Karriere.at: Die Arbeit von morgen
 
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Die Arbeit von morgen

karriere.at/Lukas Preisinger
V. l.: Alexander Katzmaier (Chief Product Officer, karriere.at), Arbeitsphilosoph Frank Eilers und Ute Jahn (Key Account Managerin, Marketagent.com)
V. l.: Alexander Katzmaier (Chief Product Officer, karriere.at), Arbeitsphilosoph Frank Eilers und Ute Jahn (Key Account Managerin, Marketagent.com)

Das Job-Portal karriere.at hat bei Marketagent.com eine Studie in Auftrag gegeben, „(R)Evolution Arbeit – die Berufswelt heute und morgen“, die kürzlich präsentiert wurde.

Marketagent.com befragte Österreichs Arbeitnehmer und Arbeitgeber über ihre Erwartungen, die sie in Sachen Erwerbsarbeit an die Zukunft haben. Das Ergebnis ist eine umfassende Studie, für die Marketagent 599 Interviews, repräsentativ für die österreichische Bevölkerung, online durchgeführt hat. Dabei wurden mit 515 Personen von 18 bis 60 Jahren – freiberuflich Tätige, unselbstständige Geschäftsführer/Manager, Angestellte, Beamte, (Fach-)Arbeiter, Schüler, Studenten, Lehrlinge, Arbeitssuchende, Karenzierte, Wehr- oder Zivildiener oder auf sonstige Art Berufstätige – zu Themen rund ums Arbeitsleben, um Jobsuche und Zukunft der Arbeit befragt. Man hat auch 246 Personalverantwortliche gefragt.

Wertschätzung, Spaß und ausreichend Freizeit

Diese Überschrift ist schon die Zusammenfassung, und auch wenn sie eher prospektiv ausgerichtet ist, so spiegelt sie möglicherweise auch den Ist-Stand der Befragten, sprich: Was könnte meine Firma besser machen. 91 Prozent der Befragten ist wichtig, in ihrer Arbeit wertgeschätzt zu werden. Für 88 Prozent ist entscheidend, dass die Arbeit Spaß macht. 87 Prozent legen großen Wert auf ein ausreichendes Maß an Freizeit. Eine wichtige und durchaus als selbstverständlich zu bezeichnende Erwartung an die Arbeitgeber ist vor allem finanzielle Sicherheit – 93 Prozent wollen sie. Fast ebenso viele (92 Prozent) wünschen sich vom Unternehmen ein grundlegendes Vertrauen, 82 Prozent wollen Verantwortung übertragen bekommen.

Mobile Working eher ja, Desksharing lieber nicht

Österreichs Arbeitnehmer sind durchaus flexibel: 32 Prozent der Beschäftigten haben die Möglichkeit für Mobile Working, können also auch von daheim aus arbeiten. Regelmäßig nützen tun es aber nur zwölf Prozent, 15 Prozent tun es hin und wieder und fünf Prozent gar nicht, obwohl die die Möglichkeit dazu hätten. Das Desksharing hingegen, neudeutsch für „den Schreibtisch mit Kollegen teilen“, ist eher unbeliebt: Neun Prozent tun es regelmäßig, zehn Prozent hin und wieder, vier Prozent gar nicht, obwohl die die Möglichkeit dazu hätten.

Und was HR glaubt …

Die Human-Resources-Kräfte haben, Zeiteinteilung und Heimarbeit ausgenommen, eine ziemlich andere Einschätzung als die Arbeitnehmer: Aus ihrer Sicht rangieren bei Bewerbern flexible Arbeitszeiten an oberster Stelle (87 Prozent), auf Platz zwei folgen Home-Office bzw. Remote Work (70 Prozent), auf Platz drei eine unmittelbare Parkmöglichkeit (64 Prozent). Mit 60 Prozent kommen erst dann Prämien. Danach gefragt, was Unternehmen ihren Mitarbeitern bieten, antworteten jeweils etwa drei Viertel der Personalentscheider mit „gutes Arbeitsklima“ (80 Prozent), „interessante Aufgaben“ (76 Prozent) und mit „sicherer Arbeitsplatz“ (75 Prozent).

Gefragt nach Digitalisierungsbestrebungen, erklärten 72 Prozent der Personalchefs, dass Artificial Intelligence in ihrem Unternehmen überhaupt nicht angewendet wird. Bei 15 Prozent der Befragten kommt KI in der Datenanalyse zum Einsatz, bei neun Prozent in der Steuerung von Maschinen und Geräten, bei 7 Prozent in der Kundenbetreuung. Bei den Arbeitnehmern sieht das so – und durchaus angstbesetzt –  aus: Mehr als jeder Zweite – 51 Prozent – fürchtet durch die Digitalisierung den Verlust vieler Arbeitsplätze. Bei den 18- bis 29-Jährigen sowie Personen ohne Matura und Arbeitern ist der Anteil höher. Insgesamt 18 Prozent plagen Ängste um den eigenen Job. Noch viel stärker davon betroffen sind junge Menschen: In dieser Gruppe antworteten 29 Prozent so.
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