Arbeiterkammer: Gefangen im falschen Job
 
Arbeiterkammer

Gefangen im falschen Job

pixabay.com/ciao_triana
© pixabay.com/ciao_triana
© pixabay.com/ciao_triana

Arbeitsklima Index zeigt: Über- oder unterqualifizierte Arbeitnehmer wollen häufig die Firma oder den Job wechseln.

Der erste Arbeitsklima Index 2019 beschäftigt sich damit, ob Mitarbeiter für den von ihnen ausgeübten Job entsprechend qualifiziert sind. Das Ergebnis: Sieben von zehn Arbeitnehmer arbeiten in einer Position, die ihrer Ausbildung entspricht. Im Gegenschluss ist knapp ein Drittel der Beschäftigten in einem Job tätig, für den sie über- oder unterqualifiziert sind. „Für die Betroffenen ist diese Situation nicht zufriedenstellend. Und auch die Betriebe können kein Interesse daran haben, dass hier die Potenziale von hunderttausenden gut ausgebildeten Menschen brachliegen“, sagt AK-Präsident Johann Kalliauer.

Zu den häufig überqualifizierten Arbeitnehmern zählen Migranten, Akademiker sowie Teilzeitkräfte und atypisch Beschäftigte, besonders in Wien ist dieser Trend bemerkbar. Für Frust im Job sorgen hier oft die fehlenden Aufstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten, nur ein Viertel der überqualifizierten Personen mit Lehrabschluss ist mit dem aktuellen Beruf zufrieden. Entsprechend hoch ist der Wunsch, die Firma oder gar den Beruf zu wechseln: Während 28 % der Überqualifizierten das wollen, liegt der Schnitt unter allen Beschäftigten bei 16 %.

Überforderung entsteht oft durch Technologie - 40 % sehen mangelndes Verständnis besonders bei älteren Arbeitnehmern als einen negativen Faktor. Besonders Berufsfahrer über 45 Jahren leiden zunehmend unter Zeitdruck (33 %), haben eine erhöhte Unfall- und Verletzungsgefahr (25 %) und leiden unter ständigem Arbeitsdruck (24 %) und Isolation am Arbeitsplatz (11 %).

Mehr als die Hälfte aller Beschäftigten geht davon aus, in Zukunft noch mehr Zeit in Fortbildungen stecken zu müssen, um den Beruf auf einem gleichbleibenden Niveau ausüben zu können. 

Der Österreichische Arbeitsklima Index misst und beschreibt seit 22 Jahren vierteljährlich die wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungen aus Sicht der Arbeitnehmer, er wird im Auftrag der AK Oberösterreich von den Forschungsinstituten SORA und IFES erstellt.
stats