WKÖ-Bundessparte Handel: Einzelhandesumsatz 2...
 
WKÖ-Bundessparte Handel

Einzelhandesumsatz 2014: nominell +0,4 %, real -0,5 %

Wilke
Bettina Lorentschitsch, Obfrau der Bundessparte Handel ©Wilke
Bettina Lorentschitsch, Obfrau der Bundessparte Handel ©Wilke

„Mehr Beschäftigte, nominelles Umsatzplus und geringe Preissteigerungen“ – so fasste Bettina Lorentschitsch, Obfrau der Bundessparte Handel der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), die Bilanz für den stationären Einzelhandel im abgelaufenen Jahr 2014 zusammen.

Laut KMU Forschung Austria, basierend auf den Daten von rund 4.700 Geschäften, die Lorentschitsch gemeinsam mit KMU-Forschung-Austria-Projektleiter Ernst Gittenberger präsentierte, erzielte der stationäre Einzelhandel (exkl. Tankstellen und exkl. nicht-stationärer Einzelhandel) in Österreich 2014 ein nominelles Umsatzplus von 0,4 %. Der absolute Umsatz im österreichischen stationären Einzelhandel erhöhte sich damit 2014 auf netto rund 55,4 Milliarden Euro. Unter Berücksichtigung der Preisentwicklung im Einzelhandel führt das nominelle Umsatzplus von 0,4 % zu einem realen Rückgang von 0,5 %.

„Das ist allerdings das geringste prozentuelle Wachstum der vergangenen zehn Jahre“, so Gittenberger. 42 % der Einzelhandelsgeschäfte meldeten 2014 ein nominelles Umsatzwachstum, 18 % konnten das Niveau des vorangegangenen Jahres wieder erreichen, während 40 % Umsatzrückgänge hinnehmen mussten.

Auch 2014 Beschäftigungswachstum



"Die Zahl der unselbstständig Beschäftigten im Einzelhandel (inkl. geringfügig Beschäftigter) ist von rund 321.900 im Jahr 2013 auf rund 326.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt 2014 gestiegen. Damit waren 2014 im österreichischen Einzelhandel um 1,3 % oder 4.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mehr beschäftigt als 2013“, hob Lorentschitsch hervor.

Unterschiedliche Branchentrends



Der Einzelhandel mit kosmetischen Artikeln erzielte 2014 sowohl nominell (+3,5 %) als auch real (+4,5 %) das höchste Umsatzplus. Real haben sich auch der Einzelhandel mit Elektrogeräten (inkl. Computer und Foto, +2,7 %) sowie der Einzelhandel mit Bekleidung (+1 %) äußerst positiv entwickelt. Nominell haben sich zudem der Einzelhandel mit Spielwaren (+1,1 %), der Einzelhandel mit Büchern und Schreibwaren (+1,0 %) sowie der sonstige Einzelhandel (z. B. Trafiken, Einzelhandel mit medizinischen und orthopädischen Artikeln, Einzelhandel mit Textilien, Blumeneinzelhandel; +0,9 %) besser als der Einzelhandel insgesamt entwickelt.

Der Einzelhandel mit Lebensmitteln (+0,3 %) konnte 2014 das Umsatzniveau von 2013 nominell knapp übertreffen. Die stärksten nominellen Umsatzrückgänge verzeichnete im Jahr 2014 der Einzelhandel mit Sportartikeln (-1,7 %). Der Einzelhandel mit Uhren und Schmuck (-0,7 %), der Einzelhandel mit Schuhen (-0,5 %) sowie der Einzelhandel mit Bau- und Heimwerkerbedarf (-0,3 %) erreichen das Niveau des Vorjahres ebenfalls nicht.

Internet-Einzelhandel weiter sehr dynamisch



Für 2014 weist der österreichische Internet-Einzelhandel ein nominelles Umsatzwachstum von 7 % auf. In Summe stieg der Brutto-Jahresumsatz im heimischen Internet-Einzelhandel um rund 200 Millionen Euro auf rund 3,1 Milliarden Euro und erzielt damit knapp 5 % des gesamten Einzelhandelsvolumens (exkl. Tankstellen) in Österreich. „Die steigenden Umsätze im Internet-Einzelhandel erhöhen – wenn auch nur geringfügig – das konjunkturelle Wachstum im gesamten Einzelhandel. Rechnet man zur nominellen Umsatzsteigerung 2014 im stationären Einzelhandel von +0,4 % das Wachstum im Internet-Einzelhandel von +7% hinzu, liegt das nominelle Umsatzwachstum gesamt bei +0,7% (real: -0,5%)“, so Gittenberger.
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