Fairtrade/Rosen Waibel (Update 1.4.): "Verkau...
 
Fairtrade/Rosen Waibel (Update 1.4.)

"Verkaufsverbote schaden nur"

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Fairtrade spricht sich entschieden dagegen aus, dass im LEH nur noch Lebensmittel verkauft werden dürfen und nimmt Blumen als Positivbeispiel.

Fairtrade Österreich hat sich in einer Aussendung deutlich gegen Verkaufsverbote im LEH ausgesprochen. "Aus dem Fachhandel mehrt sich aktuell die Kritik daran, dass Supermärkte neben Lebensmitteln und Dingen des täglichen Bedarfs auch Kleidung, Elektronik und Blumen verkaufen. Wir haben großes Verständnis für die schwierige Situation von Branchen, die durch die aktuellen Maßnahmen betroffen sind. Sie verdienen unser Mitgefühl und vor allem Unterstützungsmaßnahmen, die ihnen über diese schwere Zeit helfen", heißt es darin.

Ein Verkaufsverbot gewisser Warengruppen - Blumen werden hier etwa genannt - tragen jedoch nicht zur Minimierung sozialer Kontakte bei. Der Verkauf von Rosen im LEH würde aus der Sicht von Fairtrade sogar den betroffenen Fachhändlern helfen: "Wenn man den Supermärkten jetzt vorschreibt Fairtrade-Rosen, die seit Jahren im Sortiment sind, aus dem Verkauf zu nehmen, ist niemandem geholfen, aber weiteren Wirtschaftszweigen geschadet. Denn ein Rosenstrauß der heute gekauft wird, verhindert keinen Absatz von Blumen im Fachhandel in einigen Wochen oder Monaten. Aber jeder Kauf hilft unserem Staat mit Steuergeldern, stärkt die heimischen Zulieferbetriebe und trägt dazu bei, dass Blumenfarmen überleben können. Ein Handelsstopp hilft dem Blumen-Fachhandel nicht, gefährdet aber die Gesundheit und finanzielle Existenz unzähliger Menschen in den Anbauländern sowie österreichischen Zulieferbetrieben, die mit den Rosen handeln."

Update 1.4.

Der Fairtrade-Lizenzpartner Rosen Waibel Münchendorf schließt sich dem Statement der NGO an: "Wenn der österreichische Lebensmittelhandel keine heimischen Tulpen mehr im Sortiment führt, dann verwelken nicht nur die bunten Vorboten des Frühlings, dann muss unser Betrieb schließen", fasst der geschäftsführende Gesellschafter Marco Waibel zusammen. Sein Betrieb liefert täglich 150.000 Stück Tulpen an Handelsketten wie Rewe International oder Hofer.

Die Konsequenzen eines Verkaufsverbotes beschreibt er im Detail: "Der österreichische Lebensmittelhandel arbeitet vorrangig mit heimischen Lieferanten zusammen, wo auch immer es die Gegebenheiten zulassen. Wie bei anderen Warengruppen auch, sind die Einkäuferinnen und Einkäufer der großen Lebensmittelmärkte stets darum bemüht, das beste Angebot zu finden, dieses zu prüfen und dann in ihr Sortiment zu übernehmen. Sollten die skizzierten Überlegungen realisiert und der Lebensmittelhandel bezogen auf diese Warengruppe eingeschränkt werden, hätte das unmittelbar gravierende Auswirkungen auf die Fortführung unseres Betriebes: Wir müssten mehr als 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Standort Münchendorf kündigen, davon rund zwei Drittel Frauen, da das Kurzarbeit-Modell in diesem Fall nicht greift. Denn ohne entsprechende Abnehmer muss die Produktion dieser verderblichen Ware vollständig eingestellt werden. Damit würden unsere Tulpen als Existenzgrundlage und somit auch der Betrieb verwelken."

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