dm drogerie markt: Richtungsweisendes OTC-Ver...
 
dm drogerie markt

Richtungsweisendes OTC-Verfahren gestartet

dm/Marco Riebler

Der Verfassungsgerichtshof prüft derzeit den von dm drogerie markt eingebrachten Antrag zum Apothekenmonopol beim Verkauf rezeptfreier Arzneimittel in Österreich. Der Ausgang des Verfahrens wird für den Markt mit OTC (over the counter) richtungsweisend sein.

Der von dm drogerie markt eingebrachte Antrag auf Prüfung des Apothekenmonopols wurde nach mehrmaliger Abweisung aus formalen Gründen, nun angenommen und wird derzeit geprüft, heißt es seitens dm. Der Drogerieriese versucht bereits seit 2018 das Recht auf den Verkauf rezeptfreier Medikamente durchzusetzen. "Die rasante Entwicklung von Internet-Apotheken zeigt den Bedarf auf, geprüfte Qualität zu günstigeren Preisen anzubieten und dabei attraktive Alternativen zu den oft dubiosen Online-Anbietern zu schaffen", sagt dm-Geschäftsführer Harald Bauer. In einer Studie aus dem Jahr 2018 kam die Bundeswettbewerbsbehörde zum Ergebnis, dass eine Liberalisierung des Marktes für OTC-Arzneimittel aus Sicht der Konsumenten wünschenswert wäre, da es dadurch zu einer Verbesserung der Arzneimittelversorgung und zu einem größeren Preis- und Qualitätswettbewerb käme. 

Den Befürworter des Apothekenvorbehalts, die auf die Notwendigkeit einer fachkundigen Beratung und auf die Sicherung der wirtschaftlichen Existenz öffentlicher Apotheken verweisen, entgegnet Bauer, dass eine fachkompetente Beratung auch in Drogerien gewährleistet werden kann, ähnlich wie beim Online-Versand österreichischer Apotheken durch Gratis-Hotlines zu ausgebildeten Pharmazeuten. Das Argument der Existenzgefährdung der Apotheken hat die Bundeswettbewerbsbehörde ebenfalls untersucht und widerlegt: Der Handel mit rezeptfreien Arzneimitteln macht nur einen geringen Teil der Apothekenumsätze aus, den hauptsächlichen Umsatz erzielen Apotheken mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln. Viele hätten ihr Geschäftsfeld mit dem Verkauf von Kosmetikprodukten und Nahrungsergänzungsmitteln zudem weit in den angestammten Bereich der Drogerien erweitert, heißt es seitens dm. 

"Diese Umstände haben auch eine wesentliche rechtliche Bedeutung", sagt dm-Anwalt und Verfassungsexperte Mathis Fister. "Denn die verfassungsrechtliche Rechtfertigung des Apothekenvorbehalts hängt entscheidend davon ab, ob sich dafür sachliche, im öffentlichen Interesse gelegene Gründe anführen lassen."  

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