Ernst & Young: Start-ups: Auf Rekordjahr folg...
 
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Start-ups: Auf Rekordjahr folgen Krisenzeiten

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Thomas Gabriel, Leiter Start-up bei EY Österreich, prophezeit für Start-ups nach dem vergangenen Rekordjahr, herausfordernde Zeiten durch COVID-19.
Thomas Gabriel, Leiter Start-up bei EY Österreich, prophezeit für Start-ups nach dem vergangenen Rekordjahr, herausfordernde Zeiten durch COVID-19.

Österreichische und europäische Start-ups blicken auf ein investitionsreiches Jahr zurück. Für 2020 ist ein massiver Finanzierungseinbruch zu erwarten.

Im vergangenen Jahr wurden in Europa 31,1 Milliarden Euro in Start-ups investiert. Das sind rund 46 Prozent mehr als 2018 und damit absoluter Rekord. In Österreich ist der Gesamtwert des Investitionsvolumens von 173 Millionen Euro auf 183 Millionen Euro gestiegen, damit liegt das Alpenland europaweit auf Platz 15. Vor allem Biotech-Jungunternehmen konnten hierzulande die Investoren überzeugen. Mit diesen Summen dürfte es vorerst aber vorbei sein, prognostiziert EY. "2019 dürfte vorerst das letzte Rekordjahr für das europäische Start-up-Ökosystem gewesen sein", beobachtet Thomas Gabriel, Partner und Leiter Start-up bei EY Österreich. "Die Coronavirus-Pandemie wird zu deutlich sinkenden Investitionen führen. Außerdem sind bei vielen Unternehmen massive Umsatzausfälle zu erwarten. Damit ist diese Krise eine existenzielle Herausforderung für das europäische und auch das österreichische Start-up-Ökosystem." Wie deutlich Finanzierungen sinken werden, hängt von der Dauer der Krise ab, die größte Bewährungsprobe der Start-up Geschichte steht aber allemal bevor, ist sich Gabriel sicher und fordert Rückhalt: "Es braucht rasch Unterstützungsmaßnahmen und flexible Kapitalzugänge, sonst wird es zu einer starken Rückentwicklung der heimischen Start-up-Szene kommen." Politische Finanzierungsmaßnahmen seien dabei genauso gefragt wie die eigene Minimierung von Kapitalabflüssen und die Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs. Hier ist Planung und vorausschauendes Denken alles und genau da möchte EY ansetzen. Das Unternehmen unterstützt österreichische Start-Ups mit kostenlosen Finanzierungsplanungstools, die dabei helfen sollen, die finanziellen Auswirkungen von COVID-19 auf ihr Business zu beurteilen. Start-ups können sich einfach unter https://thefinancenavigator.ey.com/register mit dem Code COVID19FN registrieren.

Wie stark einzelne Start-ups von der Krise betroffen sind, hängt allerdings ganz von der Branche ab. Schwierig wird es wohl für Unternehmen aus den Bereichen Travel, Mobility und Events werden. Andere könnten wiederum sogar gestärkt aus der Krise hervorgehen. "Digital Health im weitesten Sinne wird boomen – einige dieser Lösungen waren schon in den vergangenen Jahren in Gang gebracht worden. Hier wird sich jetzt die Entwicklung eindeutig beschleunigen. Biotech- und Medtech-Unternehmen erzielten schon 2019 die höchsten Finanzierungssummen in Österreich und werden natürlich weiter gewinnen. Die Bereiche Logistik, Food, Online-Handel, Online-Learning, Online-Kommunikation und Saas-Modelle könnten mittelfristig ebenfalls einen Aufschwung erleben", meint Gabriel.
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