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Fairtrade: Erneut zweistelliges Absatzplus

Fairtrade International / Sean Hawkey
Mit einem 2015er-Plus von 38,3 % boomt Fairtrade-Kakao © Fairtrade International / Sean Hawkey
Mit einem 2015er-Plus von 38,3 % boomt Fairtrade-Kakao © Fairtrade International / Sean Hawkey

Der Umsatz mit Fairtrade-Produkten stieg im Jahr 2015 um 24 %. Insgesamt 185 Mio. Euro gaben die Menschen in Österreich im vergangenen Jahr für Fairtrade-Produkte aus. Pro Kopf sind das 21,50 Euro im Jahr, Österreich befindet sich damit unter den Top 5 weltweit.

Dieses Wachstum bedeutet für die Fairtrade-Produzentenorganisationen, dass sie mehr ihrer Rohstoffe zu Fairtrade-Bedingungen verkaufen können. „Die Direkteinnahmen der Produzentenorganisationen durch den Verkauf von Fairtrade-Produkten in Österreich betragen alleine im Jahr 2015 32,6 Mio. US-Dollar und damit 12,4 % mehr als im Vorjahr“, meint dazu Hartwig Kirner, Geschäftsführer von Fairtrade Österreich. Trotz dieser positiven Entwicklung bleibt noch viel zu tun: „Wir brauchen einen grundsätzlichen Wandel im Handel. Globale Lieferketten müssen nachhaltiger gestaltet werden, damit auch diejenigen, die am Anfang der Kette stehen, ein Leben in Würde führen können. Fairtrade treibt diesen Wandel voran“, so Kirner weiter.

Fairtrade-Kakao: plus 38,3 %

Die Plus-Tendenz in der Bilanz wird vom Kakao angeführt. Das Plus von 38,3 % ist darauf zurückzuführen, dass einige traditionelle Schokoladehersteller Österreichs auf Fairtrade-Kakao umgestellt haben; nach Gewicht ausgedrückt, handelt es sich in diesem Bereich um eine Steigerung auf 1.260 Tonnen Kakaobohnen. Diese Tendenz war bereits im Vorjahr absehbar (cash.at berichtete). Man freut sich auch über die Entwicklung beim Rohkaffee: 3.136 Tonnen (+ 13,3 %) wurden in Österreich im Jahr 2015 verwendet. Fairtrade-Bananen (+11,8 % auf 17.190 Tonnen), -Rosen (43 Mio. Stiele, +4,4 %) und -Fruchtsaftkonzentrat (993 Tonnen, +9,8 %) tragen ebenfalls zur erfreulichen Gesamtentwicklung bei.

Bereits 10 % Umsatzanteil im Außer-Haus-Markt

In mehr als 1.800 Cafés, Bäckereien, Hotels, Restaurants und Kantinen werden rund 10 % des geschätzten Umsatzes mit Fairtrade-Produkten generiert. Im vergangenen Jahr stellten u.a. das Café Schwarzenberg in Wien und Eduscho/Tchibo (100 %) auf „Fairtrade- Ausschank“ um. Die wichtigsten Produkte sind dabei Kaffee und Heißgetränke (29 % Gastroanteil an der Gesamtmenge), Schokolade und Süßwaren (7 % Gastroanteil) sowie Fruchtsäfte und alkoholfreie Getränke (9 % Gastroanteil).

Fairtrade in Österreichs Gemeinden und Schulen

Neben den bereits 147 Fairtrade-Gemeinden (wie etwa Perchtoldsdorf), -Städten und -Bezirken startete im Jahr 2014 die Fairtrade-Schools-Kampagne. Das Ziel ist es, über kreative Aktionen den fairen Handel in die Schule und den Unterricht zu bringen. Kinder und Lehrkräfte setzten so gemeinsam ein starkes Zeichen für mehr Gerechtigkeit im internationalen Handel. 28 Fairtrade-Schulen gibt es bereits in Österreich, sie sind Teil eines Netzwerkes von ca. 1.500 Fairtrade-Schools weltweit.

Zu den Einzelergebnisse siehe die hier mitgelieferte Datei.

Fairtrade Österreich setzte im Jahr 2015 um 24 % mehr von seinen Produkten um © Fairtrade Österreich
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Fairtrade Österreich setzte im Jahr 2015 um 24 % mehr von seinen Produkten um © Fairtrade Österreich


Hartwig Kirner, Geschäftsführer von Fairtrade Österreich © Fairtrade Österreich
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Hartwig Kirner, Geschäftsführer von Fairtrade Österreich © Fairtrade Österreich
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