Gastkommentar Uwe Knop: Gibt es gesunde Leben...
 
Gastkommentar Uwe Knop

Gibt es gesunde Lebensmittel? Nein!

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Obst und Gemüse gelten als gesunde Lebensmittel, ebenso Vollkorn mit viel Ballaststoffen. Fast Food, Weißbrot und Süßigkeiten hingegen sind der Inbegriff ungesunder Lebensmittel. So wird zumindest der noch immer weit verbreite Glaube gepredigt – ein Irrglaube. Denn diese polemische schwarz/weiß-Kategorisierung lehnen sogar die 7 großen ernährungswissenschaftlichen Fachorganisationen kategorisch ab – und zwar unisono. Und damit ist das Zeitalter der „gesunden und ungesunden Lebensmittel“ ein für alle Mal hoch offiziell beendet.

Nachfolgend finden Sie die Zusammenstellung der absolut einstimmigen Statements der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung (SGE), der Österreichischen Gesellschaft für Ernährung (ÖGE), dem deutschen Bundeszentrum für Ernährung (BfZE), dem Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) sowie der beiden Berufsverbände in Deutschland und Österreich, dem Verband der Oecotrophologen (VDOE) und dem Verband der Ernährungswissenschafter Österreichs (VEÖ):

»Wir brauchen keine rigiden Regeln und keine Einteilung in gesunde oder ungesunde oder Lebensmittel. Entscheidend ist, wie viel ich wovon esse.«
Harald Seitz, Leitung Referat Öffentlichkeitsarbeit, Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) (März 2019)

»Die generelle Einteilung in gesund und ungesund finden wir schwierig. Denn ob ein Lebensmittel letztendlich gesund oder ungesund ist, wird durch die aufgenommene Menge bestimmt.«
Sonja Schäche, Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) (März 2019)

»Es gibt keine verbotenen Lebensmittel. Die Kombination der Lebensmittel im richtigen Verhältnis macht eine ausgewogene Ernährung aus.«
Thomas Krienbühl, Fachexperte Kommunikation, Schweizerische Gesellschaft für Ernährung SGE (März 2019)

»Lebensmittel sind nicht als „gesund“ oder „ungesund“ zu werten. Entscheidend für eine ausgewogene Ernährung sind die Menge, die Kombination und die Zubereitung von Lebensmitteln.«
Mag. Alexandra Hofer, Geschäftsführung, Österreichische Gesellschaft für Ernährung (ÖGE) (März 2019)

»Eine Einteilung in gesunde und ungesunde Lebensmittel halten wir nicht für sinnvoll. Entscheidend ist, wie viel ich wovon esse.«
Antje Gahl, Leitung Referat Öffentlichkeitsarbeit, Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) (März 2019)

»Von „gesunden“ oder „ungesunden“ Lebensmitteln zu sprechen, greift bei der Komplexität der Ernährung zu kurz. Populistische Empfehlungen einzelner so genannter „gesunder“ Lebensmittel oder gar Verbote vermeintlich „ungesunder“ Lebensmittel sind eher kontraproduktiv und können zu „Consumer Confusion“ führen.«
Dr. Andrea Lambeck, Geschäftsführerin, BerufsVerband Oecotrophologie e. V. (VDOE) (Mai 2019)

»Die Beziehung zwischen Mensch und Lebensmittel ist zu komplex, um daraus eine hilfreiche Einteilung in gute und schlechte Lebensmittel ableiten zu können.«
Mag. Andreas Schmölzer, 1. Vorstandsvorsitzender, Verband der Ernährungswissenschafter Österreichs (VEÖ) (Mai 2019)

Für manche Gesundkostgläubige sind diese „7 auf einen Streich“ ein harter Schlag auf´s Vollkornbrot. Aber da müssen wir jetzt alle durch. Diese Ära ist vorbei. A

Fazit: Die strikte Einteilung in „gesunde“ und „ungesunde“ Lebensmittel ist weder zeitgemäß noch wissenschaftlich belegbar. Nichtsdestotrotz „lebt“ dieser Glaube immer noch weiter – weil genug missionierende Ernährungsapostel diese obsolete Fakenews kolportieren und als „Heilsbringer“ unters Volk bringen. Und das aus den unterschiedlichsten Gründen – ideologisch, Dummheit, pekuniär. Sie wissen es jetzt besser.

In diesem Sinne: Guten Hunger auf leckere Lebensmittel! Und lassen sie das Essen links liegen, das Ihnen nicht schmeckt und das sie nicht vertragen. 

Hinweis: Die o.a. Statement-Phalanx der 7 großen ernährungswissenschaftlichen D-A-CH-Institutionen zur Einteilung in gesunde und ungesunde Lebensmittel  sind erstmals im neuen Buch "Dein Körpernavigator zum besten Essen aller Zeiten" konzertiert publiziert.

Ad personam
Uwe Knop ist Diplom-Ökotrophologe und Buchautor (u. a. „Dein Körpernavigator“). Seit mehr als zehn Jahren bildet die objektive, ideologiefreie und kritische Analyse Tausender aktueller Ernährungsstudien den Kern seiner Arbeit. Sein essenzielles Anliegen ist ihm dabei sowohl die Vermittlung der massiven Aussageschwäche und systemimmanenten Limitierungen der Ernährungsforschung, die nur Korrelationen, aber keine Kausalitäten liefert, als auch die Offenlegung der Mechanismen ernährungslobbyistischer Verbrauchermanipulation

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