zu bieten.“

Mathias Boenke und Thorsten Schmitz radeln, um fit zu bleiben © Nadine Rupp
Nadine Rupp
Mathias Boenke und Thorsten Schmitz radeln, um fit zu bleiben © Nadine Rupp


Thorsten Schmitz in einem seiner Intersport-Läden © Nadine Rupp
Nadine Rupp
Thorsten Schmitz in einem seiner Intersport-Läden © Nadine Rupp
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