Deloitte: Flexible Arbeitszeiten bevorzugt
 
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Flexible Arbeitszeiten bevorzugt

pixabay.com - hamonazaryan1
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Kernzeit adé, dafür in der Freizeit erreichbar - wie sich die Arbeitswelt entwickelt, zeigt eine Studie von Deloitte mit den Unis Wien und Graz.

Wie flexibel sollen Arbeitszeiten sein? Deloitte hat zusammen mit den Unis Wien und Graz die praktische Anwendung von Kernzeiten und Homeoffice analysiert, dafür wurden 214 Führungskräfte und Personalisten befragt. Laut der Studie verlieren Kernarbeitszeiten zunehmend an Bedeutung: Während 2017 noch zwei Drittel aller Unternehmen auf einen Zeitraum mit Anwesenheitspflicht gesetzt haben, ist es jetzt nur mehr die Hälfte. Ein Viertel gibt es das Konzept gar nicht mehr. Das Gegenmodell - Gleitzeit - wird entsprechend beliebter.

Einen 12-Stunden-Tag nutzen 30 % der Unternehmen, eine 30-Stunden-Woche gibt es bei lediglich einem Prozent der Firmen. Wesentlich verbreiteter ist die Option des Home Office: dieses bieten 97 % der befragten Unternehmen zumindest teilweise an. Bei 86 % der Firmen nimmt ein beachtlicher Teil der Mitarbeiter diese Möglichkeit wahr, vor 2 Jahren waren es noch 42 %.

Ebenfalls am Vormarsch ist die Erwartung, dass Mitarbeiter in ihrer Freizeit erreichbar sind. Besonders bei Führungskräften ist das ausgeprägt von ihnen sind 65 % auch abseits der Arbeitszeit erreichbar.

Einen Widerspruch findet die Studie beim Vertrauen in die Mitarbeiter. Während ein Dreiviertel der Befragten angibt, ihnen zu vertrauen, setzen 39 % auf zusätzliche Kontrollmechanismen bei der Zeiterfassung. "Vertrauen bedeutet, Kontrolle aufzugeben. Im Hinblick auf flexibles Arbeiten versuchen aber manche Unternehmen, durch verschiedenste Maßnahmen wieder mehr Kontrolle zu erlangen", analysiert Christian Korunka, Professor für Arbeits- und Organisationspsychologie an der Universität Wien. "Die Unternehmen müssen das Loslassen lernen und innerhalb eines klar kommunizierten Regelwerks eine gesunde Vertrauenskultur entwickeln. Nur so können sie als zeitgemäße Arbeitgeber attraktiv bleiben."
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