CASH Impuls Dialogforum 2018: Die Jagd auf ju...
 
CASH Impuls Dialogforum 2018

Die Jagd auf junge Käuferschichten

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Michael Wottawa, Managing Director GfK, Manstein Verlag-GF Dagmar Lang, Stephan Knäble, Head of Consumer Panels GfK, CASH-Chefredakteurin Silvia Meißl, Robert Kecskes, Senior Insights Director GfK, WKO Bundessparte Handel-GF Iris Thalbauer und Ulf Schätzel, Director Shopper GfK Österreich (Foto: Markus Wache)
Michael Wottawa, Managing Director GfK, Manstein Verlag-GF Dagmar Lang, Stephan Knäble, Head of Consumer Panels GfK, CASH-Chefredakteurin Silvia Meißl, Robert Kecskes, Senior Insights Director GfK, WKO Bundessparte Handel-GF Iris Thalbauer und Ulf Schätzel, Director Shopper GfK Österreich (Foto: Markus Wache)

So lautete das Motto des diesjährigen CASH Impuls Dialogforums, das sich der Fragestellung widmete, wie junge Käuferschichten zum Aufstieg der Discounter beigetragen haben und was das für die konventionellen Händler bedeutet.

Das diesjährige CASH Impuls Dialogforum holte mithilfe des neuen Kooperationspartners GfK, das „Unternehmergespräch Kronberg“ nach Österreich, das bisher 36 Mal in Deutschland über die Bühne ging. Das Thema der Veranstaltung könnte angesichts der jüngsten Aufholjagd der Discounter, akueller kaum sein.

Am Abend des 22. Jänners drehte sich daher alles um „Die Jagd auf junge Käuferschichten“ und wie Händler diese für sich gewinnen können. Rund 100 geladene Gäste kamen zum gemeinsamen Gedankenaustausch in die Sky-Lounge der Wirtschaftskammer Österreich und lauschten den spannenden Vorträgen der GfK-Marktforscher.

Einer von ihnen, Robert Kecskes, Senior Insights Director, glaubt, dass die Millennials eine zentrale Gruppe für die FMCG-Branche sind. Diese Personengruppe geht aus Zeitgründen nicht gerne Einkaufen, hat ein hohes moralisches Niveau, wird nicht ausschließlich durch den Preis getrieben und durchschaut Pseudo-Nachhaltigkeits-Konzepte, die nicht ins Händlerimage passen. Will man diese Gruppe der unter 40-Jährigen als Kunden gewinnen, muss man ernsthafte Maßnahmen setzen und manch einer sogar das Unternehmensbild verändern.

Retailer müssen zur Marke werden
Stephan Knäble, der als Head of Consumer Panels GfK das weltweite Consumer-Geschäft des Marktforschungsunternehmens verantwortet, erklärt das überproportionale Wachstum, das den Discountern 2017 in Österreich und Deutschland gelungen ist, vor allem mit der Rekrutierung von jüngeren Shoppern. Das Paradebeispiel wie junge Käuferschichten zurück in die Geschäfte geholt werden, liefert Aldi.

Der Discounter hatte in den letzten Jahren zunehmend junge Käufer verloren, da er verabsäumt hatte, auf die Veränderungen, die diese Gruppe durchlaufen hat, zu reagieren. Die Käuferschicht hat heute andere Werte als noch vor 15 Jahren und Aldi passte da nicht ins Bild. Seit dieser Erkenntnis ändert sich Aldi mit großem Tempo und punktet bei den Jungen u.a. durch Listungen von Markenartikeln, den Ausbau des Frischeangebots, aber auch durch eine intensive, emotionale Kommunikation und neue Nachhaltigkeitsiniativen. Mit dem Markenangebot zieht Aldi v.a. Markenumsätze vom sonstigen Handel ab. Eine Kannibalisierung würde etwa nur bei einem Viertel der Gewinne stattfinden.

Für die Supermärkte sehen die GfK-Spezialisten Wachstumsmöglichkeiten durch Profilschärfe und den Fokus auf bestimmte Segmente wie Premium. Retailer müssten versuchen, selbst zur Marke zu werden, anstatt nur Marken zu listen. Was ihre eigenen Marken betrifft, so glauben die GfK-Experten, dass Handelsmarken mit Mehrwert zulasten der Mittemarken wachsen werden, während Marktführer und Premiummarken ihre Positionen verteidigen werden.
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