eCommerce Landkarte: Strategien für den heimi...
 
eCommerce Landkarte

Strategien für den heimischen Onlinehandel

CASH/Jurik
Post-Vorstandsdirektor Peter Umundum, Handelsverbands-Geschäftsführer Rainer Will und Otto/Unito-Geschäftsführer Harald Gutschi präsentieren die eCommerce-Landkarte für Österreich.
Post-Vorstandsdirektor Peter Umundum, Handelsverbands-Geschäftsführer Rainer Will und Otto/Unito-Geschäftsführer Harald Gutschi präsentieren die eCommerce-Landkarte für Österreich.

Eine Landkarte soll in Österreich die rund 160 Dienstleister des Onlinehandels zusammenführen. Die Initiative eCommerce-Landkarte vom Handelsverband, der Österreichischen Post und der Unito kommt mitten in alarmierenden Zeiten.

Es ist keine leichte Ausgangssituation, grundsätzlich nicht, doch auch für Online-Händler sahen die Zeiten schon einmal rosiger aus. Denn das heurige Jahr wird wohl nicht an die vergangenen, durch Corona-Lockdowns verzerrte, Umsatzjahre anschließen können. Der österreichische Onlinehandel durfte sich ja 2021 über ein Allzeit-Ausgabenhoch freuen, erstmals konnte bei den privaten Haushaltsausgaben (ohne KFZ-Handel) die Marke von 8,315 Milliarden Euro geknackt werden (+10 Prozent Wachstum). Heuer ist alles anders: Allein im 2. Quartal sind die eCommerce-Umsätze hierzulande laut Statistik Austria inflationsbereinigt um -4,8 Prozent zurückgegangen. Für das Gesamtjahr 2022 erwarten der Handelsverband und Kreutzer, Fischer & Partner einzelhandelsrelevante Online-Ausgaben von rund 8,5 Milliarden Euro – und damit erstmals seit mehr als einem Jahrzehnt ein reales Minus von 3 Prozent. Die Onlinequote im Bereich der einzelhandelsrelevanten Ausgaben wird von 11,9 Prozent im Jahr 2021 auf 11,6 Prozent schrumpfen.

Die Problemfelder des Online-Handels

Rückläufig entwickelt sich der eCommerce heuer insbesondere bei Mode- und Sportartikel. So fällt beispielsweise die Onlinequote im Bekleidungssegment von 30 Prozent auf 25 Prozent, bei Sportartikel von 18 Prozent auf 16 Prozent. Der Onlinehandel kämpft aber nicht nur mit stagnierenden Umsatzzahlen, sondern auch mit der hohen Inflation (zuletzt +11 Prozent), Personalmangel (44 Prozent) sowie explodierenden Energie- und Logistikkosten. Substanzielle Anteilsgewinne sind lediglich im Bereich Health Care, Körperpflege und Kosmetik zu erwarten, ein moderates Plus wird es bei Elektrogeräten & IT sowie Druckwerken geben.

So viele Händler haben bereits einen Webshop

Die Digitalisierung schreitet voran, auch Handelsverbands-Geschäftsführer Rainer Will lobt die mittlerweile 84 Prozent aller Einzelhandelsunterneh-men des Landes, die eine eigene Website haben, um digital auffindbar zu sein. Eine Tatsache, die eigentlich zur Selbstverständlichkeit im Digitalzeitalter gehören sollte. Mit Blick auf den eCommerce rechnet Will vor, dass mehr als 35 Prozent der Händler bereits erfolgreich via Internet verkaufen, auch über die Landesgrenzen hinweg. "Die österreichischen Webshops erwirtschaften damit einen Brutto-Jahresumsatz von 4,8 Milliarden Euro", bilanziert Will. Auf der anderen Seite, und das ist jetzt nicht weiter verwunderlich, wächst die Zahl der Österreichischen Online-Shopperinnen und -Shopper kontinuierlich, zuletzt um 3 Prozent auf 5,4 Millionen (Quelle: KMU Forschung Austria). Dabei geben sie durchschnittlich knapp unter 2.000 Euro pro Jahr aus, meist für Bekleidung, Elektro sowie Möbel wie Dekoration.

Warum also eine Landkarte?

Die Mitte November gemeinsam vorgestellte eCommerce-Landkarte setzt genau hier an, wo der heimische Online-Handel noch Aufholbedarf hat. Für alle, die noch nicht, oder noch nicht genug Service Online anbieten können, aber wollen, finden damit einen kompakten Überblick über die heimischen Dienstleister. Abgebildet sind die 11 zentralen Bereiche des Onlinehandels:

  • Shop-Systeme
  • Shop-Verzeichnisse
  • Marktplätze & Plattformen
  • Payment
  • Bonität
  • Identität & Loyality
  • Fulfillment
  • Zustellung
  • Analytics
  • Kundenservice
  • Gütesiegel & Rechssicherheit
  • Enterprise & B2B Partner

Die erstellte Landkarte wird regelmäßig aktualisiert und weiterentwickelt, wie die drei Initiatoren (Handelsverband, Post, Unito-Gruppe) versichern. Dienstleisterinnen und Dienstleister haben außerdem die Möglichkeit, sich und ihre Leistungen in kommenden Ausgaben der "eCommerce-Landkarte Österreich" eintragen zu lassen. Damit soll die Österreich-Quote im eCommerce gesteigert werden, wie auch Vorstandsdirektor für Paket & Logistik bei der Post, Peter Umundum, es formuliert: "Damit der heimische Handel stärker von den hohen Paketmengen profitiert, die aktuell zum Großteil aus dem Ausland kommen, haben wir diese Landkarte ins Leben gerufen."

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