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Firmenchef Haberleitner Opfer von Millionen-Diebstahl

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dayli-Chef Rudolf Haberleitner bestätigte den Diebstahl von einer Million Euro Bargeld. ©Svec
dayli-Chef Rudolf Haberleitner bestätigte den Diebstahl von einer Million Euro Bargeld. ©Svec

Die vermeintliche Rettungsaktion ging gründlich schief. dayli-Chef Rudolf Haberleitner wurde im italienischen Udine offenbar Opfer von Betrügern. Eine Million Euro Bargeld gelten als gestohlen.

Während die rund 3.300 Mitarbeiter von dayli in Österreich weiter auf die Auszahlung der Juni-Gehälter und damit auch des Urlaubsgeldes warten und Lieferanten laut darüber nachdenken, Konkursanträge zu stellen, scheint Unternehmenschef Rudolf Haberleitner auf seiner verzweifelten Suche nach Investoren Opfer eines Verbrechens geworden zu sein.

Jedenfalls bestätigte er heute (2. 7., Anm. d. Red.), dass ihm gestern bei einem Treffen mit einem vermeintlichen Interessenten im norditalienischen Udine Bargeld in Höhe von einer Million Euro gestohlen wurde. Ein angeblicher Firmen-Chef zweier Unternehmen aus dem lombardischen Bergamo sei - eingefädelt durch einen Freund Haberleitners - bereit gewesen, 25 Mio. Euro in seine angeschlagene Handelskette zu investieren. Es wäre aber ein Vorschuss von einer Million Euro für die Abwicklung des Geschäfts notwendig. Dieses Geld sei ihm entwendet worden. Nun ermittelt die italienische Polizia di Stato.

Massimiliano Ortolan, Polizeidirektor in Udine, gab zudem bekannt, dass auch Ermittlungen wegen des Verdachts der Geldwäsche laufen. Sie würden jedoch nicht direkt Haberleitner selbst betreffen. "Wir wollen klären, mit wem sich der Unternehmer in Udine getroffen hat. Daher überprüfen wir unter anderem die Aufnahmen der internen Videoanlagen des Hotels, in dem das Treffen zwischen dem Österreicher und dem Italiener stattgefunden hat, der ihn betrogen haben soll", so Ortolan. Auch Haberleitner weist aufs schärfste zurück, dass gegen ihn wegen des Verdachts auf Geldwäsche ermittelt wird: "Das ist eine Ente, die uns derart schadet. Es ist skandalös. Sowohl in Udine als auch in Linz hat die Polizei bestätigt, dass das nicht stimmt", so Haberleitner zur APA. Vor dem Treffen in Udine hatte sich Haberleitner auch in der Provinz Venedig mit dem vermeintlichen italienischen Unternehmer getroffen. Ortolan hat jedenfalls Kontakte mit der Wiener Polizei aufgenommen, um mehrere Aspekte des Falls zu klären. Vor allem wolle man herausfinden, wer für Haberleitner den Termin in Udine organisiert habe. "Es handelt sich bestimmt um einen Fall, in dem mehrere Profis am Werk sind", glaubt Ortolan.

Eventuell noch heute könnte ungeachtet des mysteriösen Kriminalfalls bekannt gegeben werden, ob dayli einen Insolvenzantrag stellt oder ein Geldgeber gefunden wurde. Die Zeit drängt. Arbeitsrechtexperte Manfred Wolf von der Gewerkschaft für Privatangestellte (GPA) empfiehlt bereits all jenen Mitarbeitern, bei denen die finanzielle Situation angespannt ist, mit ihrer Hausbank zu sprechen, um etwaige Stundungen oder Umschuldungen zu erreichen. Zudem sollten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausstehende Gehälter und Sonderzahlungen schriftlich einfordern. Die GPA hat dafür ein Formular auf ihrer Homepage zur Verfügung gestellt.

Nicht unerwähnt soll bleiben, dass zumindest für Team-Stronach-Klubobmann Robert Lugar in einer heutigen Presseaussendung der Schuldige an einer allfälligen dayli-Insolvenz bereits fest steht. Er scheint zudem selbst nicht mehr an eine Rettung des Unternehmens zu glauben: "Die Gewerkschaften mit ihrer Macht und Einstellung, alles zu verhindern, haben die 3.300 dayli-Arbeitsplätze am Gewissen ...", meinte im Wahlkampffieber der Klubobmann der Partei des austrokanadischen Milliardärs Frank Stronach in seiner Aussendung an die APA ...
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