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E-Special: Mobilfunk im Handel

Preisschlacht um den günstigsten Tarif

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Unter den Handels-Mobilfunkern herrscht ein Wettkampf um das beste Angebot. Unterscheidungsmerkmale sind die Größe des Datenvolumens, Download-Geschwindigkeiten und die Einbindung in Treueprogramme.

Günstige Preise beschränken sich im LEH nicht nur auf Verbrauchsgüter: Mit dem Eintritt in den Mobilfunkmarkt haben Spar, Hofer, Lidl und Tchibo/Eduscho den Preisdruck in der Branche deutlich erhöht. Kein Aktivierungsentgelt, jederzeit kündbar, keine jährliche Servicepauschale – die Handels-Mobilfunker machen es den "klassischen" Netzanbietern nicht leicht. Dabei würde es ohne sie die Tarife der Handelsketten gar nicht geben. So stellt Magenta – ehemals T-Mobile – etwa HoT und S-Budget Mobile das Handynetz zur Verfügung. Die beiden neuesten Martteilnehmer, Tchibo Mobil und Lidl Connect, klinken sich hingegen in das Netz von Drei Hutchinson ein. Je nach Händler werden unterschiedliche Preise, Datenvolumen und sogar Vertragsdauern und Extras angeboten.

S-Budget Mobile - Spar

Drei „Größen“ werden beim Spar-Mobilfunker im Magenta-Netz angeboten: Small, Medium, Large und X-Large. Die „Small“-Variante fürs kleine Börserl kostet mit 3,9 Cent pro SMS oder telefonierter Minute und 0,9 Cent pro Megabyte genauso viel wie HoT. Bei den anderen Tarifen sind jeweils 1.500 Minuten oder SMS enthalten, die Datenvolumen variieren von 8 über 10 bis hin zu 15 Gigabyte. Die reine Surf-Variante "Connect" umfasst hingegen 7 Gigabyte. Die Downloadgeschwindigkeit liegt bei jeweils 100 Mbit, wobei der Tarif "Large" hier mit 150 Mbit die Ausnahme bildet. Spar-Unternehmenssprecherin Nicole Berkmann erklärt den Ausreißer nach oben: "Wir versuchen möglichst allen Kundenwünschen gerecht zu werden und nehmen deren Feedback ernst. Aus diesem Grund haben wir zusätzlich einen Tarif entwickelt, der neben viel Datenvolumen auch noch mehr Datengeschwindigkeit beinhaltet." Wird das Datenvolumen – unabhängig vom Tarif – nicht aufgebraucht, kann es bis zum doppelten Monatsvolumen in den Folgemonat mitgenommen werden.
Der Preis für S-Budget Mobile startet bei 9,90 Euro, der teuerste Tarif kostet 14,90 Euro.

HoT - Hofer

HoT, der kundenreichste Anbieter ohne eigenes Netz, hat immer wieder mit Preisreduktionen und Steigerungen des Datenvolumens für Aufmerksamkeit gesorgt. Aktuell werden zwei Tarife – "fix" und "fix Mega" – angeboten, die jeweils 1.000 Freiminuten oder SMS enthalten. Mit einer 100 Mbit-Übertragungsrate stehen bei "fix" 8 Gigabyte und bei "fix Mega" 15 Gigabyte zur Verfügung, wobei ersterer Tarif eine mittlerweile kostenlose "Datenreserve" von 3 Gigabyte hat und bei letzterem die Datenmenge auf Wunsch gratis verdoppelt wird. Neben der Telefonie gibt es auch zwei reine Daten-Tarife: "data" bietet 6 Gigabyte bei 100 Mbit und bei „data unlimited“ kann ohne Obergrenze gesurft werden – dafür nur mit 30 Mbit. HoT flex bietet eine genaue Abrechnung ohne Pauschal-Angebot und kostet 3,9 Cent pro Minute oder SMS sowie 0,9 Cent pro Megabyte.
Während man bei HoT ab 9,90 Euro telefonieren und surfen kann, ist das teuerste Produkt der unbegrenzte Surf-Tarif um 19,90 Euro.

Lidl Mobile - Lidl

Der Diskonter mischt seit Juli 2019 im Mobilfunkmarkt mit. Telefonie-Tarife gibt es drei: Limbo L, Limbo XL und Limbo Ö. Während die Versionen L und XL 1.000 bzw. 1.500 Minuten und SMS und 8 bzw. 30 Gigabyte bieten, ist Limbo Ö eine Besonderheit unter den Tarifangeboten. Mit 8 Euro monatlich stellt man nämlich den günstigsten Handels-Tarif in Österreich zur Verfügung, allerdings kann dieser im Ausland im Gegensatz zu anderen Verträgen nicht genutzt werden. Im Package enthalten sind 1.000 Minuten und SMS sowie 7 Gigabyte. Die Datentarife Limbo Data und Limbo Surf umfassen 10 Gigabyte bzw. unlimitiertes Datenvolumen. Unterwegs ist man mit allen Limbo-Tarifen mit 100 Mbit, bis auf Limbo Surf, hier sind es 30 Mbit. Mit Limbo Basic wird ein verbrauchsbasierter Tarif geboten, der genauso wie die Konkurrenz 3,9 Cent pro Minute oder SMS sowie 0,9 Cent pro Megabyte kostet.
Zusammenfassend liegt die Preisspanne bei Lidl Mobile zwischen 8 und 19,50 Euro (für unlimitierten Internet-Zugang).

Tchibo mobil - Tchibo/Eduscho

Beim Röstkaffeemarktführer, der die Kunden auch mit einem wöchentlich wechselnden Non-Food-Sortiment in seinen Läden überrascht, sind die Tarife unterschiedlich gestaffelt. Jeweils 30 Tage Laufzeit haben die Optionen "Privat Smart" und "Privat Large" (1.000 Minuten und 500 SMS, 8 bzw. 15 Gigabyte) sowie "Privat Vielsurfer", bei dem 20 GB (inkl. Datenmitnahme in den Folgemonat) inkludiert sind, jedoch jede Minute und SMS einzeln abgerechnet wird. Mit 180 Tagen Laufzeit bietet "Privat Super Smart" die Konditionen von "Privat Smart" zu einem günstigeren Preis. Wem das noch nicht ausreicht, der kann fast ein ganzes Jahr mit "Privat Giga Smart" telefonieren und surfen, der Tarif gilt für 12 mal 30 Tage.
Kostentechnisch bewegen sich die Angebote zwischen 9,90 Euro für Privat Smart und 99 Euro für den Jahres-Tarif.

Fazit

Bei den Tarifen der Handelsketten erhalten Kunden viel für wenig Geld – besonders im Vergleich zum Angebot in Deutschland hat Österreich als günstiges Telefonie-Land die Nase vorne. Obwohl das Preisniveau der erwähnten Anbieter durchgehend niedrig ist, hat Lidl durch den 8-Euro-Tarif den Druck auf die Konkurrenz erhöht. HoT sticht durch die kostenlose Datenreserve hervor, durch der den Kunden bis zu 30 Gigabyte pro Monat zur Verfügung stehen. Um hier mithalten zu können bieten S-Budget Mobile und Tchibo mobil die Mitnahme der unverbrauchten Daten in den Folgemonat an. Unterscheidungsmerkmale finden sich also nicht nur beim Preis, obwohl die Diskonter aktuell – wie bei anderen Produktkategorien auch – wenig überraschend das Niedrigpreissegment bedienen die Mitbewerber zur Innovation zwingen.
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