Editorial: Hat das eigentlich Sinn?
 
Editorial

Hat das eigentlich Sinn?

CASH/Sabine Klimpt

Aufwachen, Aufstehen, Duschen, Turnen, Anziehen, Frühstücken, Nachrichten hören, Zähneputzen … diese Aufgaben verbinden uns (mehr oder weniger detailgenau) wohl alle miteinander. Zeit und Notwendigkeit, diese Tätigkeiten zu hinterfragen, entfällt, ordnen wir sie doch in den Bereich der Rituale ein.

Doch schon dann beginnen die Fragen, vielleicht von den Kindern, vielleicht vom Unterbewusstsein: Muss ich heute wirklich …? Hat es wirklich Sinn, heute zuerst …? Warum soll ich eigentlich schon wieder …? Könnte ich nicht einmal lieber …?


Irgendwann dann stellen wir uns die Frage: Warum tun wir eigentlich, was wir tun?

Nicht erst seit Corona, nicht erst seit der Generation Y bekommen wir es unvermeidlich intensiv mit dem Sinn zu tun. Er biegt scheinbar um jede Ecke. Eine große Frage (dazu später mehr), die sich auch Unternehmen stellen müssen, ja auch schon vermehrt stellen: Was ist mein Purpose? Heerscharen von Marketing-, CSR- und Sustainability-Abteilungen kümmern sich weltweit um den Markensinn, klopfen und hämmern übergeordnete gesellschaftliche und/oder ökologische Ziele in die Strategiepapiere und Markenarchitekturen quer durch alle Branchen. Doch ergibt Purpose überall Sinn?


Für Unternehmen wie für Konsumenten ist es heilsam und notwendig, Sinn von Unsinn zu trennen, Purpose von Pose zu unterscheiden. Doch keine Marketingberater und noch so hoch dotierte Consultants können diese ureigene und existenzielle Unternehmerfrage für Unternehmer stellvertretend beantworten: Was tu ich und warum?

Der Konsument verlangt nach einem Grund, das Produkt oder das Unternehmen einem anderen vorzuziehen. Orientierung, schreien sie! Wer von euren Marken ist besser, tierfreundlicher, umweltschonender, günstiger, größer, menschenrechtsunterstützender oder weltverbessernder? Somit übersetze ich Purpose mit "Meine Frage erfüllend beantwortet und zur weiterführenden Entscheidung ermutigt". Reicht als Sinn. Konnte unser aller Psychiater und Philosoph Viktor Frankl noch viel besser sagen mit: "Wer ein Warum zu leben hat, erträgt fast jedes Wie." Das wirkt dann auch eins zu eins im Human-Resources-Bereich.

Sinnstiftend haben wir auch unser Februar-Exemplar Ihres Lieblingsmagazins befüllt. Frisch mit dabei, weil es auch zum Thema passt: Die große Frage. Regelmäßig arbeiten wir nun für Sie aus Studien die Kernfragen heraus und lassen sie von verschiedenen Standpunkten aus beantworten. Den Anfang macht die Frage: Werden wir nur mehr Gemüse essen? Alexandra O’Neill hat Hanni Rützler zum Antworten bewogen (S. 64f.).
Willy Zwerger hat sich thematisch in unbemannten Shopkonzepten des Nachbarlandes herumgetrieben (S. 10f.), Christina Grießer hat die Wachau und ihre besonderen Kaufleute-Talente besucht (S. 28f.), Nataša Nikolic ist tief in die Schokoladenwelt des Familienbetriebs Heindl eingetaucht (S. 56ff.). Die Finessen und Tücken von Blockchain-Technologien und ihrem aktuellen Hype-Thema NFT hat sich Karl Stiefel gewidmet, die Cover-Story ab S. 36 klopft dieses Phänomen auf seine Machbarkeit und Einsatzmöglichkeiten im Handel ab.

Ich wünsche Ihnen aus gutem Grund viel Vergnügen mit diesem Magazin,
Ihre  
Margaretha Jurik

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