Gastkommentar David Rölleke: Krisenmanagement...
 
Gastkommentar David Rölleke

Krisenmanagement: Der richtige Umgang mit der Krise

Rölleke Medien Management

Rückrufaktionen kommen in der Lebensmittelindustrie öfter mal vor. Diese werden von den Kunden jedoch meist gut aufgenommen und als Vorsichtsmaßnahme des Unternehmens verstanden. Doch was ist, wenn die Krise zu groß geworden ist und schon eine hohe mediale Aufmerksamkeit „genießt“? 

Der richtige Umgang mit der Krise ist in so einer Situation unabdingbar. Ein Krisenmanagement muss her. Doch wie sieht gutes Krisenmanagement aus? David Rölleke, ein selbstständiger PR-Berater mit langjähriger Erfahrung in TV- und Printmedienindustrie, beschreibt einen Ablauf, der Ihre Krisenkommunikation vereinfachen soll.

Was tun, wenn alles anders ist?

Ganz wichtig: Ruhe bewahren. Sollte bisher noch kein Krisenplan bestehen, muss nun zuerst dringend ein Krisenmanager engagiert werden. Dieser trifft wichtige Entscheidungen und ist der Vermittler zwischen Ihrem Unternehmen und den Medien. Alternativ können auch ein PR Manager und ein Anwalt kontaktiert werden. Diese sind dann allerdings nur beratend und nicht in der Exekutive tätig. Benachrichtigen Sie zudem auch Ihre Social Media Agentur. Stellen Sie die Situation allen ausführlich da und legen Sie Fehlverhalten offen. Das ist der erste Schritt, wenn alles anders ist.

Bilden Sie ein Krisenteam

Als Geschäftsführer sind Sie selbstverständlich Teil des Krisenteams. Weiter enthalten sind der PR-Manager, ein Anwalt und ein Online Marketer. Der PR-Manager tritt dabei als Kommunikator zu den Medien auf. Daher sollte er ein absoluter Medienprofi mit einer geballten Reputation und guten Kontakten zu Journalisten sein. Der Anwalt des Krisenteams ist der erste Ansprechpartner bei rechtlichen Fragen. Je nach Krisensituation ist ein Anwalt auch in der Lage eine einstweilige Verfügung gegen Journalisten zu erwirken. Ein Rechtsexperte ist allerdings auch schon hilfreich. Wenn Sie Social Media nutzen, ist der Online Marketer ebenfalls unabdinglich. Er beantwortet Nutzeranfragen und gibt während der Krise schnelle und kompetente Antworten auf die Fragen Ihrer Kunden.

Informationen liefern

Sobald die Branchenprofis eingetroffen sind, müssen Sie jegliches Fehlverhalten aufdecken und die Situation ausgiebig schildern. Liefern Sie alle Informationen, die benötigt werden. Anschließend müssen Sie die Verantwortung für die Krisenkommunikation abgeben. Geben Sie bloß kein Interview, wenn Sie emotional geladen sind. Im schlimmsten Fall können Sie sich so noch mehr in die Krise sprechen.

Der richtige Umgang mit den Medien

Medien müssen höflich, aber auch professionell bearbeitet werden. Das Herausfinden der Richtung, in die die Berichterstattung gehen soll, ist ebenfalls wichtig. So kann das Krisenmanagement spezifischer gestaltet werden. Denken Sie auch an die Möglichkeit des Gesprächsabbruchs mit Journalisten, falls sich ein Gespräch in die falsche Richtung entwickelt.

Die Mitarbeiter

Informieren Sie Ihre Mitarbeiter und beruhigen Sie diese. Legen Sie auch für Ihre Mitarbeiter klare Richtlinien zum Umgang mit der Krise fest. Es sollten weder Fotos noch Gespräche in die Hände von Journalisten geraten. Erinnern Sie Ihre Mitarbeiter an ihre Funktion als Rückgrat des Unternehmens und binden Sie diese auch in Ihre Krisenkommunikation mit ein.

Nutzen Sie die Krise für den unternehmerischen Neuanfang

Lernen Sie aus der Krise und ändern Sie Ihr Verhalten in Ihrem Unternehmen. Nutzen Sie die Ihnen noch verbleibende PR und Aufmerksamkeit der Journalisten, um Ihren unternehmerischen Neuanfang publik zu machen. Denn nach einer Krise kommt auch ein Neustart.
AD PERSONAM

David Rölleke ist selbstständiger PR-Berater und berät Wirtschaftskonzerne im Bereich Kommunikation nach jahrelanger Arbeit für hochrangige TV, Online- und Printmedien. Er gilt als einer der bekanntesten Medienprofis in Deutschland.

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