ECR Infotag 2013: Die neue Welt der Konsument...
 
ECR Infotag 2013

Die neue Welt der Konsumenten

-
Foto: Johannes Brunnbauer
Foto: Johannes Brunnbauer

Einen ganzen Tag lang beleuchteten Experten die neue, digitalisierte Welt des Einkaufens und wie sich diese auf den Konsumenten auswirkt.

Mit neuem Teilnehmerrekord von 450 Interessierten bot der diesjährige Infotag von ECR Austria ein überaus kurzweiliges, spannendes und abwechslungsreiches Programm ganz im Zeichen von Multichanneling, dem Internet der Dinge und völlig neuen shopper-Typologien.

Wie weit die Vernetzung unseres Lebens bereits fortgeschritten ist und noch weiter fortschreiten wird erläuterte Professor Elgar Fleisch von der ETH Zürich & Universität St. Gallen in seinem Referat zum Thema "Wie das Internet der Dinge unseren Alltag prägt". Denn während bis dato "nur" jeder Mensch respektive jedes Unternehmen oder jede Interessensgemeinschaft eine Homepage pflegte und diese mittels physischem Eintippen am Leben erhielt, sind es derzeit die Gegenstände, die - dynamisch generiert - Homepages betreiben und bestens miteinander vernetzt sind. Was nicht nur kostengünstiger ist, sondern auch weitaus schneller funktioniert, da der Kosten- und Zeitfaktor Mensch quasi ausgeschlossen ist.

Fleischs Beispiele begannen bei selbstbestellenden Kisten, führten über empfängnisbereite Kühe zum optimalen Besamungszeitpunkt bis hin zu entlaufenen Hunden und Katzen sowie Alarmanlagen via Glühbirnen. Definitive Highlights dabei: Hinkünftige Parkplatzsuche wird mittels Chips stattfinden, was nicht nur die Suche an sich erleichtert, sondern auch die Parkraumbewirtschaftung. Und: Ein Sensor, der den Wasserverbrauch bei Duschen misst und diesen dadurch um mehr als 20 Prozent zu reduzieren hilft.

Philipp Riederle, 19-jähriger Podcaster und wahrscheinlich der jüngste Unternehmensberater der Welt, räumte nicht nur mit Vorurteilen die Mythen rund um die viruelle Welt der Jugend auf, sondern umriss in eindrucksvoller Manier die wichtigsten Grundbedürfnisse junger Konsumenten und ihr Verhalten dazu. die wichtigsten Botschaften daraus: Intensive Internet-User haben letztendlich ein weitaus besser funktionierendes Sozialleben als bisher vermutet und Werte wie Familie, Beziehung und Heimat werden zusehends wichtiger.

Eine eigene ECR Arbeitsgruppe beschäftigte sich gemeinsam mit der GfK mit neuen Shopper-Typologien und kam zu dem Schluß, dass im Grunde fünf Typen hervorstechen: Schnäppchenjäger, Flexible, Bevorrater, Premium-Käufer und diskont-Käufer. Die Basis dafür: das GfK-Haushaltspanel, also das definitive Kaufverhalten, gepaart mit Fragen in Sachen einstellungen zum einkaufen.

In der Podiumsdiskussion zum Tagungsthema, hervorragend geleitet von Armin Wolf, diskutierten Vertreter der Markenartikelindustrie mit jenen des Handels über das mittlerweile ziemlich spannungsgeladene Verhältnis zwischen stationärem Handel und Online-Shops, wobei einmal mehr zum Tragen kam, dass die Online-Erlöse zum Beispiel bei Billa nicht einmal ein Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen und nicht zuletzt deshalb dieser Vertriebskanal für die Spar auch derzeit - ausserhalb der weinwelt.at - nicht in Frage kommt.

Die beiden ECR austria Co-Chairmen Erich Riegler und Alfred Schrott präsentierten die Ergebnisse der ECR Arbeitsgruppe "Trusted Data" und machten das Produkt GS1 Sync. schmackhaft, eine B2C-Plattform zum Austausch digitaler Artikeldaten.

Was man - zumindest als fingerflinker Magier - mit einem iPad alles anstellen kann, servierte Simon Pierro nach dem Mittagsbuffet quasi als willkommenes Dessert, wobei er auf ziemlich eindrucksvolle Weise die Grenzen zwischen physischer und virtueller Welt verschwimmen ließ.

Abschließend beantwortete Strategic Insights Consultents Oliver Koll die Frage, ob E-Commerce eine Chance oder eine Bedrohung darstelle mit einem klaren Sowohl-als-auch und bekamen die Absolventen des Kurses zum Zertifizierten ECR-Managers sowie die Gewinner des Student Awards unter der bewährten Leitung von Arnold C. Steinbrecher ihre begehrten Trophäen.
stats