Anton Schlecker e.K.: Endgültiges Aus für Sch...
 
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Der Schlecker-Konzern wird mangels wirtschaftlicher Fortführungsperspektive zerschlagen. Für die Tochtergesellschaften IhrPlatz und Schlecker XL gibt es jedoch eine eigenständige Zukunft© C. Pleschberger/CASH
Der Schlecker-Konzern wird mangels wirtschaftlicher Fortführungsperspektive zerschlagen. Für die Tochtergesellschaften IhrPlatz und Schlecker XL gibt es jedoch eine eigenständige Zukunft© C. Pleschberger/CASH

Der Gläubigerausschuss der Drogeriemarktkette Schlecker sieht nach der Erörterung der Sachlage keine Perspektive für die wirtschaftlich vertretbare Fortführung von Schlecker oder die Veräußerung des Gesamtkonzerns an einen Investor. Aus diesem Grund wurde die Zerschlagung des Konzerns beschlossen. Für die Tochtergesellschaften IhrPlatz und Schlecker XL gibt es allerdings eine eigenständige Zukunft.

Der Gläubigerausschuss der Drogeriemarktkette Schlecker sieht laut Pressesprecher Patrick Hacker nach der Erörterung der Sachlage keine Perspektive für die wirtschaftlich vertretbare Fortführung von Schlecker oder die Veräußerung des Gesamtkonzerns an einen Investor: "Auch nachdem den Investoren am vergangenen Freitag (25. Juni 2012 , Anm.) eine Woche Zeit eingeräumt wurde, um ihre Angebote sowohl finanziell als auch konzeptionell anzupassen, liegt keine Offerte im akzeptablen Bereich vor. Aus diesem Grund wurde die Zerschlagung des Konzerns beschlossen." Für die Tochtergesellschaften IhrPlatz GmbH mit 490 Filialen und rund 3.990 Mitarbeitern sowie Schlecker XL (342 Filialen und rund 1.110 Mitarbeiter) GmbH gibt es jedoch eine eigenständige Zukunft.


„Die Angebote waren nicht akzeptabel, weil sie deutlich unter einer Zerschlagung lagen“, wird Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz im Schlecker-Blog zitiert. „Ich bedaure dies im Hinblick auf die vielen, zum Teil langjährigen Schlecker-Mitarbeiter sehr, die jetzt ihren Arbeitsplatz verlieren“, so Geiwitz und weiter: „Das Restrukturierungskonzept war sehr anspruchsvoll aber grundsätzlich machbar.“

Er habe jedoch von Anfang an deutlich gemacht, dass eine Sanierung von Schlecker nur gelingen könne, wenn alle Maßnahmen voll wirksam ineinandergreifen. „Wir haben es geschafft, den Verlust des Unternehmens von über 200 Millionen auf zirka 25 Millionen Euro Verlust zu reduzieren. Das ist einerseits zwar ein großer Erfolg, andererseits aber immer noch ein Verlust – und den darf ein Insolvenzverwalter auf Dauer nicht machen.“ Die nicht vollständig zu realisierende Reduktion im Personalkostenbereich und erste Verschlechterungen in den Lieferantenkonditionen haben letztendlich dazu geführt, dass das Sanierungskonzept zumindest im Rahmen eines Insolvenzverfahrens nicht zu erfüllen war.

Zudem hat die mit über 4.400 unerwartet hohe Zahl an Kündigungsschutzklagen den Investorenprozess enorm erschwert und im Endergebnis den Verkauf des Unternehmens als Ganzes unmöglich gemacht.  Das potenzielle Risiko in einer solchen Größenordnung findet bei Investoren Beachtung und wird klar eingepreist.

Der Insolvenzverwalter wird die Verhandlungen mit dem Betriebsrat um den Abschluss eines Interessenausgleichs und Sozialplans kurzfristig aufnehmen und die Kündigungen an die aktuell rund 13.200 betroffenen Mitarbeiter von Schlecker Deutschland voraussichtlich bis Ende Juni 2012 versenden.

Schlecker startet nun zeitnah eine Ausverkaufsaktion in seinen rund 2.800 deutschen Märkten. Gleichzeitig sollen die Gespräche zu einem Verkauf der noch verbliebenen Auslandstöchter - die Tochtergesellschaften in Tschechien und Frankreich wurden bereits abgestoßen - fortgeführt und zu einem schnellen Abschluss gebracht werden. Auch den Verkauf der Vermögenswerte, etwa der Logistikstandorte und der Unternehmensimmobilien, will Geiwitz zügig abschließen.
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