Gallup Institut/Coronavirus: Nach Lockdown: S...
 
Gallup Institut/Coronavirus

Nach Lockdown: Sturm auf die Geschäfte

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Michael Nitsche, Geschäftsführer Österreichisches Gallup Institut
Michael Nitsche, Geschäftsführer Österreichisches Gallup Institut

Das Gallup Institut erwartet am Montag einen Run auf Einkaufszentren, Baumärkte, den Elektronik- und den Spielzeughandel.

Ab Montag, 7. Dezember, wird der wiedereröffnete Einzelhandel mit starken Kundenströmen rechnen müssen, wie das Gallup Institut anhand von einer repräsentativen Umfrage (n = 1.000) ableitet. Rund die Hälfte der Österreicher hat die Weihnachtseinkäufe nämlich noch nicht erledigt. Wiederum die Hälfte davon wartet laut der Befragung die Wiedereröffnung des stationären Handels nach dem Lockdown ab. Rund vierzig Prozent kaufen hingegen online ein, wobei Amazon hier die beliebteste Plattform ist.

Gallup-Chef Michael Nitsche: "Heimische Online-Plattformen spielen im Onlinehandel nur eine untergeordnete Rolle. Der Lockdown wirkt daher als riesige Werbekampagne für Amazon und leitet einen beträchtlichen Teil der verfügbaren Budgets dorthin um. Der Verlierer sind der Handel und die österreichische Finanzverwaltung, die geringere Steuereinnahmen lukriert".

Dazu ergänzt Anton Salesny, Institut für Handel & Marketing der Wirtschaftsuniversität Wien: "Viele Menschen haben heuer aufgrund der Sondersituation entschieden, noch stärker online zu kaufen. Dabei versuchten nur weniger als 20 Prozent der Online-Käufer, ausschließlich bei österreichischen Anbietern zu kaufen. Der Gewinner der Krise heißt eindeutig Amazon. Neu geschaffene Plattformen müssen sich, was die Einfachheit des Shoppens betrifft, an diesem Benchmark orientieren. Trotzdem hat der stationäre Einzelhandel auch dieses Jahr für die Konsumenten hohe Relevanz für den Kauf von Weihnachtsgeschenken. Die erfreuliche Nachricht für kleine Händler ist: Zahlreiche Konsumenten planen, ihre Weihnachtseinkäufe in kleinen lokalen Geschäften zu erledigen."

Run auf Einkaufszentren

Wohin es die stationären Shopper zieht, zeigt die Umfrage: 48 Prozent werden Shopping Center aufsuchen, 44 Prozent Drogerie- und Parfümeriemärkte und 42 Prozent werden beim Fachhandel (Baumärkte, Spielzeug, Elektronik, Bücher oder Bekleidung) einkaufen. Dabei werden 39 Prozent gezielt in kleine Geschäfte gehen. Supermärkte stehen mit 26 Prozent recht weit unten auf der Liste, da sie während des Lockdowns geöffnet waren. Die Hoffnung von 16 Prozent, Geschenke auf einem Weihnachtsmarkt zu finden, dürfte durch die Corona-Regeln mittlerweile vergebens sein.

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