Red Bull/Hofer: Geniestreich oder Eigentor?
 
Foto: Red Bull
Verdoppelt Red Bull durch sein Engagement bei Hofer seine Probleme am Ende nur selbst?© Foto: Red Bull
Verdoppelt Red Bull durch sein Engagement bei Hofer seine Probleme am Ende nur selbst?© Foto: Red Bull

Die Motivation für das Engagement von Red Bull bei Hofer liegt klar auf der Hand. Ob die Rechung am Ende aufgeht, bleibt abzuwarten.

Im Jahr 2007 ist die Ottakringer Brauerei mit ihrem Hofer-Engagement einer Auslistung bei Rewe und Spar nur knapp entgangen. Vor wenigen Wochen schließlich sorgte Hofer mit dem Verkauf von Danone Actimel und Danone Activia erneut für Aufregung bei den Vollsortimentern und jetzt auch noch Red Bull, in einer eigenen Dosengröße zwar - 330 ml zum Preis von 1,39 Euro -, an der Optik ändert das freilich nichts.

Die Motivation von Red Bull liegt dabei klar auf der Hand. Laut GfK ist der Literpreis bei Energy Drinks von 3,40 Euro im Jahr 2008 auf mittlerweile 2,50 Euro gefallen, und 50 Prozent des Kategorie-Umsatzes bei Energydrinks entfielen im Vorjahr bereits auf Handelsmarken. Ob die Rechnung der Fuschler am Ende aufgeht, bleibt abzuwarten.

Nachgefragt bei: Michael Brandtner, Focusing-Consultant

CASH: Herr Brandtner, laut GfK ist der Literpreis bei Energy Drinks von 3,40 Euro im Jahr 2008 auf mittlerweile 2,50 Euro gefallen. 2010 entfiel auf Handelsmarken bereits 50 Prozent des Kategorieumsatzes bei Energy Drinks. Ist es in Anbetracht dessen nicht verständlich, dass sich Red Bull nach neuen Vertriebskanälen umschaut?



Michael Brandtner: Natürlich kann ich Red Bull verstehen, speziell dass man sich über Dinge wie den S-Budget-Energydrink massiv ärgert. Auf der anderen Seite fährt Red Bull eine Superpremium-Preisstrategie, die es dem Mitbewerb, und hier speziell den Eigenmarken, erlaubt, mit einem enormen Preisabstand zu kontern. Dieses Problem wird durch die Hofer-Strategie von Red Bull nicht wirklich geändert, Red Bull wird in Zukunft nur noch häufiger in Aktion sein.

Was bedeutet das mittel- bis langfristig in Bezug auf die Marktstellung von Red Bull?



Jede Marke erreicht einmal ihren Zenit und dieser Zenit wird wesentlich auch vom Preis mitdiktiert. Aus meiner Warte ist Red Bull in Bezug auf den „Fanfaktor“ eine stärkere Marke als Coca-Cola. Nur bietet Coca-Cola dem Wettbewerb weniger „Preisspielraum“ und deshalb ist es auch gegenüber Eigenmarkenattacken weniger gefährdet. Der Hauptgrund aber, warum ich Red Bull nicht verstehe, ist, dass man so Monster Energy die Chance gibt, „Liebkind“ der Supermärkte zu werden.

Herr Brandtner, vielen Dank für das Interview!

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