Gastkommentar/Gregor Cholewa : Die große Chan...
 
Gastkommentar/Gregor Cholewa

Die große Chance für den Einzelhandel

Leya D Photograhpy
Gregor Cholewa, CEO und Co-Founder von KnowledgeFox
Gregor Cholewa, CEO und Co-Founder von KnowledgeFox

Diese liegt laut Gregor Cholewa, CEO und Co-Founder von KnowledgeFox, in Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für seine Mitarbeiter. Das Wiener Unternehmen hat ein mobiles Lernmanagementsystem entwickelt, das auf Microlearning basiert und unter anderem für Onboarding, Sales-Schulungen und in der Lehrlingsausbildung in zahlreichen Organisationen, Bildungseinrichtungen und Unternehmen eingesetzt wird - unter anderem bei MPreis und dem Roten Kreuz

Click & Collect, interaktive Displays am Point of Sale, Self-Checkout – der Einzelhandel macht die Digitalisierung für die breite Bevölkerung erlebbar wie kaum ein anderer Sektor. Digitale Lösungen eröffnen den Unternehmen viele neue Möglichkeiten, trotzdem ist die persönliche Beratung durch gut geschulte Mitarbeiter vor Ort ein unerlässlicher Faktor, um Kunden zu binden. Was einige Einzelhändler jedoch noch nicht ganz erkennen: Auch hier bieten digitale, innovative Lösungen eine erhebliche Entlastung. Ob in der Lehrlingsausbildung, beim Onboarding neuer Mitarbeiter*innen, im Sales Training oder bei der internen Weiterbildung – digitale Microlearning-Kurse bringen eine Win-Win-Situation für Unternehmen und Mitarbeiter. Das Lernen wird nicht nur effizient gestaltet, sondern motiviert die Mitarbeiter und vermittelt die Kenntnisse nachhaltig. Zeit und Kosten sparen ist nur da sinnvoll, wo die Qualität nicht leidet. Durch die Effizienz der Kurse, den Zugriff von überall und die Kompatibilität mit allen Geräten bleibt den Lernenden mehr Zeit, das Gelernte auch in die Praxis umzusetzen und für die Kund*innen da zu sein. Darum bin ich überzeugt, dass Microlearning gerade für eine so durchdigitalisierte Branche wie den Einzelhandel viele Chancen bietet.

Kurze Lernschritte, nachhaltige Wissensvermittlung

Microlearning heißt: Das Wissen wird in kurzen, aber dafür regelmäßigen Schritten am Smartphone, Tablet oder am Computer vermittelt. Durch Wiederholung der Lernschritte bleibt das Gelernte auch über längere Zeit im Gedächtnis. Das wusste schon Aristoteles: "Wir sind, was wir wiederholt tun." Hier geht es nicht um fades, trockenes Auswendiglernen und das Durchklicken von Präsentationen: Der spielerische, belohnende Aspekt der Kurse und die kleinen Aufgaben, an denen die Lernenden stetig, in ihrem Tempo, wachsen – das motiviert die Mitarbeiter wirklich. Und zwar langfristig. Das ist besonders in dezentral organisierten Unternehmen sinnvoll, wo sich die Mitarbeiter eine große Menge an Informationen merken müssen. Wie eben im Einzelhandel. Einige österreichische Einzelhandelsunternehmen haben das bereits erkannt – MPreis aus Tirol sogar schon vor zehn Jahren. Solange setzt die Supermarktkette nämlich schon auf Microlearning-Kurse. Auch Resch & Frisch und die Fussl Modestraße nutzen die Kurse beim Onboarding sowie der Aus- und Weiterbildung von Mitarbeitern. Somit gibt es aussagekräftige Erfahrungswerte.

Hohes Lernengagement durch bleibende Motivation

Die Kurse für die Mitarbeiter im Einzelhandel umfassen beispielsweise die Produktpalette, Hygienevorschriften, Filialorganisation oder Sicherheitsregeln. Die Microlearning-Kurse, wie wir sie auch bei KnowledgeFox anbieten, verzeichnen durchschnittlich 50-mal mehr Aktivität als klassisches E-Learning. Das selbstgesteuerte Lernen kommt bei den Lernenden gut an: Die Akzeptanz ist hoch, das Feedback, das direkt über die App eingeholt wird, fällt sehr positiv aus. Besonders die Möglichkeit, gegen Kollegen in "Knowledge-Matches" – also digitalen Wettbewerben – anzutreten, motiviert. MPreis stellt den aktuell 3.000 aktiv Lernenden innerhalb der Arbeitszeit zehn Minuten täglich zum Lernen zur Verfügung. Genau diese kurzen, aber dafür täglichen Lerneinheiten machen das Lernen effizient und wirksam. Die Mitarbeiter von Resch & Frisch nutzen die App durchschnittlich knapp zweimal täglich. Das zeigt: die Kurse schaffen ein kontinuierliches Lernengagement. Dies wird dadurch verstärkt, dass die Lernenden das Wissen immer griffbereit haben. Smarte Lernerinnerungen helfen ebenso, die Motivation aufrechtzuerhalten.

Ressourcen sparen durch einfache Kurserstellung

Für die Erstellung der Kurse benötigen Unternehmen weder viel Zeit, noch extra Personal: Die Kurse sind in kürzester Zeit erstellt, es sind keine besonderen Vorkenntnisse notwendig. Die Kursinhalte können vom Personal in die App gespielt werden, das ist keine Zauberei und bedarf keiner tagelangen Schulungen. Außerdem können alle Inhalte schnell und einfach angepasst und aktualisiert werden. Gerade jetzt, wo sich Bestimmungen und Regeln aufgrund der Pandemie so schnell ändern, sind digitale, flexible Microlearning-Kurse eine zeitgemäße und effektive Lösung. Kein Wunder also, dass die Fussl Modestraße die Microlearning-Kurse während des Lockdowns eingeführt hat und bis heute bereits über 1,1 Millionen Lernschritte von den Mitarbeitern gelernt wurden.

Was für die Digitalisierung und deren Beschleunigung durch die Krise gilt, gilt natürlich auch für die digitale Weiterbildung: Die Unternehmen, die diese Themen bereits vor der Krise umgesetzt haben, werden auch nach der Krise gut dastehen. Die Unternehmen, die damit während der Krise begonnen haben, haben den richtigen Moment genutzt und die Potenziale rechtzeitig erkannt. Das ist die Chance für den österreichischen Einzelhandel: Unternehmen, die während der Krise auf digitale Weiterbildung setzen, haben bessere Chancen, gut aus der Krise herauszukommen. Der Einzelhandel profitiert erheblich davon, Prozesse – zumindest zu einem Teil -  zu digitalisieren. Aber Unternehmen dürfen keine Angst davor haben und müssen erkennen, welche Bereiche digitalisiert werden müssen und dabei nicht übersehen, wo überall Potenziale stecken. Selbstverständlich geht es allen Unternehmen in erster Linie um die Kundenzufriedenheit – aber die wird eben unter anderem auch durch gut ausgebildete, kompetente Mitarbeiter geschaffen.

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