EY: Europas Start-ups vor existenzieller Hera...
 
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Europas Start-ups vor existenzieller Herausforderung

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Thomas Gabriel, EY Österreich
Thomas Gabriel, EY Österreich

Lagen die Finanzierungen der Jungunternehmen im Jahr 2019 noch auf einem Rekordniveau, so ist nun aufgrund der Coronakrise ein massiver Einbruch zu erwarten.

Letztes Jahr stieg der Gesamtwert der Start-up-Finanzierungen in Europa im Vergleich zum Vorjahr um 46 Prozent auf 31,1 Milliarden Euro. Die Zahl der Finanzierungsrunden legte allerdings nur um ein Prozent zu – der Rückgang erfolgte bereits im zweiten Halbjahr 2019. Das sind Ergebnisse des Start-up-Barometers der Prüfungs- und Beratungsorganisation EY. Die Studie basiert auf einer Analyse der Investitionen in europäische Start-ups. Als Start-ups werden dabei Unternehmen gewertet, die nicht älter als zehn Jahre sind.

2019 dürfte vorerst das letzte Rekordjahr für das europäische Start-up-Ökosystem gewesen sein“, beobachtet Thomas Gabriel, Partner und Leiter Start-up bei EY Österreich. „Die Coronavirus-Pandemie wird zu deutlich sinkenden Investitionen führen. Außerdem sind bei vielen Unternehmen massive Umsatzausfälle zu erwarten. Damit ist diese Krise eine existenzielle Herausforderung für das europäische und auch das österreichische Start-up-Ökosystem.“

Im Jahr 2020 dürften sowohl die Zahl der Deals als auch die investierten Summen deutlich sinken, erwartet Gabriel. Wie stark, hänge von der Intensität und Dauer der aktuellen Krise ab: „Niemand kann derzeit prognostizieren, wie lange die aktuelle Vollbremsung der Wirtschaft und des öffentlichen Lebens andauert. Fest steht aber, dass das heimische Start-up-Ökosystem vor der größten Bewährungsprobe seiner Geschichte steht. Es braucht rasch Unterstützungsmaßnahmen und flexible Kapitalzugänge, sonst wird es zu einer starken Rückentwicklung der heimischen Start-up-Szene kommen“.
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