Ernst & Young: Digitalisierung und Arbeitspla...
 
Ernst & Young

Digitalisierung und Arbeitsplatz

EY
Ingrid Rattinger, Managing Partnerin Talent bei EY Österreich © EY
Ingrid Rattinger, Managing Partnerin Talent bei EY Österreich © EY

Die Digitalisierung macht nicht nur Hoffnung, sondern schürt auch Ängste. Einer EY-Studie zufolge hat jeder Sechste Angst um seinen Arbeitsplatz.

Ernst & Young (EY) hat wieder eine Jobstudie erstellt, für die 1.001 Arbeitnehmer in Österreich befragt wurden. Es ging darum, inwieweit die Digitalisierung den Arbeitsalltag beeinflusst und möglicherweise dazu führt, dass Aufgaben erheblich verändert oder sogar ersetzt werden können. Bei rund sieben von zehn Arbeitnehmern (69 Prozent) hat die Digitalisierung nach eigener Aussage bereits einen großen oder sehr großen Einfluss auf den Arbeitsalltag. Gar keine Einwirkung spürt gerade einmal jeder 25. Arbeitnehmer (4 Prozent).

Dabei ist klar, dass die Auswirkungen der Digitalisierung auf den Arbeitsalltag von Branche zu Branche verschieden ist, weswegen die Werte der Umfrage beträchtlich variieren: In der Telekommunikationsbranche etwa bewerten erwartungsgemäß zwei von drei Beschäftigten (68 Prozent) den Einfluss als sehr hoch. Stark überdurchschnittlich ist die Bedeutung der Digitalisierung auch im Banken- und Versicherungswesen – für jeden Zweiten (48 Prozent) ist der Arbeitsalltag vom digitalen Wandel geprägt. Vergleichsweise gering ist der digitale Einfluss in der Bauwirtschaft (10 Prozent) und im Handel (14 Prozent). Bei 82 Prozent der Befragten wirkt sich die Digitalisierung in Form von neuen Programmen und IT-Anwendungen aus. Mehr als sieben von zehn Beschäftigten (72 Prozent) arbeiten vermehrt mit internetfähigen Arbeitsgeräten wie Tablets oder Smartphones, hier geht es oftmals um automatisierter Arbeitsabläufe.

Ingrid Rattinger, Managing Partnerin Talent bei EY Österreich, sieht auch in Zukunft zahlreiche Veränderungen, die durch die Digitalisierung hervorgerufen sein werden: „Bei fast jedem zweiten Beschäftigten haben neue Technologien schon in der Vergangenheit Teile der Arbeit ersetzt. Diese Entwicklung wird sich fortsetzen und macht sich auch in den Ergebnissen bemerkbar –  denn drei Viertel der Beschäftigten gehen davon aus, dass sich durch die Digitalisierung ihr eigener Aufgabenbereich zukünftig verändern wird. Und jeder Vierte rechnet sogar mit einer erheblichen Veränderung.“

Schaffe ich das?

Mehr als neun von zehn Beschäftigten in Österreich (94 Prozent) fühlen sich den Veränderungen, die die Digitalisierung im Beruf mit sich bringt, meistens oder immer gewachsen. Damit dürfte die Frage, ob man das schafft, positiv beantwortet sein. Interessant dabei ist, dass sich ältere Arbeitnehmer als besser gewappnet einschätzen als jüngere: Bei jenen über 50 fühlen sich nur fünf Prozent den neuen Anforderungen selten oder nie gewachsen, bei den 21- bis 50-Jährigen jedoch sieben, bei den Arbeitnehmern unter 20 Jahren immerhin sechs Prozent. Vielleicht hängt das damit zusammen, dass die Generation 50plus das Internet und die damit einhergehende Digitalisierung quasi „erfunden“ hat. Was Handel und und Bauwirtschaft betrifft, so fühlt sogar mehr als jeder zehnte Befragte (12 bzw. 11 Prozent), dass er mit den Veränderungen nicht mehr Schritt halten kann. Im Banken- und Versicherungswesen gibt es diese Verunsicherung fast überhaupt nicht.

„Auch wenn die Mehrheit der Arbeitnehmer der Digitalisierung gegenüber positiv gestimmt ist und sich an die Veränderungen anpasst, gibt es auch eine gewisse Angst vor der Zukunft. Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung in den nächsten zehn Jahren auf meinen Job? Diese Frage ist bei den rasanten Entwicklungen schwierig zu beantworten. Daher ist es wichtig, in die Fort- und Weiterbildung von Mitarbeitern zu investieren und sie bei wichtigen digitalen Veränderungen von Beginn an zu involvieren“, rät Ingrid Rattinger von EY Österreich.
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