Strasser Markt Perg/Naarn: Frisch, freundlich...
 
Fotos: Christian Pleschberger
V.l.n.r.: Herbert Strasser, Alois Gradauer, Maria Pfeiffer, Anna Strasser, Johann Strasser, Pfeiffer Holding-Geschäftsführer Erich Schönleitner, Pfeiffer Vertriebsleiter Großhandel Peter Gusenbauer© Fotos: Christian Pleschberger
V.l.n.r.: Herbert Strasser, Alois Gradauer, Maria Pfeiffer, Anna Strasser, Johann Strasser, Pfeiffer Holding-Geschäftsführer Erich Schönleitner, Pfeiffer Vertriebsleiter Großhandel Peter Gusenbauer© Fotos: Christian Pleschberger

Im Jahr 1959 eröffnete Franz Strasser auf 90 Quadratmetern sein Geschäft in Perg. Die Verkaufsfläche hat sich seither mehr als verzwanzigfacht. Im Mühlviertel gilt der Strasser Markt längst als regionale Marke und Synonym für Nahversorgung.

Dabei hätte alles auch ganz anders kommen können, denn eigentlich wollte Franz Strasser zunächst das Lebensmittelgeschäft seiner Mutter in Naarn im Machland übernehmen und ausbauen. Auch ein passendes Grundstück dafür war schon gefunden. Doch dann legte die Gemeinde ihr Veto ein. Auf der Suche nach einem geeigneten Standort für die örtliche Volksschule hatte sie selbst ein Auge auf die Parzelle geworfen. Besser klappte es schließlich im nur wenige Kilometer entfernten Perg. Auf einer Fläche von 90 Quadratmetern eröffnete Franz Strasser dort im Jahr 1959 sein erstes Geschäft auf eigenem Grund. „Freilich war die Handelslandschaft in Perg zu der Zeit noch eine ganz andere“, erinnert sich Johann Strasser. Gemeinsam mit Bruder Herbert und mit tatkräftiger Unterstützung der Schwestern Elisabeth, Andrea und Susanne, führt er seit dem Tod von Vater Franz vor zwei Jahren die Geschäfte des Familienunternehmens. „Damals gab’s noch in fast jeder Straße einen Kramerladen.“ Überlebt hat von den ehemals 18 Kaufleuten in der Mühlviertler Bezirkshauptstadt lediglich der Betrieb der Familie Strasser. Aber nicht, weil die Wettbewerbssituation über all die Jahre so viel einfacher geworden wäre, im Gegenteil: Heute sind so gut wie alle namhaften Lebensmittelfilialisten in der Stadtgemeinde präsent.

Gutes vernetzt



Dass sich der Strasser Markt über die Zeit nicht nur behaupten, sondern im Lauf der Jahre zu seiner heutigen Größe entwickeln konnte, führen die Geschwister Strasser nicht zuletzt auf die guten Kontakte zur Bevölkerung zurück. „Die Leut’ wollen nicht nur gesehen, sondern auch wahrgenommen werden“, weiß Johann Strasser.
Nicht minder bedeutend sind für die Strassers intakte Beziehungen zu den Lieferanten. Etwas, was die Eltern Franz und Anna Strasser ihren Kindern ebenfalls stets vorgelebt haben. „Wir sind eben in die Regionalität hineingeboren“, lautet schließlich auch Johann Strassers einfache, aber plausible Erklärung für die traditionell guten Kontakte der Kaufmannsfamilie zur bzw. ihr Verständnis für die Landwirtschaft. Produkte wie Salat, Erdäpfel, Fleisch oder Eier liefern noch heute fast ausnahmslos lokale Erzeuger.

Starke Bande



Starke emotionale Bande bestehen auch zwischen der Familie Strasser und ihrem Großhändler Pfeiffer. „Die Grundwerte, für die Pfeiffer steht, wie z.B. Ehrlichkeit, Freundlichkeit und Teamgeist, decken sich sehr stark mit denen, für die auch wir eintreten. Hinzu kommt, dass uns Pfeiffer genügend Spielraum lässt, die eigene Identität zu leben“, macht Johann Strasser aus seiner Präferenz kein Hehl. Eine wirkliche Störung hat die Beziehung der beiden Unternehmen zueinander nie erfahren. Schon deshalb ist für Johann Strasser ein Wechsel des Großhändlers völlig undenkbar, käme das doch einer Scheidung gleich.

