Edeka: Edeka geht gegen Rewe/Coop-Deal vor
 
Edeka

Edeka geht gegen Rewe/Coop-Deal vor

Rewe
Rewe muss um den Coop-Deal bangen. © Rewe
Rewe muss um den Coop-Deal bangen. © Rewe

Edeka hat Beschwerde gegen die Freigabe des geplanten Joint Venture zwischen dem norddeutschen Händler Coop eG und Rewe eingelegt.

Die juristische Fehde zwischen Edeka und Rewe hat eine neue Dimension erreicht: Deutschlands größter Händler Edeka lässt die Freigabe des Bundeskartellamts im Fall Coop/Rewe vom Oberlandesgericht Düsseldorf überprüfen. Das Kartellamt hatte Ende Oktober dem geplanten Joint Venture der Händler unter Auflagen zugestimmt. Coop verkaufte bereits im Vorfeld elf Märkte, in denen es zu Wettbewerbsbeschränkungen gekommen wäre, an Mitbewerber Bartels-Langness.

Zum einen ist die Beschwerde von Edeka eine Retourkutsche gegen den größten Konkurrenten aus Köln. Schließlich verhinderte Rewe die Übernahme der 450 Tengelmann-Märkte und zeigt sich in der aktuell stattfindenden Meditation zwischen Edeka, Tengelmann und Rewe weiterhin sperrig. Edeka könnte die Beschwerde nun als Druckmittel gegen Rewe-Chef Alain Caparros einsetzen, um ihn doch noch zum Einlenken zu bewegen.

Zum anderen dürfte Edeka aber auch hoffen, dass das Oberlandesgericht Düsseldorf, das nun die Freigabe des Kartellamts überprüfen muss, hohe Maßstäbe in Sachen Einkaufsmacht anlegt und die Freigabe zurücknimmt.

Kartellamt sieht keine Gefahren für den Wettbewerb

Das Bundeskartellamt sieht beim geplanten Joint Venture weder auf Absatz- noch auf der Beschaffungsseite Probleme. Nach dem Verkauf von elf Märkten gebe es keine wettberbsrechtlichen Bedenken auf der Absatzseite, befand das Amt. Auch auf der Beschaffungsseite, die vom deutschen Kartellamt besonders kritisch betrachtet wird, sehen die Kartellwächter keine Probleme. Denn bereits seit fast zehn Jahren beschaffe Coop rund 60-70 Prozent seiner Ware über Rewe. Der Anteil eigenständig beschaffter Ware sei minimal. Der Marktanteilszuwachs den Rewe künftig zusätzlich verbuchen könne, betrage weniger als 0,5 Prozent, haben die Kartellwächter errechnet.

In jedem Fall erreicht Edeka durch die Beschwerde, dass der Deal zunächst in Verzug gerät.

stats