Ladenzeilen/Ekazent: Einkaufen mit Gesicht un...
 
Foto: Peter Svec
Robert Podebradsky, Geschäftsführer der Ekazent Immobilien Management GmbH© Foto: Peter Svec
Robert Podebradsky, Geschäftsführer der Ekazent Immobilien Management GmbH© Foto: Peter Svec

Während in so manchem Einkaufszentrum gegenwärtig der Leerstand einer der besten Mieter ist, freut sich die Ekazent Immobilien Management GmbH über die Vollvermietung der von ihr betriebenen Ladenzeilen, und das dürfte auch weiterhin so bleiben, denn Einkaufsmöglichkeiten „ums Eck“ werden immer wichtiger.

Den Experten des Spezialisten für Standortberatung und Marktanalysen RegioPlan Consulting zufolge ist zum aktuellen Zeitpunkt der Leerstand einer der besten Mieter in Österreichs größten Einkaufszentren. Mag. Robert Podebradsky, Geschäftsführer der Ekazent Immobilienmanagement GmbH, dagegen freut sich über die Vollvermietung der von seinem Unternehmen unterhaltenen Bezirkszentren bzw. Ladenzeilen für die Nahversorgung. Insgesamt 22 solche Nahversorgungseinrichtungen mit einer Gesamtverkaufsfläche von knapp 52.000 Quadratmetern betreibt Ekazent zur Zeit in Wien (s. Tabelle). Ihnen gemein ist: Sie sind alle in der Stadt oder stadtintegriert. Was sie auszeichnet? „Wir definieren uns klar über gute Verfügbarkeit und Erreichbarkeit. Wir wollen die Angebote dort bereitstellen, wo gelebt, gewohnt, in die Schule gegangen, in die Arbeit gefahren wird“, legt Podebradsky dar. Sämtliche Zentren sind deshalb sowohl mit öffentlichen Verkehrsmitteln als auch zu Fuß gut erreichbar gelegen, verfügen aber auch über ausreichend Parkmöglichkeiten für den Individualverkehr und sind in den meisten Fällen ebenerdig gestaltet, so dass auch Senioren und Menschen mit Handicap die Möglichkeit haben, eigenständig Besorgungen zu erledigen.

Stimmiger Branchenmix



Ganz im Fokus dieser Positionierung steht eine klare und bedarfsorientierte Angebotsstruktur. „Nur ein stimmiger Branchenmix führt mittel- und langfristig zu zufriedenen Stammkunden. Und genau das wollen wir erreichen: Einkaufen mit Gesicht und Namen, abseits der anonymen Shopping-Meilen“, erläutert Podebradsky.
Neben einem mehr oder weniger diskontorientierten Lebensmittelmarkt finden sich an einem solchen lokalen Hot Spot deshalb in der Regel auch noch eine Apotheke, eine Trafik, ein Drogeriemarkt und ein Kaffeehaus. Diverse Dienstleistungsanbieter wie z.B. eine Bank oder zumindest eine Bankstelle, ein Schuhreparatur- bzw. Schlüsseldienst, ein Blumenladen etc. sowie – vor allem in jüngerer Zeit – ein Take Away runden das Angebot vor Ort ab.
Damit die optimale Branchenstruktur auch tatsächlich erreicht wird, holt sich Ekazent einerseits Know-how von Architekten sowie Standort- und Marketingexperten und sichert sich andererseits die Verfügungsgewalt über die Immobilien mittels unbefristeter Verträge mit langfristigem Kündigungsverzicht. Das hat für die Mieter der Geschäftslokale zum einen den Vorteil, dass sich am jeweiligen Standort nicht mehrere gleiche Anbieter gegenseitig Konkurrenz machen, und zum anderen, dass die Umsätze stimmen. Zu einem Wechsel kommt es laut Podebradsky meist nur dann, wenn der Betreiber eines Geschäfts in Pension geht. „Konkurse sind eigentlich die Ausnahme und eher familiär bedingt“, erklärt der Ekazent-Manager.

