Edeka: Edeka muss weitere 18 Mio. Euro Kartel...
 
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Edeka muss weitere 18 Mio. Euro Kartellstrafe zahlen

Bundeskartellamt
Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes verkündet das Ende im Mammutfall gegen den deutschen Handel. © Bundeskartellamt
Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes verkündet das Ende im Mammutfall gegen den deutschen Handel. © Bundeskartellamt

Deutschlands größter Händler Edeka muss weitere Kartellbußen wegen vertikaler Preisbindung zahlen. Die Edeka-Regionen Nord und Hessenring sollen 18,3 Mio. Euro berappen.

Gegen die beiden kleinsten Edekagesellschaften Nord und Hessenring wurden Bußgelder in Höhe von 12,2 bzw. 6,1 Mio. Euro verhängt, teilte das deutsche Bundeskartellamt mit. Die Kartellwächter haben festgestellt, dass die beiden regionalen Handelsunternehmen an Absprachen über die Ladenpreisgestaltung bei Bier in den Jahren 2006 bis 2009 beteiligt waren. Die Wettbewerbshüter konnten Absprachen mit Inbev-Tochter Becks, die als Kronzeugin die Ermittlungen erst auslöste, nachweisen.

Das Bundeskartellamt schliesst damit den größten Kartellfall im deutschen Einzelhandel offiziell ab. Insgesamt wurden im sogenannten Vertikalfall gegen 27 Unternehmen aus Handel und Industrie Bußgelder in Höhe von 260,5 Mio. Euro verhängt. Bundesweite Durchsuchungen im Januar 2010 konzentrierten sich auf die Warenbereiche Süßwaren, Kaffee und Tiernahrung. Untersucht wurden auch die Warengruppen Bier, Körperpflege, Babynahrung und Kosmetik. Bußgeldbescheide ergingen letztlich nur in den Sortimenten Süßwaren, Kaffee und Bier. 

Die meisten Unternehmen beendeten die Verfahren einvernehmlich als sogenanntes Settlement. Die Edeka-Regionen Nord und Hessenring weigerten sich, was darauf hindeutet, dass sie gegen den Bußgeldbescheid vorgehen könnten. Gegen die Bescheide könne Einspruch beim Oberlandesgericht Düsseldorf eingereicht werden, betont das Kartellamt in einer Meldung. 

Das deutsche Verfahren wegen vertikaler Preisbindung veranlasste auch die österreichischen Wettbewerbshüter zu Ermittlungen. Hierzulande wurden aufgrund von Ermittlungen der BWB im LEH von 2012 bis 2016 Bußgelder in Höhe von insgesamt 70 Mio. Euro verhängt. Unter anderem mussten die Unternehmen Spar, MPreis, Sutterlüty, Nöm und Rewe Bußen zahlen.
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