EU-Bio-Tag: Bio ist weiter auf dem Vormarsch
 
EU-Bio-Tag

Bio ist weiter auf dem Vormarsch

rh2010/stock.adobe.com

Der 23. September wurde nun offiziell zum EU-Bio-Tag erklärt. In Österreich ist Bio weiter im Trend. Die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln kletter mit knapp 2,4 Milliarden Euro Umsatz auf ein neues Rekordhoch

Heute haben das Europäische Parlament, der Rat der Europäischen Union und die Europäische Kommission in Brüssel eine Erklärung unterzeichnet, in welcher der 23. September offiziell zum EU-Bio-Tag erklärt wird. "Dieser EU-Bio-Tag ist eine wichtige Maßnahme zur Bewusstseinsbildung in Sachen Bio und auch eine gute Gelegenheit zur jährlichen Ist-Stands-Erhebung, wie weit man in der Umsetzung der Ziele in Bezug auf die Entwicklung der Bio-Landwirtschaft gesetzt hat, bereits gekommen ist", zeigt sich Bio Austria Obfrau Gertraud Grabmann erfreut. Damit einher geht der klare Auftrag an die Mitgliedstaaten, in ihren jeweiligen Strategieplänen zur Umsetzung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) auf individuellen Notwendigkeiten zur Stärkung der Bio-Land- und -Lebensmittelwirtschaft einzugehen und die Instrumente der GAP dafür bestmöglich zu nutzen. Nachholbedarf ist gegeben, auch in Österreich. Vor allem die Bio-Landwirtschaft müsse weiter gestärkt werden, wie Grabmann betont. Im Gegensatz zu der stagnierenden Entwicklung in der österreichischen Produktion, haben die Um- und Absätze in den Supermärkten stark zugenommen.

Elf Prozent Bio

Bei den Konsumenten ist das Thema Bio aber bereits angekommen. Mittlerweile werden nach RollAMA-Haushaltspanel mehr als 11 Prozent der frischen Lebensmittel (exkl. Brot und Gebäck) im LEH in Bio-Qualität gekauft. Den höchsten Bio-Anteil im österreichischen LEH verbuchen die Sortimente Milch und Naturjoghurt. Fast jedes dritte Produkt dieser Kategorie wurde biologisch produziert. Erdäpfel, Eier und Frischgemüse liegen ebenfalls weit über dem Durchschnitt. Jedes zehnte Produkt in den Warengruppen Obst, Butter und Käse stammt aus biologischer Landwirtschaft. Bio-Fleisch und Bio-Geflügel haben in den ersten sechs Monaten dieses Jahres leicht zugelegt. Auch der Bio-Anteil von Wurst und Schinken ist gestiegen. Damit wurde ein Umsatz von 717 Millionen Euro erreicht. Betrachtet man den Bio-Lebensmittel-Gesamtmarkt ergibt sich ein Umsatzrekord von 2,4 Milliarden Euro, das sind um 316 Millionen Euro beziehungsweise 15 Prozent mehr Umsatz als im Vorjahr.

Nahezu jeder Haushalt in Österreich kaufte in den vergangenen Monaten mindestens einmal ein Bio-Produkt. 96 Prozent aller Haushalte werden somit erreicht. Bei durchschnittlich 24 Einkaufsfällen landeten insgesamt 31 kg Bio-Lebensmittel im Wagerl. Es steigt also nicht nur die Frequenz, sondern auch die Intensität. Gründe sind laut AMA der Wunsch, sich gesund zu ernähren. Nachhaltigkeit, Tier- und Umweltschutz sind ebenfalls vielfach ein Anlass, sich mit Bio zu beschäftigen. Motivierend wirkt auch eine positive Erfahrung mit Bio-Produkten. Angebote in den Geschäften und Aktionen schaffen Anreize, sich für Bio zu interessieren. Gefragt nach dem konkreten Kaufmotiv liegt die eigene Ernährungsweise an erster Stelle, gefolgt vom Geschmack und dem Verzicht auf chemisch-synthetische Dünge- und Pflanzenschutzmittel in der biologischen Landwirtschaft.
stats