Fressnapf: Rekord-Zuwachs bei Fressnapf
 
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Rekord-Zuwachs bei Fressnapf

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Herman Aigner, Geschäftsführer von Fressnapf Österreich.
Herman Aigner, Geschäftsführer von Fressnapf Österreich.

Im Jubliäumsjahr konnte der Heimtierbedarf-Händler ein rasantes Wachstum hinlegen. Damit sind die Weichen für die größte Transformation der Firmengeschichte gestellt.

Fressnapf-Gründer Thorsten Toeller hat sich den 30er seiner Handelskette anders vorgestellt, doch die Geschäftszahlen sind ein schönes Geburtstagsgeschenk: Insgesamt machte die Fressnapf Gruppe 2,654 Milliarden Euro Umsatz, ein Plus von 351 Millionen Euro oder 15,2 Prozent. Dabei entfielen 50 Millionen Euro des Zuwachses auf das Onlinegeschäft, 284 Millionen mehr wurden im stationären Handel eingenommen. Für 2021 ist Toeller vorsichtig optimistisch und geht von einem weiteren Wachstum von über 10 Prozent aus, im Onlinebereich sogar mehr als 40 Prozent. Zudem sollen europaweit mehr als 100 neue Fressnapf-Standorte entstehen und das Webshop-Angebot stark erweitert werden.

Einen Überblick zur Entwicklung in Österreich gibt Hermann Aigner, Geschäftsführer Fressnapf Österreich: "Auch hierzulande wurden sämtliche Ziele übertroffen. Wir haben alle Investitionsvorhaben umgesetzt, wenn auch manche später als ursprünglich geplant. Unsere Exklusivmarken waren bereits zuvor stark, doch 2020 haben sie sich noch besser entwickelt."
In Österreich hat der Händler 215 Millionen Euro umgesetzt, was einem Plus von 18,2 Prozent oder 33 Millionen Euro mehr entspricht. Bemerkenswert: Der Onlineshop konnte einen Umsatz von 13 Millionen Euro - ein Wachstum von 134,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Stationär ist Fressnapf 133 mal in Österreich vertreten, womit hierzulande das dichteste Vertriebsnetz Europas vorhanden ist. Drei Standorte wurden 2020 geschlossen, da sie zu nahe an anderen Filialen platziert waren, für 2021 sind jedoch bereits zwei Öffnungen geplant. Dies ist mancherorts dringend notwendig, da einige Standorte bereits an ihrer Kapazität betrieben werden. Beschäftigt werden 970 Mitarbeiter, 70 mehr als noch im Vorjahr. Investiert in Standorte und Infrastruktur sowie Digitalisierung wurden fünf Millionen Euro.

Herzstück der Unternehmensentwicklung ist das "Fressnapf-Ökosystem", durch das der stationäre Handel, das Onlinegeschäft, die Dienstleistungen wie etwa Tierärzte oder Hundefriseure, das tierfreundliche Reiseangebot und der Pfotenclub - das Kundentreue-System des Händlers - kombiniert werden. Letzterer wird 2021 einen Relauch erhalten. Ein wichtiger Baustein sind hierbei auch die Exklusivmarken, die einen Sortimentsanteil von 55 Prozent ausmachen. Mit ihnen wurden 119 Millionen Euro umgesetzt, ein Wachstum von 15,4 Prozent. Dabei hatten fünf der 16 angebotenen Marken einen Umsatzanteil von über 10 Millionen Euro, "Premiere" hat dabei mit 23 Millionen Euro und fast 20 Prozent Wachstum am besten performt.

Für 2021 geht Aigner von einem Wachstum im hohen einstelligen Bereich aus, online mit Sicherheit zweistellig. Zudem wird das City-Konzept für Filialen weiter probiert: Einen Store auf kleiner Fläche gibt es bereits in Wien, dieser umfasst 180 m2 statt den üblichen 500 m2 aufwärts. Im urbanen Gebiet könnten hier neue Standorte erschlossen werden. Eher etwas für die großen Standorte ist die Kooperation mit dem TierQuartier Wien: Das Tierheim wird eine "Adoptierstube" als Außenposten in den Fressnapf-Märkten einrichten. Dort werden vorrangig Kleintiere und Reptilien untergebracht, die neue Besitzer suchen. Meldet jemand Interesse an, tritt das TierQuartier in Kontakt und eine Adoption wird arrangiert, das Tier kann dann direkt im Markt mitgenommen werden.

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