CASH Handelsforum 2014: Die Lage ist besser a...
 
CASH Handelsforum 2014

Die Lage ist besser als die Stimmung

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Stefan Bruckbauer, Chefvolkswirt von UniCredit Bank Austria @ Johannes Brunnbauer
Stefan Bruckbauer, Chefvolkswirt von UniCredit Bank Austria @ Johannes Brunnbauer

Laut Berechungungen der UniCredit Bank Austria soll Österreichs Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2014 um 2,0 Prozent und 2015 um 2,1 Prozent wachsen.

Auch die weltweiten Einkaufsmanger Indices zeigen aktuell Werte größer als 50, was als Wachstumsindikator gewertet wird. Diese durchwegs positiven Zahlen spiegeln sich in der Stimmung von Österreichs Bevölkerung jedoch noch nicht wider.
Mag. Stefan Bruckbauer, Chefvolkswirt der UniCredit Bank Austria, ortet dafür mehrere Gründe. So ist etwa der in der Industrie bereits spürbare Aufschwung noch nicht im breitflächig über das Land verteilten Gewerbe angekommen. Weiters hat es laut Bruckbauer die Politik verabsäumt, die bei der Konsolidierung der Staatshaushalte erzielten Erfolge entsprechend zu kommunizieren. "Die Staaten müssen nicht mehr so brutale Sparpakete verabschieden, dass dadurch die Konjunktur gleich total zusammengehauen wird", so Bruckbauer. Zu einem gewissen Teil gab Bruckbauer auch den Medien die Schuld, die negative Meldungen weit häufiger wiederholen würden als positive.

Bruckbauer räumte weiters mit einem in den letzten Wochen und Monaten verbreiteten Gerücht auf, dass die vom Staat übernommenen Banken Hypo Alpe Adria und ÖVAG (Volksbank) die Zukunft Österreichs ruinieren würden. Die Übernahmen haben zwar 21 Mrd. Euro gekostet, gleichzeitig habe man jedoch laut Bruckbauer auch Assets im Wert von 14 Mrd. Euro erhalten. Zudem werden über die Bankenabgabe 4 Mrd. Euro in die Staatskassen gespült. Bleiben gerundet Kosten von rund 2 Mrd. Euro oder 0,7 Prozent vom BIP für die Bankenrettung. In Deutschland etwa war der BIP-Anteil für Bankenrettungen mit drei Prozent weit höher, so Bruckbauer.
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