Kaiser's Tengelmann/Edeka: Edeka will Kaiser'...
 
Kaiser's Tengelmann/Edeka

Edeka will Kaiser's Tengelmann noch 2016 übernehmen

Kaiser´s Tengelmann
Kaiser´s Tengelmann wird nun bald aus der deutschen Handelslandschaft verschwinden. © Kaiser´s Tengelmann
Kaiser´s Tengelmann wird nun bald aus der deutschen Handelslandschaft verschwinden. © Kaiser´s Tengelmann

Nachdem der Streit um die Übernahme von Kaiser´s Tnegelmann beigelegt ist, will Edeka die Märkte noch in diesem Jahr übernehmen.

Edeka plant bis Ende des Jahres die Ministererlaubnis umzusetzen und die Filialen von Kaiser's Tengelmann an die jeweiligen Tochtergesellschaften der Edeka Gruppe übergeben. Die Region Berlin fällt allerdings bis auf 61 Filialen vollständig an Rewe.

Die Belegschaft und der Aufsichtsrat von Tengelmann wurden am Dienstag von den Verhandlungsführern von Edeka, Rewe und Tengelmann über die weiteren Details der Übernahme informiert. Nach diesem Fahrplan soll noch in den kommenden Wochen bis Jahresende alles unter Dach und Fach sein.

Rewe konnte sich durch seine harte Verhandlungsposition fast die komplette Region Berlin, einschließlich der Verwaltung, Lager und Fleischwerk Perwenitz sichern. Edeka verbleiben in Berlin lediglich 61 der einst 139 Märkte. Auch über den Verkaufspreis hatte man sich Ende vergangener Woche mit Rewe geeinigt. Gerade das Verhandlungsergebnis in Berlin dürfte auch den Wettbewerbshütern des Bundeskartellamtes gefallen, da sie vor allem im Großraum Berlin eine Vormachtstellung der Edeka auf Absatzseite befürchtet hatten. Zur Erinnerung: Das Kartellamt hatte die Übernahme im Juli 2015 untersagt.

In München erhält Rewe zwei Filialen, die anderen Standorte gehen inklusive Verwaltung, Lager und Fleischwerk Donauwörth an die Hamburger bzw. an die Edeka-Region Südbayern. Auch in Nordrhein-Westfalen gehen lediglich zwei Märkte an Rewe. Die Verwaltung in Viersen und das Warenlager in Mülheim und Nieder-Olm geht an die Edeka Region Rhein-Ruhr.

Der Online-Food-Händler Bringmeister, der Ladenbauer Ligneus und Tengelmann E-Stores gehen wie ursprünglich geplant auf Edeka über. Der Kaufpreis wurde nach Informationen des CASH-Schwesterblattes LZ von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ebner Stolz ermittelt. 

Nunmehr müsste Rewe ihren Einspruch beim OLG Düsseldorf gegen die Ministererlaubnis zurückziehen. Rewe hatte den Vollzug der Ministererlaubnis damit gestoppt und Edeka und Tengelmann zum Verhandeln gezwungen. Aktuell ist dies nach Informationen von CASH noch nicht geschehen, das Verfahren beim 1. Kartellsenat "ruht" allerdings auf Antrag der Kölner offiziell.

"In einem Gespräch bei Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel haben beide zugesagt, dass die Verträge bis zum 2. Dezember 2016 endverhandelt und unterschriftsreif vorliegen, um damit an diesem Tag die Voraussetzung für eine Rücknahme der Beschwerde beim Oberlandesgericht zu schaffen", fasst der Aufsichtsrat in einem Schreiben an die Mitarbeiter von Kaiser's Tengelmann den letzten Sachstand zusammen. Für die Beschäftigten würden nunmehr die Bedingungen der Ministererlaubnis, wie sie vom Bundeswirtschaftsministerium formuliert wurden gelten. Dazu müssten die bestehenden Tarifverträge noch angepasst werden, heißt es weiter. Der Aufsichtsrat sei "zuversichtlich" dass nun die Arbeitsplätze bei Kaiser’s Tengelmann und allen anderen Gesellschaften gesichert seien.
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