RegioData Research: Die Kaufkraft steigt
 
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Bei einer Inflationserwartung für dieses Jahr von rund 2,2 Prozent geht RegioData Research von einem realen Anstieg der Kaufkraft von 0,8 Prozent für 2012 aus.

Die österreichische Regierung plant neue Steuern und Ausgabenkürzungen. Unabhängig davon, welche der besprochenen Maßnahmen tatsächlich kommen werden, eines kann man jetzt schon sagen: Die Kaufkraft in Österreich wird 2012 trotzdem real wachsen.

Anders als etwa in Griechenland oder Ungarn ist die Krise in den Geldbörsen österreichischer Konsumenten bisher nicht wirklich angekommen. Damit die Kaufkraft in einem Land wie Österreich zurückgeht, bräuchte es Einsparungen, die insbesondere die Löhne der unselbstständig Beschäftigten massiv betreffen bzw. ein starkes Ansteigen der Arbeitslosigkeit. Denn die Einkommen der rund 3,7 Mio. unselbständig Beschäftigen stellen rund 85 Prozent und damit das Gros des gesamten Kaufkraftvolumens von rund 153,5 Milliarden Euro dar. Die neuen Spar- und Steuerpakete enthalten jedoch keine gravierenden Maßnahmen, die sich direkt auf den Konsum dieser Mehrheit auswirken würden.

Natürlich würde die Einführung neuer Steuern – sollten sie so beschlossen werden – Nachteile für bestimmte Gruppen bringen. So würde eine Umwidmungsabgabe, eine Finanztransaktionssteuer oder eine Solidarabgabe für Besserverdiener weniger Geld für jene Gruppen bedeuten, die davon betroffen sind – Grundstückseigentümer, Aktienhändlern oder Großverdiener. Diese und ähnliche Steuermaßnahmen sollen jedoch bis Ende 2016 in Summe rund 7,5 Milliarden Euro dem Staat bringen. Dies macht nur circa 5 Prozent des gesamten jährlichen Kaufkraftvolumens Österreichs aus. Ebenso würden sich eine Nulllohnrunde oder Kürzungen von Pensionen und Beamtengehältern auf die Kaufkraft dieser Gruppen auswirken. In Summe würde die Kaufkraft in Österreich jedoch nur dann sinken, wenn es massive Lohnkürzungen in der Privatwirtschaft oder eine hohe Arbeitslosigkeit gäbe.

Gerade diese Faktoren sind momentan aber nach wie vor sehr günstig: Ende 2011 gab es relativ gute Lohnabschlüsse und die Arbeitslosigkeit war mit 4,1 Prozent für Dezember 2011 die niedrigste im gesamten EU-Raum.

Bei einer Inflationserwartung für dieses Jahr von rund 2,2 Prozent geht RegioData Research von einem realen Anstieg der Kaufkraft von 0,8 Prozent für 2012 aus.
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