Convenience statt Show



So kommt es, dass manche Geschäfte bereits seit mehreren Jahrzehnten bestehen. „Mittlerweile zählt oft schon der Nachwuchs vom Nachwuchs aus den Anfangszeiten zum Kundenstamm“, schildert Podebradsky. Man kennt sich eben, das zeigen auch die regelmäßig stattfindenden Kundenevents, bei denen jedoch stets die Qualität des Einkaufs-Erlebnisses im
Vordergrund steht. Anstatt auf Stars setzt man vermehrt auf Informationsveranstaltungen, Gesundheitschecks oder Ausstellungen – eben auf Dinge, die den Menschen Nutzen bringen, denn „die Leute suchen Convenience, d.h. sie wünschen sich angenehmes, kompetentes und zielorientiertes Einkaufen und nicht Unterhaltung um jeden Preis“, ist Podebradsky überzeugt.
Das Shopping-Angebot selbst richtet sich stark nach den örtlichen Gegebenheiten. So unterschiedlich dabei die Demografie in den Wohnhäusern rund um die Ladenzeilen ist – junge Familien, ältere Menschen, Single-Haushalte, Haushalte ohne PKW etc. –, so sehr unterscheiden sich auch die einzelnen Shopbetreiber. „Türkische Gemüsehändler und österreichische Pensionisten finden da ebenso zueinander wie die junge serbische Familie und der österreichische Papierfachmann“, erklärt Podebradsky. Um die Anliegen der Shopbetreiber wiederum kümmern sich die Center-Manager – gut ein Dutzend, auf alle Standorte Wiens verteilt.

Weiteres Wachstum vorprogrammiert



Damit alles reibungslos läuft, sind natürlich auch laufende Verbesserungs- und Modernisierungsmaßnahmen erforderlich. Rund eine Million Euro insgesamt investiert Ekazent jährlich in die Wartung und Instandhaltung der Zentren, nicht zuletzt, um die Betriebskosten und damit die Belastung für die Mieter in einem erträglichen Rahmen zu halten. Sorgen um die Zukunft des Unternehmens muss sich Podebradsky trotzdem nicht machen. Die Umsätze entwickelten sich seinen eigenen Angaben zufolge selbst im krisengebeutelten Jahr 2009 stabil. Derzeit verhandelt Ekazent mit der Entwicklungsgesellschaft der Seestadt Aspern über die Integration einer kompletten Nahversorgungseinheit, und auch die demografische Entwicklung Wiens ganz allgemein verspricht Prosperität. Nach derzeitigen Schätzungen wird nämlich die Bevölkerung der Bundeshauptstadt bis zum Jahr 2030 um bis zu 300.000 Menschen wachsen. Gleichzeitig steigt der Anteil der älteren Wiener. In beiden Fällen werden nahe gelegene Einkaufsmöglichkeiten künftig immer wichtiger.

Zu den Grundbedürfnissen der Bevölkerung zählt auch der tägliche Tratsch im Kaffeehaus.
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Zu den Grundbedürfnissen der Bevölkerung zählt auch der tägliche Tratsch im Kaffeehaus.


Keine funktionierende Ladenzeile ohne Lebensmittelmarkt
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Keine funktionierende Ladenzeile ohne Lebensmittelmarkt


Diverse Dienstleistungsangebote wie z.B. ein Schuhreparatur-Geschäft bzw. eine Trafik runden das Angebot vor Ort ab.© Fotos 2,3 u. 4: C. Pleschberger
Fotos 2,3 u. 4: C. Pleschberger
Diverse Dienstleistungsangebote wie z.B. ein Schuhreparatur-Geschäft bzw. eine Trafik runden das Angebot vor Ort ab.© Fotos 2,3 u. 4: C. Pleschberger
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