E-Special/Soziales Unternehmertum: Unternehme...
 
E-Special/Soziales Unternehmertum

Unternehmen mit sozialem Impact gehört die Zukunft

Adam Jang/Unsplash.com

Soziales und gleichzeitig unternehmerisches Denken und Handeln schließen sich nicht aus. Im Gegenteil. Es ist ein Zukunftsmodell, das vor allem in der Start-up-Szene auf dem Vormarsch ist.

Wie viel soziales Engagement verträgt ein wirtschaftlich orientiertes Unternehmen? Die Antwort: Jede Menge. Das wusste auch schon der französische Literat und Unternehmensberater Daniel Goeudevert, der meinte: „Wenn wir es schaffen, Moral und Ethik in unser wirtschaftliches Handeln mit einzubeziehen, werden wir noch größeren Erfolg haben. Zu deutsch: mehr Geld verdienen.“ Ob man aus einem hohen sozialen Anspruch tatsächlich auch mehr Profit schlagen kann, sei dahin gestellt, er macht ein Unternehmen aber zumindest gesellschaftlich wertvoller. Sogenannte Impact Brands stehen derzeit hoch im Kurs, also Unternehmen, die neben einer wirtschaftlichen Ausrichtung auch eine klare nachhaltige oder soziale Mission haben und für die CSR nicht nur eine Worthülse ist.

Marken mit impact

Zwar glauben einer aktuellen Studie von BrandTrust zu Folge lediglich 8 Prozent der 16- bis 60-Jährigen im DACH-Raum, dass Unternehmen tatsächlich rundum verantwortungsvoll agieren, allerdings schreiben ihnen 72 Prozent der Befragten die Kompetenz und auch die Möglichkeiten zu, die Ursachen für globale Missstände zu beseitigen. 87 Prozent erwarten sogar, dass Marken ihren Einfluss hierfür nutzen. "Die Art und Weise, wie Nachhaltigkeit als Attraktivitätstreiber im Marketing genutzt wird, muss sich ändern. Ohne glaubhafte Verknüpfung mit den Kernwerten der Marke und spezifischen Leistungsbeweisen bleibt Nachhaltigkeit bunter Aktionismus oder irritierendes Zahlenwerk, wie in so manchem CSR- oder Nachhaltigkeitsbericht zu lesen ist", kommentiert Studienautorin Sarah Böhmer von BrandTrust. Und Klaus-Dieter Koch, Managing Partner bei BrandTrust, erklärt: "In einer vernetzten Welt regiert zunehmend die Gleichheit. Dort überleben Marken nur, wenn sie sich von anderen nachhaltig unterscheiden. Aber wie geht das in Zeiten, in denen es so gut wie keine USPs mehr gibt und sich Wettbewerbsvorteile schneller auflösen, als sie geschaffen werden? Wir stellen fest: Es kommt auf die Haltung und das ‚Why‘ an. Sie erst machen eine Marke substanziell einzigartig, relevant und begehrlich. Die neue Markenspezies, die wir Impact Brands getauft haben, zeigt prototypisch, wie in der vernetzten Welt Differenzierung entsteht. Von ihr können etablierte Marken vieles lernen."
„In einer absehbaren Zeit werden fast nur mehr Start-ups, die nachhaltige oder soziale Aspekte verfolgen, Finanzierungen erhalten.“
Laura Egg

Das Bewusstsein bei Start-ups ist geschärft

Spendenaktionen machen häufig einen großen Teil der umfassenden CSR-Strategie von größeren Unternehmen oder Konzernen aus und verstehen Sie mich nicht falsch, das ist großartig und wichtig. Was einen tief in der Unternehmensphilosophie verankerten nachhaltigen und sozialen Impact angeht, stehen viele aber erst am Anfang und haben noch Nachholbedarf. Hier sind es vor allem die kleinen, auch regionalen Unternehmen, sowie Start-ups, die eine Vorreiterposition einnehmen. „Immer mehr Projekte wollen mit ihren innovativen Ansätzen soziale oder ökologische Herausforderungen lösen. Der erst vor kurzem erschienene Austrian Startup Monitor 2019 zeigt auf, dass der Anteil von Sozialunternehmen in der Start-up Landschaft deutlich gestiegen ist. Gerade solchen Projekten will die aws in Zukunft die Möglichkeit einer Förderung anbieten“, heißt es von der Austrian Wirtschaftsservice gegenüber CASH. Sie sieht es als Förderbank des Bundes als ihr Ziel und ihre Aufgabe, einen wichtigen Beitrag für die positive Entwicklung des Standortes zu leisten, was unter anderem die Sicherung von Arbeitsplätzen, die Stärkung des Innovationssystems oder den Fokus auf eine nachhaltige Wirtschaft betrifft. Dafür berücksichtigt die aws im Förderungsprogramm aws Creative Impact nun auch den Bereich Social Impact.

Es muss aber nicht immer gleich ein Social Business per Definition sein, wie es in Österreich das Lokal die Vollpension oder das Magdas Hotel sind, solange man den sozialen Aspekt stets mitdenkt und er Teil des Business Plans ist. Ohne diesen Ansatz werden es junge Unternehmer aber künftig schwer haben. "In einer absehbaren Zeit werden fast nur mehr Start-ups, die nachhaltige oder soziale Aspekte verfolgen, Finanzierungen erhalten, da Investoren und Investorinnen viel Wert auf zukunftsrelevante Lösungen legen. Ein Großteil der Startups in Österreich orientiert sich schon jetzt an den Sustainable Development Goals (SDGs), hier stehen momentan Umwelt betreffende Probleme im Mittelpunkt. In Krisensituationen werden allerdings auch gesellschaftliche Probleme verstärkt sichtbar, was zu einem vergrößerten Fokus von Startups auf soziale Aspekte führen könnte", weiß Laura Egg, Managing Director der austrian angel investors association.

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