Erstklassiges Team



Doch auch den Beitrag der Mitarbeiter zum Unternehmenserfolg würdigt Johann Strasser. Es ficht ihn nicht an, dass sein Unternehmen in puncto Personalkosten etwas über dem branchenüblichen Prozentsatz liegt. „Da wir andererseits keine Miete zahlen, sind wir mit den Kosten letztlich wieder dort, wo wir liegen sollten“, räumt er ein.
Die Mitarbeiter danken die Wertschätzung, die sie seitens des Arbeitgebers erfahren, auf ihre Weise. Die Fluktuationsrate ist gering. Viele beginnen als Lehrling und bleiben dem Betrieb bis zu ihrer Pensionierung treu. Auch ist Johann Strasser immer wieder positiv ob der Lösungskompetenz seiner Mitarbeiter überrascht. „Sie kommen kaum mit Problemen zu mir, eher mit Lösungsvorschlägen. Und die sind oft besser als meine eigenen“, stellt der Chef seiner Mannschaft ein erstklassiges Zeugnis aus. Dass die Zuständigkeiten unter den im Betrieb tätigen Familienmitgliedern klar geregelt sind, trägt dabei genau so zum konstruktiven Arbeitsklima bei wie der Umstand, dass auch die Mitarbeiter selbst mit entsprechenden Kompetenzen ausgestattet sind. So etwa werden die Personaleinsatzpläne in den einzelnen Abteilungen eigenverantwortlich von den Mitarbeitern erstellt.

Sichere Zukunft



Zukunftsängste sind den Strassers wohl auch deshalb fremd. „Lediglich als 2003 das neue Shopping Center am Stadtrand eröffnet wurde, haben wir verschiedene Krisenszenarien durchgerechnet und als eine Konsequenz daraus das Erscheinen unseres Flugblattes von einem 14-tägigen auf einen wöchentlichen Rhythmus umgestellt“, schildert Johann Strasser. „Dadurch konnten wir unseren Umsatz nicht nur halten, sondern binnen Kurzem sogar spürbar steigern.“ Seine persönliche Lehre aus dem Ganzen: „Sich nicht fürchten, sondern die Dinge so nehmen, wie sie kommen.“ Im Moment schmiedet die Kaufmannsfamilie aus Perg jedenfalls schon wieder eifrig Zukunftspläne. Nach dem Totalumbau der Filiale in Naarn im vergangenen Jahr sollen die bislang getrennt geführten Warenwirtschaftssysteme beider Standorte demnächst zu einem einzigen zusammengeführt werden, und auch für den Standort Perg gibt es Ausbaupläne. „Schließlich ist ein Geschäft auf der Höhe der Zeit die beste Zukunftsvorsorge“, ist man im Haus Strasser überzeugt.

Die Perger kaufen gern im Strasser Markt ein.
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Die Perger kaufen gern im Strasser Markt ein.


Das Herzstück des Lebensmittelgeschäftes in Perg: die Feinkostabteilung.
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Das Herzstück des Lebensmittelgeschäftes in Perg: die Feinkostabteilung.


Familie Strasser verabschiedet eine treue Mitarbeiterin in die Karenz.
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Familie Strasser verabschiedet eine treue Mitarbeiterin in die Karenz.


Für ein Gespräch mit Kunden ist immer Zeit.
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Für ein Gespräch mit Kunden ist immer Zeit.


Die Nah&Frisch-Filiale in Naarn vor und nach dem Umbau durch die Architekten Poppe*Prehal.© Foto: Poppe*Prehal
Foto: Poppe*Prehal
Die Nah&Frisch-Filiale in Naarn vor und nach dem Umbau durch die Architekten Poppe*Prehal.© Foto: Poppe*Prehal
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