Greenpeace: Die Haltbarkeits-Langzeittestbila...
 
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Die Haltbarkeits-Langzeittestbilanz

Greenpeace / Mitja Kobal
Hanna Simons, Sprecherin von Greenpeace in Österreich, mit den getesteten Lebensmitteln © Greenpeace / Mitja Kobal
Hanna Simons, Sprecherin von Greenpeace in Österreich, mit den getesteten Lebensmitteln © Greenpeace / Mitja Kobal

Knapp vier Monate nach Start des Greenpeace-Langzeittests zur Haltbarkeit von Lebensmitteln veröffentlicht die Umweltschutzorganisation nun die Bilanz dieser Untersuchung.

Man hat acht verschiedene Produkte getestet, und zwar alle zwei Wochen jeweils nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums (MHD). Das Ergebnis: Drei davon sind auch nach 16 Wochen immer noch genießbar – und zwar Joghurt, Soja-Joghurt und Tofu. Insgesamt hielten sieben der acht Lebensmittel weit über das MHD hinaus. Daher fordert Greenpeace von den Lebensmittelherstellern verlängerte MHD sowie ganz allgemein politische Maßnahmen gegen unrealistische Mindesthaltbarkeitsdaten.

Der Greenpeace-Test belegt anschaulich, wie offensichtlich wenig aussagekräftig die derzeitigen Mindesthaltbarkeitsdaten sind. Eier, Schnittkäse, Joghurt, abgepackte Wurst und abgepackter Kuchen, Räuchertofu, veganer Brotaufstrich und Soja-Joghurt wurden im Labor der Lebensmittelversuchsanstalt in Klosterneuburg regelmäßig mikrobiologisch und sensorisch untersucht. Bis auf den Brotaufstrich, der schon beim ersten Test zwei Wochen nach Ablauf des MHD ausschied, hielten alle Produkte weit darüber hinaus. Der Käse war sechs Wochen über dem MHD noch genießbar, Kuchen und Salami hielten acht Wochen darüber hinaus, bei den Eiern waren es beachtliche zehn Wochen. Joghurt, Soja-Joghurt und Tofu sind sogar am Ende des ursprünglich für 16 Wochen angelegten Tests noch in Ordnung.

Greenpeace empfiehlt den Konsumenten, für eine längere Haltbarkeit auf die richtige Lagerung von Lebensmitteln zu achten. „Fast alle Produkte mögen es gerne dunkel, kühl und trocken“, erklärt Hanna Simons, Sprecherin von Greenpeace in Österreich. Allgemein rät die Umweltschutzorganisation, sich eher auf die eigenen Sinne zu verlassen als auf ein oft viel zu frühzeitig gewähltes MHD. Schauen, riechen, Konsistenz prüfen und ein wenig davon kosten – das führe in der Regel zu einem verlässlichen Urteil über die Ware.

„Wer schaut, riecht, die Konsistenz prüft und eine kleine Menge kostet, bildet sich in der Regel selbst das richtige Urteil“, sagt Simons und fügt hinzu: „Viele Menschen in Österreich setzen beim Thema MHD schon jetzt ihren Hausverstand ein. Nun ist es an der Zeit, dass auch die Politik vernünftig handelt und entsprechende Maßnahmen ergreift.“

Eine Infografik aus dem Test © Greenpeace
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Eine Infografik aus dem Test © Greenpeace
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